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Eine technische Zeichnung ist ein Dokument, das in grafischer Form alle notwendigen Informationen für die Herstellung eines Einzelteils, einer Baugruppe oder eines kompletten Produkts zeigt. Die Ausführung einer technischen Zeichnung unterliegt der Normung, beispielsweise sind die Zeichnungsformate von DIN A0 bis DIN A4 genormt. Weitere Details sind ebenfalls durch Normen geregelt, so zum Beispiel die Faltung einer Zeichnung zur Ablage in einem Aktenordner nach DIN 821 in der Norm DIN 824.

Inhalt


Die Darstellung erfolgt in einem der Größe oder der Kompliziertheit des Produktes angepassten Maßstab. Um die gesamte Produktgeometrie darstellen zu können, sind oft mehrere Ansichten aus verschiedenen Richtungen, Detailansichten (in größerem Maßstab) und Schnittdarstellungen nötig. Um verschiedene Materialien, Teile oder Schnittflächen zu kennzeichnen, werden Schraffuren verwendet.

Die dargestellte Geometrie wird durch die Bemaßung quantifiziert. Durch allgemein gültige Freimaßtoleranzen und auf bestimmte Maße (Nennmaße) bezogene Toleranzen wird die völlige Austauschbarkeit des dargestellten Produkts gewährleistet. Die Qualität der Oberfläche des gezeichneten Einzelteiles wird durch den Mittenrauwert Ra quantifiziert. Eine Massenproduktion wäre ohne diese Bemaßungsmethoden nicht möglich.

In einem _Schriftfeld werden neben der Benennung des Produkts auch Zeichnungsnummer, Materialangaben, Maßstab, Erstellungs- und Prüfvermerke, Angaben zur Versionsgeschichte und andere notwendige Informationen eingetragen.

Für die Montage, Betriebsanleitungen und die Darstellung von Ersatzteilen werden Explosionszeichnungen verwendet. Dies sind technische Zeichnungen, die die Einzelteile perspektivisch darstellen und aus denen die Reihenfolge einer Montage- und Demontagereihenfolge hervorgeht. Der Name hat sich aus der Tatsache gebildet, dass die dargestellten Einzelteile auf der Zeichnung wie nach einer Explosion auseinander zu fliegen scheinen. Bei manchen Explosionszeichnungen ist die Perspektive so gewählt, dass die drei Koordinatenachsen in der Darstellung jeweils im Winkel von 120° versetzt sind. Dadurch hat jede Entfernung in einer dieser Richtungen denselben Maßstab und kann genau gemessen werden, für Entfernungen, die nicht parallel zu einer der Koordinatenachsen sind, kann man mehrere einzelne Entfernungen messen und mit dem Satz des Pythagoras zu einem genauen Ergebnis kommen.

Anfertigung und Vervielfältigung


Angefertigt werden technische Zeichnungen durch Konstrukteure, Technische Zeichner und Personen in artverwandten Berufen. Bis in das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurde mit Bleistift und Tusche auf Transparentpapier gezeichnet. Dieses wurde dazu mit Hilfe von Reißzwecken oder Kreppklebeband auf ein Reißbrett (Zeichenbrett) gespannt. Als Hilfsmittel zum exakten Zeichnen dienten zunächst Zeichendreiecke (Geometriedreiecke) und Lineale, später fast ausschließlich Zeichenmaschinen, für geometrische Konstruktionen und Kreisdarstellung wurden Zirkel verwendet. Danach erfolgte ein sehr schneller Wechsel auf die nun zur Verfügung stehende Computer-Technik, geeignete CAD-Programme und Plotter. Technische Zeichnungen konnten nun auch von 3D-Modellen abgeleitet werden.

Wurden Zeichnungen bis zu diesem Zeitpunkt durch Pausen (siehe auch Blaupause) vervielfältigt und das Original der technischen Zeichnung sorgfältig verwahrt, wird nun die nötige Anzahl von Kopien einer Zeichnung direkt geplottet oder mit einem Kopiergerät vervielfältigt. Es ist aber inzwischen auch möglich, auf die Weitergabe einer Technischen Zeichnung in Papierform zu verzichten, da zunehmend auch die Fertigungsbereiche mit Computern und Bildschirmen ausgerüstet werden.

Perspektiven


Der Einsatz von 3D-CAD-Software beginnt in Einzelfällen die Technische Zeichnung zu verdrängen. Toleranzangaben werden direkt am 3D-Modell angegeben. Die Fertigungsvorbereitung und Qualitätskontrolle bekommen speziell auf die jeweiligen Forderungen angepasste Bilder mit ISO-Ansichten. Es wird aber ganz sicher noch einige Jahre dauern bis die Technische Zeichnung vollständig ersetzt ist. Für die Versionsverwaltung und die Bereitstellung von technischen Zeichnungen in digitaler Form werden zunehmend Dokumentenmanagement- und elektronische Archivsysteme eingesetzt.

Literatur


  • Hans Hoischen, Wilfried Hesser: Technisches Zeichnen. 30. Auflage. Cornelsen Verlag, Berlin 2005, ISBN 3589241101.

Siehe auch


Weblinks


Technisches Zeichnen | Dokument

Engineering drawing | Dibujo técnico | Dessin technique | 製図 | Desenho técnico

 

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