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Mit dem Trophiensystem wird der Zustand von Stillgewässern dargestellt. Die Gewässergüte basiert auf dem Gehalt an organischen und anorganischen Nährstoffen.

In der Limnologie wird das Gewässer anhand der Jahresdurchschnittswerte an Chlorophyll und Gesamtphosphorgehalt in vier Trophiestufen eingeteilt. Daneben spielen Sauerstoffsättigung, Farbe und Sichttiefe eine Rolle:

Charakterisierungen


  • Oligotroph (Trophiestufe I):
    Oligotroph sind Gewässer mit wenig Nährstoffen und daher geringer organischer Produktion. Die geringe Phosphatzufuhr begrenzt das Pflanzenwachstum; in sauerstoffreichem Wasser enthaltene freie Eisenionen binden Phosphat und entziehen es dem Stoffkreislauf (Phosphatfalle). Das Plankton ist zwar artenreich aber individuenarm. Das Gewässer bietet nur wenigen Fischen Lebensraum. Oligotrophe Gewässer haben meist bekieste Ufer mit geringem Pflanzenbewuchs, sie sind sehr klar. Das Wasser erscheint blau bis grün. Die Sauerstoffsättigung am Ende der Sommerstagnation liegt bei mehr als 70%. Die Sichttiefe ist in der Regel größer als 6 m, mindestens aber 3 m.

  • Mesotroph (Trophiestufe II):
    Mesotroph werden Gewässer genannt, die sich in einem Übergangsstadium von der Oligotrophie zur Eutrophie befinden. Der Nährstoffgehalt ist höher und Licht kann noch in tiefere Wasserschichten eindringen. Mit zunehmender Dichte des Phytoplanktons ändert sich die Eindringtiefe des Lichtes. Die Sichttiefe beträgt noch mehr als zwei Meter und die Sauerstoffsättigung am Ende der Sommerstagnation zwischen 30 und 70%.

  • Eutroph (Trophiestufe III):
    Eutroph sind Gewässer mit hohem Nährstoffgehalt und daher hoher Produktion von Biomasse. Das Hypolimnion eutropher Gewässer ist im Sommer sehr sauerstoffarm, das Epilimnion dagegen übersättigt mit Sauerstoff. Das Plankton ist sehr arten- und individuenreich. Der Grund des Gewässers ist mit einer anaeroben Faulschlammschicht (Mudde, Gyttja) bedeckt, die massenhaft mit Schlammröhrenwürmern und Zuckmückenlarven besiedelt ist. Nach der Frühjahrs-Vollzirkulation tritt häufig eine Algenblüte auf. Das Wasser ist trüb und meist grünlich bis gelbbraun gefärbt. Die Sichttiefe liegt in der Regel unter zwei Metern und die Sauerstoffsättigung am Ende der Sommerstagnation unter 30%.

  • Hypertroph (Trophiestufe IV, auch Polytroph):
    Hypertroph nennt man Gewässer, bei welchen die Eutrophierung so weit fortgeschritten ist, dass im Gewässer zum Ende der Sommerstagnation der Sauerstoff weitgehend aufgebraucht ist. Nur die obersten Wasserschichten des Epilimnions weisen für spezialisierte Organismen noch tolerierbare Wachstumsbedingungen auf. Nachts und morgens kommt es häufig zu Fischsterben. Die Sichttiefe liegt unter einem Meter.

  oligotroph mesotroph eutroph hypertroph
Sichttiefe (in Meter) 5 bis 10, höchstens 15 -201 bis 2, höchstens 5 bis 10weniger als 1, höchstens 2 bis 3weniger als 1
Tiefengrenze der submersen Vegetation 12 bis 30 m5 bis 10 mweniger als 2 mweniger als 1 m
Phosphatgehalt (mg/m3) 4 bis 510 bis 3535 bis 100mehr als 100
Nitrat- und Ammonium-Gehalt im Herbst (mg N pro l) höchstens 1höchstens 1mehr als 2mehr als 2
Chlorophyllgehalt im Jahresmittel (mg/m3) weniger als 3,5weniger als 7,0weniger als 11mehr als 11
O2-Gehalt (in mg/l)mehr als 86 bis 82 bis 4 
BSB2 (in mg/l) 0,51,1 bis 2,24 bis 7 
BSB5 (in mg/l) höchstens 33 bis 5,55,5 bis 14mehr als 14
CSB (in mg/l) 1 bis 28-920 bis 65 
Bakterienzahl (Anzahl pro ml) weniger als 100ungefähr 10000bis 100000mehr als 100000

BSBx: Biologischer Sauerstoffbedarf in x Tagen
CSB: chemischer Sauerstoffbedarf (Bestimmung mit Kaliumdichromat K2Cr2O7)

Da die biologische Zonierung sich in Fließgewässern von stehenden Gewässern unterscheidet, wird anstelle des Trophiensystems eine auf dem Saprobiensystem beruhende Einteilung in Gewässergüteklassen verwendet.

siehe auch


Ökologie | Limnologie | Ozeanologie

 

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