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Die Nachhallzeit mit dem Formelzeichen T oder RT60 ist die bekannteste raumakustische Kenngröße. RT steht hier für "reverberation time", den englischen Begriff für Nachhallzeit. Nach Wallace Clement Sabine (1868 - 1919) versteht man unter der Nachhallzeit das Zeitintervall innerhalb dessen der Schalldruck auf den tausendsten Teil seines Anfangswerts abgefallen ist. Die Nachhallzeit wird auch als Schallausschwingzeit oder Sound-Decay-Time bezeichnet.

Messung


Die Bestimmung der Nachhallzeit erfolgt durch die Messung des Schalldrucks im zu untersuchenden Raum nach dem Abschalten einer Rauschquelle (die selbst nicht nachklingen darf) oder nach der Erzeugung eines Impulsschalles, z.B. mit einer Schreckschusspistole. Der Schalldruckpegel nimmt hierbei nahezu linear über der Zeit ab. Als Nachhallzeit ist nun die Zeit definiert, in der der Pegel um 60 dB abfällt. Für unterschiedliche Frequenzen können die Nachhallzeiten deutlich differieren.

Hörempfinden


Unser subjektives Empfinden des Nachhalls wird vor allem durch die Zeit kurz nach dem Anfangssignal geprägt, da der spätere Nachhall normalerweise durch das Umgebungsgeräusch überdeckt wird. Deshalb wird neben der Nachhallzeit RT auch die Frühe Abklingzeit EDT, von englisch: Early Decay Time verwendet. Die frühe Abklingzeit EDT ist definiert als die Zeit, in welcher der der Pegel des Ausgangssignals um 10 dB abnimmt, also noch vom Ohr wahrgenommen werden kann. Zur Vergleichbarkeit mit der Nachhallzeit RT60 werden die Werte der frühen Abklingzeit EDT mit 6 multipliziert.

Optimale Nachhallzeit


Oft wird die Frage nach der optimalen Nachhallzeit gestellt, also einer Nachhallzeit, die von den meisten Zuhörern und auch von den Mitwirkenden als besonders geeignet bezeichnet wird. Die optimale Nachhallzeit für die Aufführung von sinfonischer Musik hängt neben dem Raumvolumen von der Stilart der Komposition, der Orchesterbesetzung, dem Raumvolumen und dem Zeitgeschmack ab. Darum sind "Richtwerte" für die optimale Nachhallzeit stark streuend und vorsichtig zu beurteilen, wie zum Beispiel folgende Angaben (für 1000 Hz):

  • Tonregie-Räume < 0,3 s
  • Übungsräume größer 135 m3: 0,5 s
  • Probenräume größer 400 m3: 0,8 bis 1,0 s
  • Kammermusiksäle größer 2000 m3: 1,1 bis 1,6 s
  • Konzertsäle größer 19000 m3: 1,7 bis 2,2 s
  • Büroräume (Kombibüro/ Open Air): ca. 0,35 s
  • Klassenzimmer (125 - 250 m3): 0.4 bist 0.6 s

In Räumen für Sprache, wie z.B. Klassenzimmer, Hörsäle ist es ausserordentlich wichtig, dass die Nachhallzeit nicht zu lang ist. Eine kurze Nachhallzeit bedeutet, dass die Sprachverständlichkeit gut ist - und umgekehrt. In DIN 18041 sind Nachhallzeiten für Unterrichtsräume empfohlen.

In kleineren gedämpften Räumen kann man eigentlich nicht mehr von hörbarem "Nachhall" sprechen. Daher wird besonders bei kurzen Nachhallzeiten häufig die "sound decay rate" in Dezibel pro Sekunde (dB/s) angegeben. Weniger bekannt ist der hierfür korrekte Ausdruck Schallabklinggeschwindigkeit.

Siehe auch


Hallradius > Nachhall

Weblinks


Akustik | Schall | Wellenlehre

reverberation

 

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