Die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel mit Hauptsitz in Bielefeld-Gadderbaum sind eine diakonische Einrichtung, in der Menschen mit Epilepsie, geistiger Behinderung oder psychischen Beeinträchtigungen, aber auch alte Menschen, Jugendliche mit sozialen Problemen und wohnungslose Menschen betreut werden. Für die Betreuung der rund 20.000 Plätze sind etwa 14.000 Mitarbeiter in sechs Bundesländern beschäftigt. Namensgeber ist Friedrich von Bodelschwingh der Ältere, der auch die Kirchliche Hochschule Bethel gründete.
Diese drei Stiftungen sind unmittelbar oder mittelbar an einer Reihe von GmbHs beteiligt, bei denen es sich im Wesentlichen - aber nicht nur - um gGmbHs (gemeinnützige GmbHs) handelt. Die wichtigsten Beteiligungen sind:
Der jährliche Umsatz liegt bei über einer Mrd. Euro.
Friedrich von Bodelschwingh d. Ä., kam erst einige Jahre später dazu und leitete die schnell wachsende Anstalt von 1872 bis zu seinem Tod 1910. Sein Einfluss prägte die Anstalt so stark, dass sie später nach ihm benannt wurde. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere die Leitung.
Der Name Bethel kommt aus dem Hebräischen und heißt „Haus Gottes“. Das christliche Gebot der Nächstenliebe bestimmte viele Mitarbeitenden in ihrem Dienst, der sie oft Tag und Nacht in Anspruch nahm. So setzten Frauen und Männer ihr Leben bewußt ein, um Mitarbeiter im "Haus Gottes" zu sein (Diakon/Diakonisse).
Im Mittelpunkt der Arbeit Bethels standen als Ideal die Vergessenen und Ausgegrenzten der Gesellschaft, in den Worten Friedrich von Bodelschwinghs die „Menschen, die niemand haben will“. Zu Bodelschwinghs Zeiten waren das vor allem behinderte Menschen und die „Trunkenbolde, Landstreicher und Taugenichtse“. Für Friedrich v. Bodelschwingh waren sie Geschöpfe Gottes, die er als „Brüder von der Landstraße“ bezeichnete.
Wichtigste Arbeitsbereiche der Anstalten sind heute die vergütete Behandlung und Betreuung von Epileptikern, die Behindertenhilfe, Psychiatrie, Wohnungslosenhilfe, Altenhilfe, Jugendhilfe, die Versorgung in Fachkliniken und Akutkrankenhäusern.
Bethel besitzt fast dreißig unterschiedliche Schulformen und Ausbildungsstätten. In zahlreichen Werkstätten arbeiten Menschen mit Behinderungen und stellen dabei Produkte her, die auch überregional vertrieben werden. Daneben gehören auch Hotels, Gaststätten und Geschäfte (meist gleichzeitig Teile des Berufsbildungswerks oder von Behindertenwerkstätten) zu Bethel, so dass die Anstalten eine kleine Stadt für sich sind. Alleine auf dem Bethel-Stammgelände in Bielefeld arbeiten rund 10.000 Menschen. Die wirtschaftliche Bedeutung Bethels ist hieran deutlich erkennbar.
In Bethel gilt der Bundes-Angestelltentarifvertrag in kirchlicher Fassung (BAT-KF) in der folgenden Fassung: "Dieser Tarifvertrag gilt für Mitarbeiter, die im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche sowie ihrer Diakonischen Werke in einer der Rentenversicherung der Angestellten unterliegenden Beschäftigung tätig sind (Angestellte)." (§1 (1) BAT-KF)
Auf der Grundlage des Grundgesetzes können die Kirchen ihre Angelegenheiten selbst regeln und haben sie ein Mitarbeitervertretungsgesetz MVG-EKD gegeben. Einzelheiten dazu findet man unter http://www.ekd.de/mitarbeitervertretungsrecht/mitarbeitervertretungsrecht.html
Die verschiedenen Betriebe Bethels halten ein vielfältiges Dienstleistungsangebot bereit. Die Anstalten haben zusätzlich zum offiziellen Zahlungsmittel Euro auch eine eigene „Währung“ in Form von Warengutscheinen, den Bethel-Euro.
Bethel engagiert sich auch in der Hospizarbeit, die sterbenden Menschen ein würdiges Leben und Sterben ermöglichen soll. Auch Betreuungsplätze für Menschen mit autistischen Störungen oder für Personen, die nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung stark hirngeschädigt bleiben, werden vermehrt angeboten.
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"V. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel".
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