Die Evangelisch-Reformierte Kirche ist im Rahmen der reformatorischen Konfessionsfamilie theologisch von den evangelisch-lutherischen Kirchen und den evangelisch-unierten Kirchen zu trennen. Diese drei Konfessionstypen in landeskirchlicher Organisation sind konstituierende Mitglieder der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Reformierte sind eine evangelische christliche Konfession, die auf das Wirken von Huldrych Zwingli in Zürich und Johannes Calvin in Genf im Zuge der Reformation zurück geht.
Reformierte Kirchen und Gemeinden sind heute außer in der Schweiz (siehe Schweizer Reformierte Kirchen) vor allem in den Niederlanden und in Schottland verbreitet, in Deutschland auf dem Hunsrück, in Lippe (siehe Lippische Landeskirche), am Niederrhein, im Bergischen Land wie z.B. in Wuppertal, im Siegerland, in Nordwestdeutschland (vor allem Grafschaft Bentheim und Ostfriesland) und Bremen , im Ravensberger Land, an der Plesse, und in Bayern (siehe Evangelisch-reformierte Kirche - Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland). Ihr äußeres Charakteristikum ist in vielen Fällen die Sparsamkeit der Kirchenausstattung, liturgisch fällt die Vorrangstellung des Wortes auf; so kannte der Gottesdienst in Zürich zur Zeit Zwinglis keine Gesänge, Calvin führte den Psalmengesang ein, was zum weit verbreiteten „Genfer Psalter“, einer Sammlung von Nachdichtungen der biblischen Psalmen, führte.
In Sachsen wurde 1601 der ehemalige Kanzler Nikolaus Krell als des Kryptokalvinismus Beschuldigter auf Betreiben der sächsischen Kurfürstin-Witwe Sophie von Brandenburg hingerichtet. Sein Ziel war eine europäische Union aller Protestanten und die Beendigung des Bruderkrieges zwischen den beiden Kirchen der Reformation, der „lutherischen“ und der „reformierten“ Kirche.
Seit dem 19. Jahrhundert gibt es in Deutschland (Preußen) – dessen Herrscherhaus, die Hohenzollern, reformierten und dessen Bevölkerungsmehrheit lutherischen Glaubens war – und anderen Teilen der Welt zahlreiche Kirchenunionen unter Beteiligung reformierter Kirchen und Gemeinden. In der Leuenberger Konkordie von 1973 wird erklärt, dass und inwiefern der innerprotestantische Dissens in der Abendmahlslehre nicht mehr kirchentrennend sei.
Zu den reformierten Kirchen gehören auch Presbyterianer und Kongregationalisten.
Besonders bedeutende reformierte Theologen des 16. Jahrhunderts waren:
Zürcher Richtung:
Genfer Richtung:
Schottland:
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