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Als vulkanischer Winter wird die Verdunklung der Erdatmosphäre nach einem Vulkanausbruch bezeichnet. Asche und Schwefelgase, aus denen sich Aerosole aus Schwefelsäure bilden, werden bei einer größeren Eruption bis in die Stratosphäre geschleudert und verteilen sich dort wie ein Schleier über den gesamten Globus. Die Sonnenstrahlen werden dadurch teilweise absorbiert und es kommt zu einer Abkühlung des Weltklimas. Ein vergleichbarer Effekt, ausgelöst durch einen (hypothetischen) Atomkrieg, wird nuklearer Winter genannt.

De facto tritt dieses Phänomen bei jedem Vulkanausbruch auf, wirklich spürbar ist es jedoch erst ab einer Ausbruchsstärke von VEI 6. So registrierten die Meteorologen nach dem Ausbruch des Pinatubo auf der Insel Luzon im Jahr 1991 einen Temperaturrückgang von durchschnittlich 0,5 Grad Celsius. Folgenschwerer war der Ausbruch des Tambora auf Sumbawa im Jahr 1815, der eine Stärke von VEI 7 aufwies. Er wirkte sich durch einen Rückgang der Durchschnittstemperatur um 2,5 Grad Celsius aus, und es gab Frost im Juli, weshalb das Jahr 1816 auch das Jahr ohne Sommer genannt wird. Bis ins Jahr 1819 führte die Kälte zu Missernten und dadurch zu Auswanderungswellen von Europa nach Amerika.

Einen vergleichbaren Vorfall gab es im 6. Jahrhundert; siehe Klimaveränderungen von 535-536

Als die augenblicklich größte Gefahr eines vulkanischen Winters wird der Supervulkan Yellowstone im Yellowstone-Nationalpark (USA) angesehen. Sein Ausbruch könnte zur Verschiebung der Klimazonen führen, wodurch mehrere Jahre lang die Ernten ausfielen, was weltweite Hungersnöte nach sich zöge. In diesem nicht utopischen Szenario könnten weltweit Millionen, vielleicht sogar Milliarden Menschen an den Folgen des Supervulkan-Ausbruchs sterben.

Volcanic winter

Vulkanismus | Klimatologie | Naturkatastrophe

 

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