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Waqf ( "fromme Stiftung", plural Awqāf , serbokroat. u. bulg. Vakuf) ist eine islamische Institution, die vor allem vom 11. bis 19. Jahrhundert unter den Seldschuken und im Osmanischen Reich eine bedeutende Rolle spielte.

Die Awqāf, auch Güter der toten Hand genannt, weil sie der Warenzirkulation entzogen sind, waren von Privatleuten finanzierte wohltätige Einrichtungen. Das konnten Moscheen, Schulen (Madrasa), Sufi-Konvente (Tekken), Krankenhäuser oder Einrichtung zur Armenspeisung sein, aber auch Mühlen, Wasserräder, Bewässerungskanäle und öffentliche Brunnen. Davon zu unterscheiden sind Stiftungen des Sultans, bei denen bestimmte Steuern statt in die allgemeine Kasse zu gehen, zweckgebunden waren: zum Unterhalt einer Moschee, zur Finanzierung der Pilgerfahrt usw.

Eine andere Unterscheidung ist die zwischen "Familienstiftung", bei der der in der Urkunde genannte allgemeine Zweck erst greift, wenn keine Nachfahren der zuerst genannten Begünstigten mehr leben, und der "wohltätigen Stiftung", bei der die Gelder sofort für den guten Zweck verwandt werden.

Die Stiftungsurkunde (waqfiyya) musste von einem Richter registriert werden, der auch die Einhaltung der Stiftungsbedingungen überwachte. In späterer Zeit war ein eigenes osmanisches Ministerium für die Verwaltung der Stiftungen zuständig.

Nach der Zurückdrängung der osmanischen Herrschaft auf dem Balkan blieben die Vakufs in Bosnien auch unter der österreichischen Okkupation als Rechtsform ehalten; desgleichen existierten Vakufs bis zum Zweiten Weltkrieg auch noch in Jugoslawien und Albanien. Erst die Kommunisten enteigneten und zerschlugen die Stiftungen nach 1945.

Siehe auch


Islamisches Recht | Stiftung

Вакъф | Waqf | וקף | Vakıf

 

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