Ogg ist ein Dateiformat, das Audio-, Video- sowie Textdaten enthalten kann. Es ist damit ein Multimedia-Container. Ogg wurde mit dem Ziel konzipiert, Multimedia-Inhalte effizient zu speichern und zu streamen, und gleichzeitig eine freie und von Softwarepatenten unbeschränkte Alternative zu proprietären Formaten zu haben.
Die Entwicklung des Containers wird von der Xiph.Org Foundation geleitet, welche auch für einige Codecs verantwortlich ist, welche die Inhalte in einem Ogg-Container komprimieren.
Der bekannteste Codec ist dabei der Audio-Codec Vorbis, mit dem Ogg häufig fälschlicherweise verwechselt oder als Einheit gesehen wird, obwohl Ogg der Container für Vorbis-codierte Inhalte ist.
Das Containerformat Ogg wird auch bei verschiedenen WikiProjekt wie dem Wikiprojekt Gesprochene Wikipedia genutzt.
Für technische Hilfe zum Abspielen von Ogg-Formaten siehe Audio.
Geschichte
Die Entwicklung des Containerformats begann
1993 unter dem Namen "Squish", der allerdings Markenrechte verletzte. Daher wurde der Name durch einen Ausdruck aus dem
Computerspiel Netrek ersetzt, der soviel bedeutet wie
to ogg: „to do anything forcefully, possibly without consideration of the drain on future resources“ (etwa: „etwas sehr energisch angehen, möglicherweise auch ohne Rücksicht auf die negativen Auswirkungen“). Mit dem Namen eines der Hauptcharaktere der
Scheibenwelt-Romane, der Hexe Nanny Ogg, hatte diese Namensgebung laut der
Xiph.Org Foundation aber nichts zu tun
[What's in a name? auf der Webseite der Xiph.Org Foundation, 2004].
Im Herbst 1998 begann Christopher Montgomery mit der Entwicklung des Audio-Codecs Vorbis, nachdem das Fraunhofer-Institut begann, Lizenzgebühren für sein populäres MP3-Format durchzusetzen. Durch die zunehmende Verbreitung von Vorbis erfuhr das Containerformat Ogg einen Aufschwung.
Am 12. Juli 2002 wurde Ogg in der Version 1.0 freigegeben, die als erste stabile Version auch für Endanwender gedacht war [Nico Jurran: Freies Audio-Format Ogg Vorbis glänzt golden auf Heise online, 12. Juli 2002].
Im Mai 2003 folgte die Definition durch RFCs: RFC 3533 definiert den verkapselnden Datenstrom, während RFC 3534 den MIME-Medientyp von Ogg-Dateien, application/ogg, definiert.
Der selten noch gebrauchte Medientyp application/x-ogg hingegen stammt aus früherer Zeit, als der offizielle Typ noch nicht spezifiziert war.
Die aktuelle Version des Ogg-Containerformats ist die Version 1.1.3 [Webserver der Xiph.Org Foundation, 19. Januar 2006].
Dateiformat
Das Ogg-Containerformat ist ein Bitstream-Format. Es gruppiert und codiert dabei die Pakete in fortlaufende Seiten eines strukturierten Bitstreams. Diese als logische Bitstreams bezeichneten Ströme sind dabei jeweils nur mit einem Codec codiert. Es können aber mehrere logische Bitstreams in einem Container sein. Dabei können auch z.B. mehrere Video-Bitstreams enthalten sein, die sich auch zeitlich überlagern dürfen. Diese logischen Bitstreams werden dann für die Speicherung oder das tatsächliche Streamen an ein anderes Gerät oder Programm in einen physikalischen Bitstream überführt, aus dem der Decoder die einzelnen logischen Streams wieder zusammen setzt.
Die in den logischen Bitstreams genutzten Codecs sind die Audio-, Video- und Textcodecs der Xiph.Org Foundation. Die wichtigsten Codecs sind dabei die Audio-Codecs Vorbis und FLAC, so wie der Video-Codec Theora und der Sprachdaten-Codec Speex.
Verbreitung
Ogg hat sich in der IT-Branche mittlerweile als ein Standard etabliert. Vor allen Dingen im Audio-Bereich wird Ogg in Verbindung mit dem Audio-Codec
Vorbis von einer Reihe von Software- wie auch Hardwareprodukten unterstützt.
Im Video-Bereich ist die Verbreitung von Ogg in Verbindung mit
Theora noch mäßig, da die Entwicklung als noch nicht abgeschlossen gilt. Er erfreut sich aber in der
freien-Software-Szene zunehmender Beliebtheit.
Markenrechtliches
Die Bezeichnung
Ogg wurde im Jahr 2001 als
Marke eingetragen. Eine Firma mit Sitz in London könnte diese Marke laut eigenen Angaben mittelfristig für Abmahnungen nutzen, d. h. wer die Bezeichnung
Ogg dann ohne gültige Lizenz z. B. auf einer Homepage verwendet, liefe Gefahr, per
Abmahnung zu hohen Geldzahlungen aufgefordert zu werden. Laut einem
Telepolis-Artikel verstößt ein derartiger Geschäftszweck aber mittlerweile gegen deutsches Recht
[Wolf-Dieter Roth: Ist "Ogg" bald nicht mehr Open Source? in Telepolis, 02. Oktober 2005].
Quellen
Weblinks
Markenname | Freie Software | Datenformat
Ogg | Ogg | Ogg | Proyecto Ogg | Ogg | Ogg | Ogg | Ogg | Ogg | Ogg | Ogg | Огг | Ogg