Eine rationale Zahl ist eine Zahl, die als Verhältnis (lateinisch Ratio) zweier ganzer Zahlen ausgedrückt werden kann (für gewöhnlich schreibt man , lies a geteilt durch b), wobei der Nenner (hier ) ungleich Null ist. Jede Zahl, die sich als Bruch zweier ganzer Zahlen darstellen lässt, ist also eine rationale Zahl.
Eine reelle Zahl x heißt dann rational, wenn man sie als Quotient (oder Bruch) zweier ganzer Zahlen mit darstellen kann. Andernfalls heißt x irrational. Die Menge aller rationalen Zahlen wird mit bezeichnet (die Bezeichnung ist auch noch gebräuchlich).
Daneben gibt es auch eine konstruktive Definition der rationalen Zahlen unter ausschließlicher Verwendung der ganzen Zahlen (siehe weiter unten).
Beispiele sind:
| 1/3 | = 0,333333... | = 01 01 ...2 |
| 9/7 | = 1,285714 285714... | = 010 010...2 |
| 1/2 | = 0,50000... | = *2 |
| 1 = 1/1 | = 1,0000... = 0,9999... | = *2 |
Auch die b-adischen Bruchentwicklungen zu anderen ganzzahligen Zahlenbasen sind für alle rationalen Zahlen periodisch und für alle irrationalen Zahlen nichtperiodisch.
Es gibt auch Zerlegungen als so genannte ägyptische Brüche (Stammbrüche), z. B.
Das Zahlentripel , , ist ein Beispiel eines pythagoreischen Bruchs (siehe auch pythagoreisches Tripel), denn
Mathematisch gesehen lassen sich die rationalen Zahlen als Zahlbereichserweiterung der ganzen Zahlen konstruieren, indem man Brüche als Äquivalenzklassen geordneter Paare ganzer Zahlen definiert, wobei wieder ungleich Null ist - oft wird zusätzlich auch einfach als (nichtnegative) natürliche Zahl vorausgesetzt. Dann definiert man Addition und Multiplikation mit diesen Paaren mit Hilfe folgender Regeln:
Einhergehend mit unserer Erwartung, dass sein soll, führen wir eine Äquivalenzrelation auf diesen Paaren mit der folgenden Regel ein:
Mit den obigen Rechenregeln bildet die Menge der Äquivalenzklassen modulo ~ einen Körper , dessen Elemente rationale Zahlen genannt werden. Die Äquivalenzklasse von schreibt man als .
Man kann zeigen, dass der kleinste Körper ist, der die natürlichen Zahlen enthält. ist der Quotientenkörper der ganzen Zahlen .
Die rationalen Zahlen liegen dicht auf der Zahlengerade, das heißt: Jede reelle Zahl (anschaulich: jeder Punkt auf der Zahlengerade) kann beliebig genau durch rationale Zahlen angenähert werden.
Zwischen zwei rationalen Zahlen a und b liegt stets eine weitere rationale Zahl c (und somit beliebig viele). Man nehme einfach das arithmetische Mittel dieser beiden Zahlen:
Was zunächst überraschend klingt, ist die Tatsache, dass die Menge der rationalen Zahlen gleichmächtig zur Menge der natürlichen Zahlen ist. Mit anderen Worten gibt es eine bijektive Abbildung zwischen und , die jeder rationalen Zahl q eine natürliche Zahl n zuweist und umgekehrt (eine mögliche solche bijektive Abbildung wird bei Cantor-Diagonalisierung näher beschrieben). Die Eigenschaft, gleichmächtig zu einer Teilmenge von sich selbst sein zu können, ist charakteristisch für unendliche Mengen.
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