Das Skelett (medizinisch-fachsprachlich (Anthropotomie) auch Skelet; gr.: skeletos ausgetrockneter Körper, Mumie) ist in der Biologie ein Körperbestandteil, der die Stützstruktur des Organismus bildet. Prinzipiell gibt es zwei unterschiedliche Skelettarten: Das Exoskelett, das eine stabile, äußere Hülle eines Organismus bildet, und das Endoskelett, das eine Stützstruktur im Inneren des Körpers ist.
Im übertragenen Sinn versteht man in der Technik unter einem Skelett auch eine tragende Struktur beispielsweise eines Gebäudes.
Cytoskelett
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Das
Cytoskelett (
gr. kytos – Zelle) dient zur Stabilisierung und Formwahrung der
Zellen. Weiterhin können sich Zellen mit dessen Hilfe bewegen und Stoffe in ihrem Inneren transportieren. Außerdem übernehmen Teile des Cytoskeletts auch Aufgaben in der Signalübertragung zwischen Zellen. Es besteht aus dünnen
Proteinen, die die Zelle je nach Bedarf auf- und wieder abbauen können. Diese werden als
Filamente bezeichnet und verlaufen wie Fasern in alle Richtungen durch die Zelle. Bei
Eukaryoten werden drei verschiedene Typen von Filamenten unterschieden:
Actinfilamente,
Mikrotubuli und
Intermediärfilamente. Die Filamente der
Prokaryoten sind zwar homolog zu denen der Eukaryoten, besitzen jedoch einen anderen Aufbau.
Hydroskelett
Die einfachste Skelettform, die vor allem bei verschiedenen Wirbellosen Tieren auftaucht, die als
Würmer bezeichnet werden, ist das
Hydroskelett, bei dem der äußere Hautmuskel wie ein Schlauch das Wasser im Inneren des Körpers zusammendrückt. Da Wasser kaum
komprimierbar ist (d.h. sich nicht zusammendrücken lässt), wird der Körper relativ stabil.
Exoskelett
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Andere Tiere, vor allem die
Gliederfüßer (Arthropoda), und hier besonders
Insekten,
Kieferklauenträger und
Krebstiere, haben
Exoskelette entwickelt. Da diese nur begrenzt mitwachsen können, finden in der
Individualentwicklung zumeist
Häutungen statt, bei denen die während des
Wachstums zu klein gewordenen Hülle abgestreift wird.
Exoskelette können aus verschiedenen Materialien bestehen. Beispiele hierfür sind Knochen und Knorpel (Schildkröten und Panzerfische), Chitin (Gliederfüßer), Kalziumverbindungen (Korallen, Mollusken und einige Vielborster) oder Silikat (Kieselalgen und Strahlentierchen).
Das Exoskelett von Insekten dient nicht nur als Schutz, sondern auch als Oberfläche zum Muskelansatz, als wasserdichter Schutz vor Austrocknung und als Sinnesorgan zur Interaktion mit ihrer Umwelt. Es besteht aus mehreren Schichten mit vier funktional unterschiedlichen Regionen: Epicuticula, Procuticula, Epidermis und Basallamina[NC State University]. Obwohl das Exoskelett der Gliederfüßer zum Großteil aus Chitin besteht, trifft dies nicht hundertprozentig zu.
Endoskelett
Vom
Endoskelett spricht man, wenn die Stützstruktur der Tiere sich innerhalb des Körpers befindet. Diese Strukturen findet man etwa bei
Chordatieren,
Stachelhäutern und
Schwämmen. Ein Endoskelett gibt dem Körper Halt und Stabilität und ermöglicht ihm die freie Bewegung. Echtes Endoskelett entstammt dem
Mesoderm, diese Art von Skelett findet sich in den Chordatieren und den Stachelhäuter.
Schwämme
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Das Skelett der Schwämme besteht aus mikroskopisch kleinen
kalk- oder
siliziumdioxidhaltigen
Spiculae. Weiterer Bestandteil bei den
Hornkieselschwämmen (Demospongiae) ist
Spongin. Die Spiculae werden von
Sklerocyten, einer Zellart im
Mesogloea (bindegewebsartige Mittelschicht) gebildet. Je nachdem, ob die Spiculae aus Kalk oder Siliziumdioxid gebildet werden, spricht man von
Kalk- oder
Kieselschwämmen.
Stachelhäuter
Das Skelett der
Stachelhäuter, zu denen auch die
Seesterne gehören, besteht aus
Calcit und einem geringen
Magnesiumoxidanteil.
Es liegt unterhalb der Außenhaut (
Epidermis) im
Mesoderm und wird innerhalb von Zellverbänden von Skelettbildungszellen (Sclerocyten) gebildet. Dieses von den Sklerocyten geformte Gebilde (
Stereom) ist porös und deshalb fest und zugleich leicht. Es verwächst zu Platten (
Ossikel), das in alle Richtungen wachsen kann und somit auch den Verlust eines Körperteils ersetzen kann. Gelenke, die einzelne Skelettteile verbinden, können durch die Muskulatur bewegt werden.
Chordatiere
Das Skelett der
Wirbeltiere und der
Schädellosen besteht aus festen Elementen, die über
Skelettmuskeln gegeneinander bewegt werden können. Bei
Menschen und generell bei den meisten Wirbeltiergruppen werden diese Elemente als
Knochen bezeichnet. Weiterer wichtiger Baustein von Endoskeletten sind die
Knorpel. Bei Säugetieren findet man sie überwiegend in den
Gelenkbereichen. Bei anderen Tieren, wie den
Knorpelfischen, zu denen die
Haie zählen, ist das Skelett gänzlich aus Knorpeln aufgebaut.
Während Knochen aus Osteozyten (spezifische Zellen des Knochens) besteht, die um sich herum eine Matrix aus Collagen aufbauen, in die inorganische Elemente wie Hydroxyapatitkristalle (Ca5(PO4)3OH) eingelagert werden, besteht Knorpel aus Chondrozyten (spezifische Zellen der Knorpel), die um sich herum eine wasserreiche Matrix aus Proteoglycan und Glycoproteinen aufbauen. Anhand der Interzellulärmatrix wird zwischen hyalinem, elastischem und Faserknorpel unterschieden.
Knochen bilden neben ihrer Stützfunktion des Körpers und Schutzfunktion für die inneren Organe die mechanische Grundlage, die erst eine Bewegung ermöglicht. Außerdem dienen sie, auf zellulärer Ebene, als Kalzium- und Phosphatspeicher.
Wirbeltiere
Dem Skelett der Wirbeltiere sind viele Gemeinsamkeiten ansehbar, trotzdem unterscheidet es sich, je nach Lebensraum und Anforderungen, teilweise erheblich. Mit diesen Gemeinsamkeiten und Unterschieden beschäftigt sich die
Vergleichende Anatomie.
- Fische
- Das Skelett der Fische besteht entweder aus Knorpel (Knorpelfische) oder Knochen (Knochenfische). Die Hauptmerkmale der Fische, die Flossen, sind mit knochigen Flossenstrahlen (Radien) verstärkt. Dabei sind die paarigen Brust- und Bauchflossen mit dem Schulter- bzw. Beckengürtel verbunden, die Unpaarigen hingegen sind durch Flossenträger (Radiale) mit der Wirbelsäule verwachsen. Die Gräten bestehen aus verknöchertem Bindegewebe in den Muskelscheiden der Knochenfische.
- Vögel
- Um das Gewicht möglichst gering zu halten, sind einige der Vogelknochen luftgefüllt.
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- Meeressäuger
- Um eine Fortbewegung im Wasser zu erleichtern bzw. erst zu ermöglichen haben sich bei den Meeressäugern die Vorderextremitäten zu paddelartigen Flossen umentwickelt. Die Hinterbeine gingen entweder gänzlich verloren, wie zum Beispiel bei den Walen und Seekühen oder vereinigten sich zu einer einheitlichen Schwanzflosse (Robben).
- Mensch
Skelett des Menschen MK1888.png
- Das menschliche Skelett besteht aus ca. 206 Knochen (genaue Zahlen schwanken zwischen Individuen) und wird in einen axialen und einen Extremitätenteil unterschieden. Das axiale Skelett besteht aus Schädel, Hals, und Rumpf. Zum Extremitätenskelett werden die Knochen der Arme und Beine sowie Schulter- und Beckengürtel gezählt.
- Das menschliche Skelett braucht mehrere Jahre, bis es vollständig entwickelt ist. Obwohl der Oberarmknochen (Humerus) bereits im Mutterleib (8. Woche) verknöchert (ossifiziert), ist das Skelett erst um das 20. Lebensjahr herum vollständig entwickelt.
Weblinks
Quellen
Literatur
- Milton Hildebrand, George E. Goslow: Vergleichende und funktionelle Anatomie der Wirbeltiere. Springer, Berlin 2003. ISBN 3540007571
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