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Die turkmenische Sprache (Eigenbezeichnungen: Türkmen dili, Türkmence) oder kurz: Turkmenisch, ist die Muttersprache des Turkvolkes der Turkmenen. Sie gehört zur Ostgruppe der oghusischen Sprachen. Aus der türkischen Turkologie ist auch „turkmenisches Türkisch“ (türkisch: Türkmen Türkçesi; Türkmençe) bekannt.

Der language code ist tk (nach ISO 639-1) bzw. tuk (nach ISO 639-2 und ISO 639-3). Für das im Iran gesprochene Turkmenisch lautet er kmz (ISO/DIS 639-3).

Sprecherzahlen und Dialekte


Die turkmenische Sprache ist – in all ihren Varianten – heute die Muttersprache von rund 3,5 Millionen Menschen. Davon sprachen es 1989 über 2,688 Millionen oder 98,5 % aller Turkmenen in der damaligen UdSSR, rund 380.000 in den angrenzenden Gebieten Afghanistans (1983) und rund 751.600 im Iran. Im Jahre 1982 gaben noch 925 Menschen in der Türkei die turkmenische Sprache als Muttersprache an.

Die turkmenische Sprache zerfällt bis heute in zahlreiche Dialekte; zu den wichtigsten zählen:

Nokhurli, Anauli, Khasarli, Nerezim, Yomud, Teke (= Tekke), Göklen, Salyr, Saryq, Esari, Cavdur, Chaghatay und Nayman.

Vom Lautstand, Grundwortschatz und Aufbau her ähnelt das Turkmenische dem alten Oghus-Türkischen noch am meisten – es ist, als hätte es sich seit fast 800 Jahren nicht verändert.

Turkmenische Sprachen des Iran

Turkmenische Sprachen werden heute auch im Iran von über 751.000 ethnischen Turkmenen gesprochen. Da im Iran die religiöse Zugehörigkeit zu den Sunniten das „Turkmenentum“ definiert, geben heute auch rund 2 Millionen Menschen des Landes an, Turkmenen zu sein.

Im Deutschen und Persischen werden die turkmenischen Sprachen überwiegend als Turkomanisch bezeichnet, um den Sprachträger vom Staatsangehörigen des benachbarten Turkmenistan zu unterscheiden.

Alphabete


Im frühen Mittelalter dienten den heutigen Turkmenen das Choresm-Uyghurische, das im 15. Jahrhundert dem Tschagataischen wich. Beide Sprachen wurden mit einem arabischen Alphabet geschrieben. Ab dem 18. Jahrhundert entstanden in arabischer Schrift erste bedeutende literarische Werke in turkmenischer Sprache.

1928 übernahmen die turkmenischen Stämme das Einheitliche türkische Alphabet, das jedoch 1940 durch ein modifiziertes kyrillisches Alphabet ersetzt wurde.

1990 beschlossen die Vertreter der Turkmenen auf einem Kongress in Ankara, entweder bis 2005 das Neue türkische Alphabet der Türkei zu übernehmen oder auf lateinischer Grundlage ein neues zu entwickeln. Turkmenistan führte daraufhin 1993 ein neuartiges lateinisches Alphabet ein, das sich deutlich vom „neuen Türkischen Alphabet“ unterschied. In der Folgezeit wurden noch leichte Veränderungen an einzelnen Buchstaben vorgenommen.

Das heutige turkmenische Alphabet:

a, ä, b, ç, d, e, f, g, h, i, j, k, l, m, n, ň, o, ö, p, r, s, ş, t, u, ü, w, y, ý, z, ž

Das iranische Turkmenisch wird seit dem 8. Jahrhundert ausschließlich im arabisch-persischen Alphabet geschrieben.

Anmerkung


Eine Variante des Turkmenischen ist auch die Muttersprache der Truchmenen Russlands, die in 18 Dörfern des Kaukasus leben: Sie zogen im 17./18. Jahrhundert von Mangyschlak über Astrachan in ihre heutigen Siedlungsgebiete.

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