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Technisches Klettern bezeichnet beim Bergsteigen das Klettern an Felsen mit Hilfe von Haken, Seilen, Strickleitern etc, die zur Fortbewegung genutzt werden.

Im Unterschied dazu werden diese Hilfsmittel beim Freiklettern ausschließlich zur Sicherung gegen Absturz eingesetzt. In der einfachsten Form werden die Sicherungshaken als Tritte oder Griffe benutzt. Bei zunehmender Schwierigkeit werden zusätzliche Felshaken geschlagen, an denen der Kletterer hängt oder an denen er sich mit einem Seil ein kleines Stück hochziehen kann.

Gleichzeitig werden dann auch Strickleitern zum Stehen eingesetzt. Dies kann so weit gehen, das ein waagrechtes Dach überwunden werden kann, indem in einen Riss nacheinander eine Serie von Haken geschlagen wird, immer mit den Hakenköpfen nach unten, an denen hängend man sich langsam vorarbeitet. Gänzlich glatte Wandstücke ohne jeden Riss zum Einschlagen eines Hakens können beklettert werden, indem Löcher gebohrt und Haken eingedübelt, zementiert oder geklebt werden. All diese Techniken sind sehr langwierig und erfordern eine umfangreiche Ausrüstung. Lange Routen, ab etwa 800 oder 1000 m Wandhöhe können meist nicht mehr in einem Tag geklettert werden, so dass in der Wand biwakiert werden muss.

Im technischen Klettern gibt es eine Bewertungsskala die von A0 bis A6 (a: 'artificial' engl. für künstlich) aufsteigend die Schwierigkeit einer technischen Kletterei bewertet, abhängig von Kraftaufwand, Schwierigkeit des Hakenschlagens und der Festigkeit des Felses.

Das technische Klettern wurde in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts von Kletterern in den Alpen entwickelt. Die bis dahin noch nicht durchstiegenen Wände konnten mit der damaligen Technik und Ausrüstung (Hanfseile, Nagelschuhe) nicht in freier Kletterei bezwungen werden. Deshalb begann man, zusätzliche Hilfsmittel einzusetzen. In den dreißiger Jahren gelang mit dieser technischen Kletterei die Begehung aller berühmten Nordwände der Alpen, an Matterhorn, Gran Jorasse, Piz Badile, Dru, Großer Zinne und Eigernordwand. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die technische Kletterei weiter getrieben und mit Hilfe von Bohrhaken immer abweisendere Routen geklettert. Da auf diese Weise praktisch alles zu klettern ist, geriet die Entwicklung des technischen Kletterns in eine Sackgasse. So wurde in den siebziger Jahren das Freiklettern als Gegenbewegung wieder populärer. Die Möglichkeiten des freien Kletterns wurden seit dem durch bessere Techniken, Training und Ausrüstung immer mehr erweitert. Heutzutage wird freie Kletterei soweit möglich bevorzugt. Technische Klettern wird nach wie vor beim Bigwall - Klettern und in den langen extremen Routen der Alpen angewandt.

Klettern

 

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