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tele.ring ist eine österreichische Mobilfunkgesellschaft und betreibt eines der vier GSM-Mobilfunknetze sowie eines der fünf UMTS-Netze des Landes. Das Unternehmen verfügt auch über ein umfangreiches Glasfaser-Netz und Wegerechte. Es wurde 1997 vom größten österreichischen Stromkonzern Verbundgesellschaft, den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und der Stadtwerkeholding Citykom Austria als Festnetz- und Internet-Anbieter gegründet. 1998 beteiligte sich Mannesmann Mobilfunk am Unternehmen. Später übernahmen Mannesmann/Vodafone 100 Prozent von tele.ring, schafften es aber nicht, tele.ring profitabel zu machen. Daher verkauften sie das Unternehmen 2001 für einen symbolischen Betrag von zehn Euro an den US-Konzern Western Wireless International (Tochter von Western Wireless). Die UMTS-Lizenz wurde später für einen weiteren symbolischen Euro übertragen. Nachdem Western Wireless vom US-Mobilfunker Alltel übernommen wurde, wurde Anfang August 2005 der Verkauf von tele.ring an T-Mobile Austria beschlossen. Der Verkauf selbst erfolgte nach erwirken der Genehmigung der Europäischen Kommission am 28. April 2006 für 1,3 Milliarden Euro. Seither ist tele.ring ein Tochterunternehmen von T-Mobile.

Marketingstrategie


tele.ring konnte aufgrund aggressiver Preispolitik (mit 1 Cent pro Minute wurden netzinterne Telefonate mit Vertrags-Handys zum ersten mal günstiger als der Tarif für Festnetz-Ortsgespräche; der mit massiver Fernsehwerbung beworbene Firmen-Slogan Weg mit dem Speck fand sogar in eine Budgetrede von Finanzminister Grasser Einzug und ist inzwischen in den allgemeinen österreichischen Sprachgebrauch eingeflossen) verstärkt Anteile am Mobilfunk-Markt gewinnen und so die Basis für die Überlebensfähigkeit des Unternehmens schaffen – mit einem Anteil der Postpaid-Kunden über 75 % und einem Marktanteil von 11,5 Prozent (Stand April 2005).
Der Preiskampf bleibt allerdings nicht ohne Kritik: Vor allem seitens der Gewerkschaften wurde gefordert, Kostenführerschaft nicht als oberstes Ziel anzustreben, da dadurch viele Arbeitsplätze verloren gegangen wären oder noch verloren gehen würden. Andererseits wird aber auch argumentiert, dass eine Preisanhebung eher zur Gewinnmaximierung der Telekommunikations-Unternehmen als zu einer verantwortungsvolleren Arbeitsmarktpolitik führen würde. Auch war tele.ring der einzige GSM-Netzbetreiber Österreichs, dessen Belegschaft nach 2002 nicht schrumpfte, sondern wuchs.

2003 erzielte tele.ring erstmal nennenswerten Reingewinn, ein geplanter Börsengang musste aufgrund von US-Steuerregeln jedoch abgesagt werden - die Konzernmutter Western Wireless oder deren Aktionäre hätten den Erlös versteuern müssen. Anfang 2005 zahlte tele.ring alle Fremdschulden vorzeitig zurück. Das Unternehmen hat nach dem Marktführer Mobilkom Austria die höchste EBITDA-Marge und die höchste Markenbekanntheit.

Durch neue Mitbewerber (etwa Drei, YESSS! oder BOB) hat tele.ring mittlerweile Konkurrenz im Niedrig-Tarif-Segment bekommen. Mit einer längeren Reaktionszeit haben auch die etablierten Mobilfunk-Anbieter günstigere Angebote für netzinterne Telefonie auf den Markt gebracht.

Verkaufsvertrag im Jahr 2005


Mitte 2005 wurde Western Wireless vom US-Telekomunternehmen Alltel übernommen. Alltel möchte alle internationalen Western-Wireless-Töchter, darunter tele.ring, verkaufen. Die plötzlich neu eingeführte Sendeanlagenabgabe auf Mobilfunk-Antennen in Niederösterreich hat jedoch viele tele.ring-Interessenten abgeschreckt und so zu einem um einen dreistelligen Millionenbetrag niedrigeren Verkaufserlös geführt. Die Rücknahme der Steuer durch den niederösterreichischen Landtag im Dezember 2005 kam zu spät - denn bereits Anfang August hatte sich Alltel mit T-Mobile auf den Verkauf von tele.ring für zirka 1,3 Milliarden Euro (1,6 Milliarden Dollar) geeinigt.

Belegschaft und Arbeitnehmervertreter waren zunächst gegen den Verkauf. Nachdem die tele.ring-Eigentümer aber Sonderzahlungen für die tele.ring-Mitarbeiter zugesagt und T-Mobile eine Beschäftigungsgarantie bis Ende Juni 2006 gegeben hatte, nahm die Belegschaft von einem Streik Abstand.

Am 4. August 2005 befürwortete T-Mobile International auch offiziell den Kauf von tele.ring, am 10. August 2005 wurden die Kaufverträge unterschrieben. Nach der Genehmigung durch die EU-Kartell Behörden und die österreichische Regulierungsbehörde fusionierten T-Mobile Austria und tele.ring am 28. April 2006. Der Markenname "tele.ring" soll weitergeführt werden. T-Mobile lässt sich die Übernahme pro tele.ring-Mobilfunkkunden knapp 1.300 Euro kosten.

Weblinks


Telekommunikationsunternehmen | Mobilfunkanbieter | Unternehmen (Österreich)

 

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