Die subtraktive Synthese ist eine Methode der synthetischen Klangerzeugung und wird z.B. in Synthesizern eingesetzt.
Bei der subtraktiven Synthese erzeugt ein Oszillator (z.B. VCO) ein klangliches Rohmaterial, welches dann durch klangverändernde Module (Filter, Hüllkurven-Generatoren, Verstärker-Module usw.) nachbearbeitet wird. Der gewünschte Klang wird erzielt, indem aus dem meist obertonreichen Spektrum des Oszillators die unerwünschten Frequenzanteile herausgefiltert oder abgesenkt werden (=Subtraktion).
Als Rohmaterial stellen die meisten Oszillatoren die folgenden Wellenformen zur Verfügung:
Das vom Oszillator erzeugte Frequenzspektrum kann durch weitere Parameter beeinflusst werden. Verbreitet sind hierbei die Pulsweitenmodulation von Rechteckwellenformen, die Ringmodulation mehrerer Oszillatoren, die Frequenzmodulation zweier Oszillatoren und die Synchronisation zweier Oszillatoren, meist kurz mit Sync bezeichnet.
Beim Filter kommt als vielseitigst verwendbare Variante dem Tiefpassfilter (Sawtooth-Lowpassfilter.ogg) eine besondere Bedeutung zu. Viele Synthesizer besitzen ausschließlich einen Tiefpassfilter. Weitere Formen sind Hochpassfilter (Sawtooth-Highpassfilter.ogg), Bandpassfilter (eine Kombination aus Hochpass und Tiefpass, Sawtooth-Bandpassfilter.ogg), Kerbfilter (Sawtooth-Bandstopfilter.ogg) und Kammfilter.
Der wichtigste Filterparameter ist die Eckfrequenz (engl. Cutoff). Dies ist die Frequenz, ab der das Filter die Obertöne filtert. Dabei werden die Frequenzen ab der Eckfrequenz nicht sofort abgeschnitten, sondern die Amplituden benachbarten Frequenzen immer weiter abgesenkt, bis mit zunehmenden Abstand von der Eckfrequenz die Obertöne immer leiser werden und schließlich nicht mehr hörbar sind. Wie schnell die Obertöne leiser werden, hängt von der sog. Flankensteilheit des Filters ab, die in Dezibel pro Oktave (dB/Oktave) angegeben wird. Eine hohe Flankensteilheit führt zu brachialeren Klangverläufen, eine geringe zu weicheren Klangverläufen. Die meisten Synthesizer besitzen Tiefpassfilter mit einer Flankensteilheit zwischen 12 und 24 dB/Oktave.
Die Eckfrequenz des Filters und damit die Klangformung lässt sich bei den meisten Synthesizern sowohl manuell über Bedienelemente als auch automatisiert über Modulatoren wie Filterhüllkurve oder LFOs steuern. Filter verfügen zudem meist über eine sogenannte Resonanz (engl. Emphasis oder Contour), die ebenfalls manuell oder automatisiert regelbar ist. Die Resonanz hebt Amplituden der Frequenzen im Bereich der Eckfrequenz an, wodurch der Klang dünner und näselnder wird (Sawtooth-Lowpassfilter-Resonance.ogg).
Am besten hörbar wird die subtraktive Klangformung bei flächigen Klängen, bei denen während gehaltener Töne die Filtereckfrequenz durch das Klangspektrum wandert (FilterSweep.ogg).
Die menschliche Stimme produziert ihre Klänge auch mittels einer Art subtraktiver Synthese. Der Kehlkopf produziert dabei einen obertonreichen Klang, der dann über den Mund gefiltert wird. Eine niedrigere Eckfrequenz hat man beim "U". Hier werden fast alle Obertöne abgeschnitten, so dass fast nur noch der reine Sinus-Grundton übrigbleibt. Ein obertonreicher Klang, der nur gering gefiltert ist, ist das "A".
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"Subtraktive Synthese".
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