Mit Regen bezeichnet man einen flüssigen Niederschlag mit einer Tropfengröße von meist 0,6–3 mm. Unterhalb von 0,5 mm spricht man von Sprühregen (auch Nieselregen). Regen ist außerhalb der Polargebiete die mengenmäßig bedeutendste Form des Niederschlages. Die Regenmenge wird in "mm Niederschlagshöhe" in einem genormten Auffangbehälter gemessen. 1 mm Niederschlag entspricht 1 Liter pro Quadratmeter, siehe dazu Regenhöhe.
22 Regen ubt.jpeg | Regentropfen auf einer Fensterscheibe.jpg
Entstehung und Formen
Regen entsteht aus
Eiskristallen in der oberen
Troposphäre, die als
Kondensationskeime für die Ansammlung von weiteren Wassermengen dienen. Wenn sie dann aufgrund der
Schwerkraft zur Erdoberfläche fallen, schmelzen sie aufgrund der Luftreibung und erhalten eine Tropfenform. Die Tropfengröße variiert. Der größte bisher fotografierte Tropfen hatte einen Durchmesser von 9 mm; dies ist aber sehr selten, da ein Tropfen in der Regel bereits ab 6 mm in kleinere Tropfen zerplatzt.
Unter bestimmten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen können Regentropfen auch verdampfen, bevor sie die Erdoberfläche erreichen (Geisterregen), bei tiefen Temperaturen in niedrigen Luftschichten hingegen auch gefrieren und als Eiskörner am Boden auftreffen (Eisregen, Hagel).
Ein Großteil des in der Erdatmosphäre enthaltenen Wasserdampfes verdunstet aus den Ozeanen.
Daher sind Küstenlandstriche, an denen die vorherrschende Windrichtung landeinwärts und das Meer relativ warm ist, sehr niederschlagsreich.
Steigungsregen
Steigungsregen.jpg
Steigungsregen, auch
Stauregen genannt, ist eine Art der Regenentstehung. Wenn der
Wind warme, feuchte
Luft vom
Meer oder Flachland an
Gebirgszügen oder anderen
orografischen Erhebungen aufsteigen lässt, wird die Luft mit zunehmender
Höhe immer weiter abgekühlt. Dabei sinkt jedoch auch ihre
Wasserdampfkapazität und die Lufttemperatur nähert sich immer weiter dem
Taupunkt an. Zunächst kühlt sich die Luft nach dem Prinzip der
trockenadiabatischen Abkühlung um einen
Grad Celsius pro 100
Höhenmeter ab. Sobald eine relative
Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent erreicht ist, kühlt sich die Luft nach dem Prinzip der
feuchtadiabatischen Abkühlung nur noch um ungefähr 0,6 °C pro 100 Meter ab. Bei diesem Prozess
kondensiert das gasförmige zu flüssigem
Wasser, was
latente Wärme freisetzt und zur
Wolkenbildung führt. Je nach Stärke der Aufgleitbewegung und Luftfeuchtigkeit kommt es in der Folge zu oft heftigen
Niederschlägen. Diese konzentrieren sich an den jeweiligen orografischen Hindernissen und erreichen daher oft hohe
Niederschlagsintensitäten, was zu
Überschwemmungen und
Hangrutschen führen kann (in Mitteleuropa besonders bei
Vb-Wetterlagen). Gebirge haben auf Grund dieser Vorgänge meist eine
Regen- bzw.
Wetter- und eine
Regenschattenseite. Die Regenseite wird auch als
Luv-Seite und die Regenschattenseite als
Lee-Seite bezeichnet. Auf der Lee-Seite erwärmt sich die Luft nach der Abregnung trockenadiabatisch um ein Grad Celsius pro 100 Meter, was den meist regenarmen
Föhn hervorruft.
Konvektionsregen
Konvektionsregen.jpg
Der
Konvektionsregen ist eine Art der Regenentstehung, die vor allem in den
tropischen Gebieten am
Äquator anzutreffen ist. Da es dort die ganze Zeit schwül warm ist, verdampft
Oberflächenwasser in großen Mengen,
kondensiert in der Höhe und es bilden sich
Cumulus-Wolken, die häufig zu Gewittern führen. In diesen Gebieten kommt es deswegen am Nachmittag sehr häufig zu Niederschlägen.
Frontregen
Frontregen.jpg
Frontregen, auch
Platzregen genannt, ist eine Regenart, welche nach ihrer Entstehung an einer
Front benannt ist.
Frontregen tritt dann auf, wenn warme, feuchte Luftmassen aus tropischen Gebieten auf kalte polare Luftmassen treffen. Dabei schiebt sich nun die Warmluft über die Kaltluft. Weiter oben und zwischen den Fronten kühlt sich die warme Luft ab. Es bilden sich Wolken und es beginnt zu regnen. Diese Art von Regen ist in Europa häufig anzutreffen. Er ist zeitlich nur von kurzer Dauer und auch örtlich sehr begrenzt. Es kann durchaus gelingen, einem solchen Regen alleine durch einen geringfügigen Ortswechsel auszuweichen.
Fallgeschwindigkeit
Der kondensierende
Wasserdampf bildet zunächst Feinsttröpfchen, die mit zunehmender Größe immer schwerer werden. Wenn die
Gewichtskraft der
Tropfen größer als deren
Auftriebskraft geworden ist beginnt es zu Regnen und die Regentropfen fallen mit zunehmender
Geschwindigkeit zur Erde. Der
Luftwiderstand der Tropfen nimmt mit dem Quadrat der Fallgeschwindigkeit so lange zu bis Gewichtskraft und Widerstandskraft gleich groß geworden; dann fällt der Regentropfen mit konstanter Fallgeschwindigkeit weiter. Dieses
Kräftegleichgewicht bei konstanter Fallgeschwindigkeit ist Ansatzpunkt für die folgende annähernde Berechnung:
Diese Beziehung kann nach der Fallgeschwindigkeit aufgelöst werden:
= 6,73 m/s = 24,23 km/h
Dabei haben die einzelnen Variablen folgende Bedeutung:
Wirkung
Regen wäscht die Luft aus. Neben dem Staub löst er auch
Sauerstoff,
Stickstoff,
Kohlensäure,
Schwefelsäure und
Salpetersäure. Dadurch fördert er die
Verwitterung von Gesteinen und wirkt als
Dünger. Diese Beimengungen können so hoch konzentriert sein, dass er sich färbt (
gelber Schwefelregen,
roter Blutregen). Nach dem Regen ist auch die
Pollenkonzentration der Luft reduziert.
Starker Regen führt zu Regenerosion des Bodens, aber auch an Maschinen (z. B. Flugzeugflügel), langanhaltender Regen kann zu Vernässung führen.
Siehe auch
Weblinks
Herleitung der Fallgeschwindigkeit eines Regentropfens
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