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Die Anfänge der preußischen Armee als stehendem Heer liegen in der Regierungszeit des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1644 bis 1688). Nach dem Dreißigjährigen Krieg baute er das Militär aus, um die Stellung des Kurfürstentums zu sichern. Mit dem Frieden von Oliva im Jahre 1660 erreichte er dieses Ziel.

Besondere Bedeutung erlangte die Armee ab der Regierungszeit des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. (1713 bis 1740). Die Armee genoss Priorität im nunmehrigen Königreich Preußen in einer Weise, dass der Staat ohne die Armee undenkbar wurde. Am Ende seiner Regentschaft umfasste sie etwa 40.000 Soldaten.

Das Offizierskorps bestand im Wesentlichen aus Angehörigen des Adels. Lediglich zu Kriegszeiten wurde von dieser Auswahl abgewichen, wenn anders die Verluste nicht auszugleichen waren.

Diese Notwendigkeit ergab sich während der Regierungszeit seines Sohnes, Friedrich II., (1740 bis 1786) mehrmals durch die wiederholten Kriege. Am Ende von dessen Amtszeit betrug die Mannschaftsstärke der preußischen Armee etwa 83.000 Soldaten.

Einen großen Umbruch brachte das Jahr 1806. Das Heer, das bis dahin aus Berufssoldaten bestand, wurde in der Schlacht bei Jena und Auerstedt von der französischen Armee geschlagen. In Folge dieser Niederlagen durfte Preußen nur eine geringe Zahl von Soldaten ständig unter Waffen halten.

Da diese geringe Zahl nicht ausgereicht hätte, bei Gelegenheit die französische Fremdherrschaft zu beenden, führte der Staat das sogenannte Krümpersystem ein. Dies umfasste erstmals die Wehrpflicht für alle männlichen Einwohner. Sie war relativ kurz gefasst und ermöglichte so, in kurzer Zeit mehr wehrfähige Männer zu Soldaten auszubilden und anschließend in die Reserve zu entlassen, als es früher möglich gewesen wäre. Die damit gewonnene Aufwuchsfähigkeit versetzte Preußen wenige Jahre später in die Lage, an den Befreiungskriegen erfolgreich teilnehmen zu können.

Ab dem Jahr 1871, dem Gründungsjahr des zweiten Kaiserreiches, wurde die preußische Armee zum Hauptbestandteil des deutschen Militärs.

Ein wichtiges Nachschlagewerk für und über die preußische Armee war - und ist noch heute z.B. für Historiker oder Genealogen - die regelmäßig vom Kriegsministerium zu Berlin herausgegebene Rangliste.

Weblinks


Militär (Preußen)

 

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