Eine wissenschaftliche Publikation ist eine schriftliche wissenschaftliche Arbeit von einem oder mehreren Wissenschaftlern, deren Veröffentlichung (Publikation) vorgesehen oder bereits erfolgt ist.
Arten von Publikationen
Die Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse oder
Lehrmeinungen kann auf mehrere Arten erfolgen. Man unterscheidet zwischen selbständigen Publikationen (
Monografie) und unselbstständigen Publikationen (
Aufsatz,
Artikel, Bericht usw.)
- Monografie: eine meist umfangreiche Publikation, in der ein Problembereich systematisch und vollständig behandelt wird; siehe auch Lehrbuch, Handbuch.
- Artikel in Fachzeitschriften: Diese Beiträge sind weniger umfangreich und präsentieren i.d.R. neue Resultate für ein Fachpublikum. Sie müssen formalen und inhaltlichen Kriterien genügen, um im Peer-Review-Prozess zur Veröffentlichung akzeptiert zu werden. Dabei werden die Arbeiten von Fachgutachtern auf die wissenschaftliche Güte überprüft. Der Peer-Review-Prozess kann sich bei Publikationen in Zeitschriften über mehrere Monate ziehen (zum Teil auch länger, etwa in der Volkswirtschaftslehre oder Astronomie, wo es sogar mehrere Jahre dauern kann), sorgt aber meist für eine hohe Qualität.
- Artikel in Proceedings (Tagungsbänden): Diese Publikationen haben einen ähnlichen Umfang wie Artikel in Zeitschriften, allerdings ist die Qualitätskontrolle weniger umfassend, weil der Band zu einem bestimmten Datum fertig sein muss. Häufig werden Mängel an akzeptierten Artikeln nur von den Autoren verbessert, ohne dass die Überarbeitung den Review-Prozess erneut durchläuft.
- Aufsatz in Sammelbänden: Vom Umfang her sind sie vergleichbar mit Artikeln in Fachzeitschriften. Sie haben jedoch meist einen engen thematischen Bezug zu den anderen Aufsätzen des jeweiligen Sammelbandes.
- Beiträge zu Festschriften, die bekannten Wissenschaftern oder Instituten zu einem Jubiläum gewidmet werden: Die Kriterien sind ähnlich wie bei einem Tagungsband, doch weisen die Themen der Autoren meist eine größere fachliche Vielfalt auf.
Monografien und Sammelbände können in Buchreihen erscheinen, womit sie einem meist klar umrissenen Themenfeld zugeordnet werden.
Die verschiedenen Fachgebiete legen unterschiedliches Gewicht auf einzelne Veröffentlichungsarten: So werden etwa in Physik, Biologie und Volkswirtschaftslehre hauptsächlich Veröffentlichungen in Fachzeitschriften wahrgenommen, Artikel in Konferenzbänden jedoch weniger; in der Informatik dagegen wird stärker auf Konferenzen publiziert; in den Geisteswissenschaften treten die Publikationsformen Fachzeitschrift-Artikel, Sammelband-Aufsatz und Monographie nebeneinander auf.
Allgemein ist die Gewichtung und Anerkennung von elektronischen Internet-Publikationen, besonders von solchen, die nur im Internet veröffentlicht werden, noch im Fluss (Stand 2006). Auch hier unterscheiden sich die Wissenschaftsdisziplinen. Im Selbstverlag publizierte wissenschaftliche Werke, ob im Internet oder zum Beispiel auch als Book on Demand, genießen allgemein wenig bis keine Anerkennung, zumindest wenn bei dem Werk kein Peer-Review stattgefunden hat oder der Autor wenig bekannt ist. Vielfach werden überhaupt nur solche Arbeiten als publiziert gewertet, die sich einer ISBN zuordnen lassen.
Gliederung einer Publikation
Naturwissenschaften
Formal sollte jeder (natur)wissenschaftliche Aufsatz folgende Gliederung aufweisen:
- Titel
- Autor/innenliste inklusive aller Koautor/innen, mit Kontaktadresse eines corresponding authors
- Abstract – eine Kurzzusammenfassung des Inhaltes, der neugierig auf den Hauptteil machen sollte und keine weitergehenden Details enthalten muss
- Einleitung (Introduction) – eine Lagebestimmung des Forschungsstandes, Aufzeigen der Motivation für die vorliegende Arbeit, Hypothesenformulierung
- Materialien und Methoden (materials and methods) – welche Werkzeuge, welche Methoden wurden zur Bearbeitung der Fragestellung verwendet
- Resultate (Results) – was ist das Ergebnis der Bemühungen
- Diskussion (Discussion) – wie sind die Ergebnisse zu interpretieren, welche Fragestellungen ergeben sich daraus, stehen die Ergebnisse im Widerspruch zu oder Einklang mit anderen Publikationen
- Zusammenfassung (Summary) – ähnlich wie der Abstract, eher Zukunftsorientiert
- evtl. Dankworte an nicht in der Autorenliste genannte Mit- und Zuarbeiter (acknowledgements)
- Literaturliste (References) – worin die thematisch zugrundeliegenden Publikationen aufgelistet werden.
Bei der Einreichung der Arbeit bei einem Verlag werden eventuell verwendete Abbildungen mitsamt Bildunterschriften separat vom Text gehalten, der lediglich Verweise der Form "insert figure nnn about here" enthält.
Geisteswissenschaften
Die Gliederung bei geisteswissenschaftlichen Arbeiten ist weit weniger festgelegt als die der naturwissenschaftlichen. Titel, Autor/in und Literaturverweise sind essentiell. Der Aufbau des Textes selbst folgt meist lediglich pragmatischen Erwägungen, schließlich gibt es keine einheitlichen Forschungsmethoden. In der Regel folgt die Arbeit dem Prinzip einer Sach- bzw. Problemerörterung. Ein allgemeingültiger Aufbau über die Grenzen der einzelnen Fachrichtungen hinaus hat sich - im Gegensatz zur Naturwissenschaft - nicht etablieren können. Es ist jedoch eine Entwicklung zu beobachten, dass - angelehnt an das Vorbild aus den Naturwissenschaften - auch hier vielfach eine Art "abstract" sowie ein "summary" den Haupttext umrahmen und die Lesbarkeit erhöhen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Arbeit nicht auf Englisch verfasst wurde und die Ergebnisse durch eine kurze englische "summary" einem internationalen Publikum leichter zugänglich gemacht werden sollen.
Siehe auch
Weblinks
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