Gelsenkirchen-Ückendorf ist ein Stadtteil von Gelsenkirchen.
Halde Rheinelbe Gelsenkirchen Panorama.jpg in Ückendorf]]
Ückendorf liegt im Südosten Gelsenkirchens an der Grenze zu Bochum-Wattenscheid und zu Herne-Wanne. Die wichtigsten Verkehrsadern sind die Bochumer und die Ückendorfer Straße, die den Stadtteil spitz zulaufend von Nord nach Süd durchziehen und sich am Ückendorfer Platz treffen.
Auf der Bochumer Straße verkehrt die Straßenbahnlinie 302 der BOGESTRA, die den Hauptbahnhof Bochum mit dem Gelsenkirchener Hauptbahnhof, der Veltins-Arena und dem Gelsenkirchener Stadtteil Buer verbindet. Die ehemals auch auf der Ückendorfer Straße verkehrende Straßenbahnlinie wurde in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts eingestellt.
Ückendorf ist in an die A40, den sog. Ruhrschnellweg, angeschlossen. Die Abfahrt "Gelsenkirchen-Süd" befindet sich im äußersten Süden des Stadtteils.
Das bereits im 9. Jhdt. als "Hugincthorpe" erwähnte Ückendorf bestand bis in die Neuzeit hinein aus einigen Bauernhöfen, deren Namen (wie etwa Niermann, Schüffler, Dördelmann, Grollmann) sich zum Teil noch heute in den Straßennamen Ückendorfs erhalten haben. Den historischen Dorfkern bildete der als Burbrink bezeichnete Dorfplatz, der sich in etwa an der Stelle des heutigen Ückendorfer Platzes befand.
Das rasche Wachstum Ückendorfs wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts durch den Ruhrbergbau begründet. Mit dem Beginn der Kohleförderung auf der Zeche Rheinelbe im Jahre 1861 und auf der Zeche Alma im Jahre 1872 vervielfachte sich die Bevölkerungszahl. In kürzester Zeit entsteht in Ückendorf die entsprechende Infrastruktur, wie beispielsweise das - heute nur noch zu Wohnzwecken genutzte - Knappschaftskrankenhaus in der Knappschafststraße oder die Bergabeitersiedlung Flöz Dickebank. Letztere ist in ihrer äußeren Struktur noch weitgehend unverändert erhalten und vermittelt einen guten Eindruck der damaligen Wohnverhältnisse. Die Bahnstrecke der Rheinischen Eisenbahn über Bochum nach Dortmund wird im November 1874 in Betrieb genommen. Relikte aus dieser Zeit sind der Bahnhof Gelsenkirchen-Wattenscheid und der Großmarkt.
Aufgrund seiner Größe wird Ückendorf im Jahre 1876 ein eigenes Amt im Landkreis Gelsenkirchen und löst sich damit vom Amt Wattenscheid.
1903 wird Ückendorf Teil der neu entstehenden Großstadt Gelsenkirchen und verliert damit seine Eigenständigkeit. Zu diesem Zeitpunkt zählt die Gemeinde 21.937 Einwohner.
Bis 1980 braute die Glückauf‑Brauerei an der Leithestraße.
Die ehemalige Maschinenhalle der Zeche Rheinelbe wurde 1993 zum Tagungshotel "lichthof" umgebaut.
Auf dem Gelände der früheren Gelsenkirchener Gußstahl- und Eisenwerke AG entstand 1995 der Wissenschaftspark Gelsenkirchen, eines der markantesten Symbole für den Strukturwandel Gelsenkirchens. Das im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscher Park entstandene Gebäude verfügt über eine etwa 300m lange Glasarkarde, die sich zu einer neu angelegten Park- und Teichlandschaft öffnet.
Im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Gelsenkirchener Gußstahl- und Eisenwerke AG ist seit 1995 das Gelsenkirchener Arbeitsgericht ansässig.
1931 errichtete die Stadt Gelsenkirchen auf dem 1928 von dem Bauern Halfmann erworbenen Hof die Künstlersiedlung Halfmannshof. Bezug genommen wird dabei auf die schon aus Zeiten des Weimarer Bauhauses bekannte Idee, mehrere Künstler unter einem Dach zu vereinen. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts stellte die Künstlersiedlung Halfmannshof ein überregional bedeutendes Zentrum der bildenden Künste dar.
Josef Franke Heilig-Kreuz-Kirche Gelsenkirchen.jpg In architektonischer Hinsicht bildet der Ortsteil vor allem wegen seiner von Josef Franke entworfenen, an der Bochumer Straße gelegenen katholischen Pfarrkirche "Heilig Kreuz" einen Anziehungspunkt für auswärtige Besucher. Die Kirche zählt zu den bedeutendsten Bauten des sog. Backstein-Expressionismus. Ihre Westseite wird beherrscht von einem mächtigen aus Backsteinen geprägten Kruzfix, das auf einen Entwurf des Gelsenkirchener Bildhauers Meyer zurückgeht. Der innere Sakralraum wird durch eine hyperbolisch geformten Tonne gebildet. Auf einen Entwurf von Josef Franke geht auch das Gebäude des "Glückauf-Kellers" zurück, einem der ehemaligen Glückauf-Brauerei angegliederten Restaurant, das heute noch an der Leithestraße betrieben wird.
Wenige Meter von Frankes Pfarrkirche "Heilig Kreuz" wurde 1995 der mit den Deutschen Architekturpreis ausgezeichnete Wissenschaftspark Gelsenkirchen errichtet, dessen Entwurf von dem Münchener Architekten Uwe Kiessler stammt.
Nahezu in Vergessenheit geraten ist, daß sich in Ückendorf auch ein von Fritz Schupp und Martin Kremmer erbautes Gebäude befindet. Schupp und Kremmer, die als Architekten der zwischenzeitlich auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes verzeichneten Zeche Zollverein Berühmtheit erlangt haben, entwarfen auch die 1928 in Betrieb genommene Kokerei der Zeche Alma. Sie wurde in den 60er Jahren des 20. Jhdts. abgerissen, allerdings mit Ausnahme des Verwaltungsgebäude, das noch heute von der Almastraße aus erkennbar ist.
Überregionale Bedeutung hat inzwischen zudem die Umgestaltung der Halde Rheinelbe und insbesondere die dort installierte sog. Himmelsleiter erlangt.
Als Sportstätten stehen weiter u.a. die Sportanlagen auf dem Gelände der Gesamtschule, mehrere Tennisplätze sowie eine Indoor-Socceranlage zur Verfügung.
Michael Skibbe, Fußballtrainer von Bayer Leverkusen (vormals Trainer der deutschen Nationalelf) und ehemaliger Fußballspieler, wuchs in Ückendorf auf.
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