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Die Unbefleckte Empfängnis (lateinisch: immaculata conceptio) ist ein römisch-katholisches Glaubensdogma, das nicht mit der Jungfrauengeburt verwechselt werden darf. Nach der Lehre von der Unbefleckten Empfängnis wurde die Gottesmutter Maria von jedem Makel der Erbsünde unversehrt (jedoch auf natürliche Weise) von ihrer Mutter empfangen und geboren. Damit errettete Gott Maria vom allerersten Augenblick ihres Lebens an vor der Macht der Sünde. Anders als die Lehre von der Jungfrauengeburt wird die Lehre von der unbefleckten Empfängnis im Allgemeinen weder von Protestanten noch von orthodoxen und alt-katholischen Christen geteilt. Zurbaran - Inmaculada Concepcion.jpg (1598-1664)]]

Papst Pius IX. verkündete am 8. Dezember 1854 in seiner dogmatischen Bulle (auch Päpstliche Bulle) Ineffabilis Deus ("Der unbegreifliche Gott"):

Zu Ehren der Heiligen und Ungeteilten Dreifaltigkeit, zu Schmuck und Zierde der jungfräulichen Gottesmutter, zur Erhöhung des katholischen Glaubens und zur Mehrung der christlichen Religion, in der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und der Unseren erklären, verkünden und definieren Wir: Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erretters des Menschengeschlechtes, von jedem Schaden der Erbsünde unversehrt bewahrt wurde, ist von Gott geoffenbart und darum von allen Gläubigen fest und beständig zu glauben.

Ein eigenes kirchliches Fest, das der Erwählung Marias im Mutterleib gedenkt, lässt sich bereits im 9. Jahrhundert nachweisen. Übrigens verehren auch gläubige Moslems Maria als vorbildlichen Menschen, der bereits im Mutterleib von Gott auserwählt und unter seinen besonderen Schutz genommen worden ist (Koran, Sure 3).

Die Immaculata Conceptio war wegen der ungeklärten dogmatischen Situation Gegenstand eines theologischen Streites im Spätmittelalter, der aus der Lehre über die Erbsünde entstand. Ein Problem bereitete die Frage, wie Maria am Erlösungswerk teilnehmen konnte, da sie doch wie alle anderen Menschen unter den Bedingungen der Erbsünde lebte. Um diese Konsequenz auszuschließen, kann man entweder eine göttliche Reinigung (Heiligung) Marias Sanctificatio Mariä von der Erbsünde annehmen, wie dies von den Dominikanern bis ins 19. Jahrhundert vertreten wurde, oder man muss davon ausgehen, dass Maria ohne Sünde empfangen worden ist, wie dies von den Franziskanern gelehrt wurde. Besonders heftig wurde der Streit im 15. Jahrhundert ausgetragen, involviert waren hier v.a. die Universität Paris, das Konzil von Basel und die Könige von Aragón. Die theologische Lösung für das Problem wurde vom Sl. Johannes Duns Scotus, "doctor subtilis", ausgearbeitet. Nach seiner Theorie wurde Maria von Empfängnis an von der Erbsünde befreit, aber durch die Verdienste Jesu – nur im Voraus. Er beglaubigt sein Doktrin mit dem Spruch von Pseudo-Anselmus: "Decuit, potuit, ergo fecit" (Es ziemte sich, er konnte es, daher machte er [es). Die gültige Lehre, die davon abgeleitet ist, definierte erst die Bulle Ineffabilis Deus des seligen Papst Pius IX.

Prominente Gegner der Immaculata-Lehre waren im Mittelalter der hl. Bernhard von Clairvaux, Albertus Magnus und vor allem der stark an der augustinischen Gnadenlehre orientierte Dominikaner Thomas von Aquin, der Franziskaner Bonaventura sowie die Päpste Johannes XXII. und Benedikt XII.; die meisten Päpste verhielten sich in dieser Frage neutral (was noch im Spätmittelalter von den Immakulisten beklagt wurde), bis mit Sixtus IV. ein Franziskaner auf den Papstthron gelangte, der jedoch in den Auseinandersetzungen um den "Libellus de veritate conceptionis Beatae Virginis Gloriosae" von 1476/1477 die Dominikaner zwar in die Schranken wies, zugleich jedoch eine eindeutige Stellungnahme zugunsten der franziskanischen Position in der Konstitution "Cum praeexcelsa" vermied. Dagegen bekannte Martin Luther zumindest in den ersten Jahren der Reformation, der Immaculata-Lehre anzuhängen.

Die römisch-katholische Kirche begeht in der Adventszeit am 8. Dezember ein Fest, das diese Glaubensaussage feiert. Der vollständige Titel des Festes ist: Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Der deutsche Festkalender spricht auch von "Mariä Erwählung". Das Fest ging aus dem ursprünglichen Fest Mariä Empfängnis hervor (als solches noch von der anglikanischen Kirche gefeiert). Die orthodoxe Kirche feiert Mariä Empfängnis am 9. Dezember, hat aber wegen ihres nicht-augustinischen Verständnisse der Erbsünde keine speziellen Lehren darüber.

Das besagte Fest der Unbefleckten Empfängnis (oder auch Maria Empfängnis) am 8. Dezember bezieht sich also nicht auf die Glaubenslehre, dass Maria Jesus jungfräulich empfangen und geboren hat. Maria selbst hatte also einen leiblichen Vater (heiliger Joachim/Jojakim, verheiratet mit der heiligen Anna/Hannah).

Eine weiterer Konnex dieser Glaubensaussage besteht damit, dass Maria – im Unterschied zu allen anderen Menschen – am Ende ihres Lebens keiner Läuterung mehr bedarf, (da diese bereits im Moment ihrer Empfängnis stattfand und sie auch sonst während ihres Lebens keine persönlichen Sünden begangen hat). Dies wurde 1950 im Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel mitausgesagt.

Weblinks


Maria | Dogma

Dogma o neposkvrněném početí Panny Marie | Jomfru Marias ubesmittede undfangelse | Immaculate Conception | Senmakula koncipiĝo | Inmaculada Concepción | Immaculée conception | Szeplőtelen fogantatás | Immacolata concezione | 無原罪の御宿り | Immaculata Conceptio | Ónbevlekde óntvangenis | Onbevlekte Ontvangenis | Непорочное зачатие | Immaculata conceptio | 聖母無原罪始胎節

 

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