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Die Römische Mythologie beschäftigt sich mit den Vorstellungen der antiken römischen Mythographen über die Welt der Götter und Heroen. Die ursprüngliche römische Bauernreligion wurde vornehmlich von Personifikationen der Natur und von Naturereignissen beherrscht (z. B. Tellus = Erde, Ops = Ernte, Ceres = Feldfrüchte usw.). Erst ab dem 5. Jhd. v. Chr. begannen die Römer unter dem vermittelnden Einfluss der Etrusker die Götterwelt der Griechen zu importieren. So entsprechen etliche Gestalten des römischen Götterhimmels denen der griechische Mythologie, doch ist die römische Mythologie nicht so stark wie die griechische mit Göttern und Heroen bevölkert. Die Gleichsetzung fremder Götter mit eigenen, die sog. Interpretatio Romana wurde zum besonderen Charakteristikum des römischen Umgangs mit fremden Kulten und Religionen.

Götterhimmel


zum römischen Götterhimmel gehören unter anderem:

  • Aeolus - Gott der Winde
  • Apollo - Gott des Lichtes, des Frühlings, der Musik, des Gesanges und der Dichtkunst
  • Aurora - Göttin der Morgenröte
  • Bacchus - Gott des Weines und der triebhaften Naturkraft
  • Ceres - Göttin des Wachstums, des Ackerbaus
  • Diana - Göttin der Jagd
  • Faunus - Gott der Wälder und Weiden
  • Fortuna - Göttin des Glücks und des Zufalls
  • Herkules - Gott der Athletik (Sport) und der Reise
  • Iuno - Göttermutter (Frau Jupiters) und Göttin der Ehe und Familie
  • Iupiter - Blitz- und Donnergott, Gott des Humors und Göttervater (oberster Gott)
  • Iuventas - Göttin der ewigen Jugend
  • Luna - Göttin des Mondes
  • Magna Mater - Göttermutter
  • Mars - Gott des Krieges
  • Merkur, Mercurius - Götterbote, Schutzgott der Reisenden, Kaufleute
  • Minerva - Göttin der Weisheit, Göttin des Handwerks
  • Neptun - Gott des Meeres und des Wassers
  • Pluto - Gott der aus der Erde kommenden Reichtümer und des Totenreichs, der Unterwelt
  • Saturn - Gott des Ackerbaus (Vater Jupiters)
  • Venus - Göttin der Liebe und Schönheit
  • Vesta - Göttin des Herdes
  • Victoria - Göttin des Sieges
  • Vulcanus - Gott des Feuers und der Schmiedekunst

Besonders verehrt wurden die zwölf Dei Consentes: Jupiter, Juno, Minerva, Vesta, Ceres, Diana, Venus, Mars, Merkur, Neptun, Vulkan und Apoll. Zu ihren Ehren gab es auf dem Forum Romanum einen gemeinsamen Tempel, den Porticus Deorum Consentium.

In der römischen Mythologie gibt es neben den Hauptgöttern auch noch die sogenannten Laren, Parzen und Penaten. Sie sind die Schutzgötter bestimmter Orte, Gebäude und Familien.

Die römischen Götter trugen, wie auch die griechischen, sehr menschliche Züge. Sie bekriegten sich gegenseitig, Jupiter hatte unzählige Affären.

Kult


Siehe Hauptartikel Römische Religion.

Der Kult sah die Opferung von Tieren, Pflanzen und anderen Dingen vor. Hierbei musste der Ritus genau beachtet werden, da jeder Fehler den Zorn der Gottheit hervorrufen würde und nach einem Sühneopfer erneut vollzogen werden musste. Bereits ein Versprecher im Text reichte aus, um Gefahren heraufzubeschwören. Eine wichtige Rolle spielten auch Vorzeichen und Weissagungen. Diese waren teils mit den Opfern verknüpft; so wurde z.B. aus den Organen der geopferten Tiere herausgelesen, ob die Götter ein Vorhaben begünstigten. Auch die Beobachtung des Vogelflugs diente diesem Zweck. An der Spitze der Priester stand der Rex sacrorum, die Pontifices, in welchen die Flamines zusammengefasst waren und die Vestalinnen. Neben den genannten gab es noch zahlreiche Kollegien (Auguren, Haruspices, Quindecimviri, Septemviri) und Kultvereine (Arvalbrüder, Fetialen, Luperci, Salier (Religion), Titier, Augustales Claudiales, Augustales Flaviales, Augustales Hadriani, Augustales Antoniani).

Hauskult


Auch der Wohnsitz und das Haus der römischen Familie waren Orte, an denen Riten vollzogen wurden, siehe hierzu Genius loci.

Siehe auch


Literatur


  • Herder Lexikon Griechische und römische Mythologie – Götter, Helden, Ereignisse, Schauplätze. Herder, Freiburg, 1999, ISBN 3-451-04343-2
  • Karl Philipp Moritz, Götterlehre oder mythologische Dichtungen der Alten. 1989, Leipzig, Insel-Verlag.

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