V bzw. v (buchstabiert Vau) ist der 22. Buchstabe des lateinischen Alphabets und ein Konsonant. Der Buchstabe V hat eine durchschnittliche Häufigkeit von 0,67 %. Er ist damit der 22.-häufigste Buchstabe in deutsch geschriebenen Texten.
| Proto-semitisches Waw-Zeichen | Phönizisches Waw | Griechisches Ypsilon | Etruskisches V | Lateinisches V |
Das V teilt sich einen Großteil seiner Geschichte mit dem U und dem W, daneben sind das Y und auch das F mit ihm verwandt.
Über Lautwert und Bedeutung des Buchstabens im proto-semitischen Alphabet ist nichts bekannt, das entsprechende Symbol stellt einen Haken oder eine Keule mit runder Spitze dar. Im phönizischen Alphabet verlor der Buchstabe seine Spitze und sah aus wie ein abgerundetes Y. Der Buchstabe erhielt den Namen Waw und wurde verwendet, um den Lautwert darzustellen (ein unsilbisches [u).
In das griechische Alphabet wurde der Buchstabe als Ypsilon aufgenommen. Im Frühgriechischen war der Lautwert des Ypsilon der dem entsprechende Vokal [u.
Die Etrusker übernahmen das frühgriechische Ypsilon und dessen Lautwert. Mit der Zeit verschwand bei den Etruskern die untere Spitze, der Buchstabe bekam die Form V. Ebenso änderte sich die Bedeutung des Buchstabens: Das Etruskische enthielt auch den dem entsprechenden Halbvokal [w und der Buchstabe wurde verwendet, um beide Laute zu schreiben.
Die Römer übernahmen den Buchstaben mit beiden Lautwerten. Ursprünglich wurde der Buchstabe in der von den Etruskern übernommenen spitzen Form geschrieben. In der Spätantike wurde auch eine abgerundete Variante entwickelt, die im Aussehen dem U entspricht. Beide Formen waren austauschbar. Erst etwa im 17. Jahrhundert wurde die spitze Variante des Buchstabens nur noch für den konsonantischen Lautwert verwendet und die runde nur noch für den vokalischen.
Bis zum 5. Jahrhundert wurde aus dem römischen im Rahmen von Lautverschiebungen ein * verfügten, empfand man das Zeichen <v> nicht mehr als passend und schuf stattdessen die Ligatur <vv> bzw. <uu>, woraus sich das heutige w entwickelte.
In der modernen deutschen Sprache und in noch größerem Maße im Niederländischen wird der Buchstabe <v> oft zur Widergabe des Lauts verwendet. Das liegt daran, dass im Mittelalter der ursprüngliche f-Laut zu einem [v wurde (ungefähr so ausgesprochen wie das moderne deutsche <w>):
Noch vor Ende des Mittelalters wurde diese Entwicklung jedoch wieder rückgängig gemacht, und es setzte sich erneut die f-Aussprache durch. Die Rechtschreibung hat aber bis heute noch viele v-Schreibungen bewahrt.
Im Spanischen ist der der Lautwert des V mit dem des B verschmolzen: Im absoluten Anlaut sowie nach werden beide Buchstaben als stimmhaftes *" target="_blank" >werden. Letzterer ist dem [v ähnlich, kommt aber ohne Beteiligung der Zahnreihe zu Stande.
Das V als lateinisches Zahlenzeichen für die 5 hat keine Beziehung zu dem Buchstaben V. Dieses V ist die Hälfte eines X, des römischen Zahlzeichens für 10.
V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V | V (латиница) | V | V | V | V | V | V | V | V | V