article

Photopisches Sehen oder "Tagsehen" bezeichnet das Sehen des Menschen bei ausreichender Helligkeit, wobei Farben wahrgenommen werden. Im Gegensatz dazu steht das skotopische Sehen bei geringer Helligkeit ("Nachtsehen", keine Farbwahrnehmung). Fotorezeptoren im menschlichen Auge für das photopische Sehen sind die Zapfen der Netzhaut, hingegen sind die wesentlich lichtempfindlicheren Stäbchen für das skotopische Sehen zuständig.

Im Übergangsbereich, dem sogenannten mesopischen Bereich ("Dämmerungssehen") tragen sowohl Zapfen als auch Stäbchen zur Bildwahrnehmung bei. Da die Stäbchen blauempfindlicher als die Zapfen sind und daher einen anderen Eindruck der Helligkeit verschiedener Farben als die Zapfen vermitteln (siehe V(lambda)-Kurve und Purkinje-Effekt), kommt es dabei zu einer geänderten Farbwahrnehmung, die vor allem in der Dämmerung merkbar ist, sobald die Dunkeladaption einsetzt. Vor allem manche Blautöne erscheinen wesentlich leuchtender. Daher wird oft in künstlerischen Darstellungen oder auch bei der Beleuchtung für Film- und Fernsehaufnahmen, die Nachtstimmung hervorrufen sollen, ein hoher Anteil blauer Farbschattierungen verwendet. Aus dem selben Grund erscheint Mondlicht "kälter" (bläulicher) als Sonnenlicht, obwohl es eigentlich geringfügig rötlicher ist.

Die Sehschärfe ist beim photopischen Sehen am größten, vor allem im Bereich der Fovea centralis nahe der Mitte der Netzhaut. Beim skotopischen Sehen ist die Schärfe geringer; vor allem können Details mit geringem Kontrast nicht mehr wahrgenommen werden, weil das Auge die Helligkeit über benachbarte Stäbchen "mittelt". Da im Bereich der Fovea centralis keine Stäbchen zu finden sind, muss das Objekt beim skotopischen Sehen außerhalb der Fovea centralis sein (peripheres Sehen), man muss also "danebenschauen", um die beste Empfindlichkeit des Auges zu erreichen. Außerdem sind die Stäbchen zeitlich träger als die Zapfen (siehe Pulfrich-Effekt).

Der skotopische Bereich reicht von der Wahrnehmungsschwelle bei einer Leuchtdichte von ca. 3 · 10-6 cd/m2 bis ca. 0.003 - 0.03 cd/m2, darüber liegt der mesopische Bereich, der bis ca. 3-30 cd/m2 reicht (die Grenzen sind fließend und individuell verschieden). Bei Leuchtdichten über 3-30 cd/m2 tritt photopisches Sehen auf.

Die Wörter sind vom Griechischen abgeleitet, phos (Licht), mesos (Mitte), und skotos (Dunkelheit).

Siehe auch:

Sehen

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Photopisches Sehen".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld