Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) ist die Landesrundfunkanstalt (Anstalt des öffentlichen Rechts) für die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit Sitz in Leipzig. Der MDR ist Mitglied der ARD.
Für weitere öffentlich-rechtliche Programme liefert der MDR wesentliche Programmanteile:
Der MDR hat auch die Federführung beim MDR Fernsehballett, dem einzigen Fernsehballett Europas. Es ging 1992 aus dem 1962 gebildeten DFF-Fernsehballett hervor und hat 30 Mitglieder.
Der Mitteldeutsche Rundfunk hat seine Ursprünge in der 1924 gegründeten Mitteldeutschen Rundfunk A. G. (MIRAG). Die MIRAG gehörte nach der Einführung des Unterhaltungsrundfunks in Deutschland im Jahre 1923 zu den ersten großen, überregionalen Rundfunkgesellschaften. Nach der Gleichschaltung des Rundfunks im Deutschen Reich und der Vollverstaatlichung der MIRAG ging diese 1934 in den „Reichssender Leipzig“ über.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lizenzierte die sowjetische Besatzungsmacht 1945 übergangsweise „Radio Leipzig“, das nur wenige Monate bis zur erneuten Gründung des Mitteldeutschen Rundfunks bestand. 1946 startet das neue Programm „Mitteldeutscher Rundfunk, Sender Leipzig“ im neuen Funkhaus Springerstraße. Dem Mitteldeutschen Rundfunk wurden bald darauf die Landessender Dresden, Halle und Weimar sowie die Studios Chemnitz und Magdeburg angeschlossen. 1952 wurde die DDR zentralisiert und die fünf Länder aufgelöst. Im Zuge dessen wurde auch der DDR-Rundfunk vereinheitlicht und in Berlin zentriert. Im neuen Funkhaus Nalepastraße in Berlin-Oberschöneweide wurden seitdem alle Hauptrundfunkprogramme der DDR produziert. Im September 1952 wurde das Programm „Sender Leipzig“ schlicht zum Unterhaltungsprogramm „Berlin III“ umgewandelt. Doch wurde bereits im August 1953 die Rundfunkstruktur neu organisiert. Es entstanden die Programme Deutschlandsender, Berliner Rundfunk und Radio DDR. 1956 wurde allerdings das Regionalprogramm von Radio DDR, „Sender Leipzig“, eingeführt. In Leipzig produzierte man für Radio DDR ein Programmfenster, dessen Sendezeit schrittweise bis zu 11 Stunden aufgestockt wurde (zuletzt 1989) und die Radio-DDR-Messewelle die jeweils zur Frühjahrs- und Herbstmesse in Leipzig von 7 bis 19 Uhr sendete, später bis 20 Uhr. In den anderen ehemaligen, großen Funkhäusern des Mitteldeutschen Rundfunks in Dresden, Halle und Weimar wurden ebenfalls Regionalprogramme produziert.
Im Juli 1990 erfolgte wiederum eine Dezentralisierung. Aus den Landessendern entstanden drei neue regionale Sendeanstalten (in Sachsen „Sachsen-Radio“, in Sachsen-Anhalt „Radio Sachsen Anhalt“ und in Thüringen „Thüringer Rundfunk“, die bis Ende 1991 sendeten. Mit der Novelle des Rundfunkstaatsvertrages für die fünf neuen Bundesländer nach der Wiedervereinigung wurde am 31. Mai 1991 der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) als Dreiländeranstalt für die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gegründet.
Am 1. Januar 1992 nahm der Mitteldeutsche Rundfunk seinen Sendebetrieb auf.
Im Fernsehen startete er mit dem „Dritten Fernsehprogramm“ MDR Fernsehen. Das Programm ist seit 27. August 1993 auch über Satellit in nahezu ganz Europa zu empfangen. In der Austastlücke des MDR-Programms wird bereits seit 14. März 1992 das regionale Videotext-Angebot des MDR, das zunächst noch gemeinsam mit dem ORB (ORB/MDR-Text) veranstaltet wurde und seit 1. Januar 1997 allein vom MDR (MDR-Text) gesendet. Seit 1992 beteiligt sich der MDR auch am ARD-Gemeinschaftsprogramm.
Im Hörfunk starteten am 1. Januar 1992 die drei Landes-Programme MDR 1 Radio Sachsen (mit täglichen Regionalprogrammen aus den Studios Dresden, Chemnitz, Bautzen und Leipzig), MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt (mit täglichen Regionalprogrammen aus den Studios Magdeburg, Stendal, Dessau und Halle) und MDR 1 Radio Thüringen (mit täglichen Regionalprogrammen aus den Studios Heilbad Heiligenstadt, Gera und Suhl), das Popmusik-, Service- und Unterhaltungsprogramm MDR life, das Informationsprogramm MDR info, das vorwiegend klassische Musik verbreitende Programm MDR Kultur und das vom DDR-Rundfunk übernommene Jugendprogramm DT 64, das zunächst über UKW, ab 1. Juli dann über Mittelwelle ausgestrahlt wurde. Am 1. Mai 1993 wurde das Jugendprogramm MDR DT 64 in das Programm Sputnik überführt, das bereits seit 1. März über Satellit ausgestrahlt wurde. Am 1. Januar 2000 wurde das Unterhaltungsprogramm MDR life wegen Erfolgslosigkeit vom neuen Hörfunkprogramm JUMP abgelöst. Als letztes Hörfunkprogramm startete der MDR das Digitalprogramm MDR Klassik am 6. Mai 2002. Das Programm wird rund um die Uhr über DAB ausgestrahlt. Seither verbreitet der MDR insgesamt 8 Hörfunkprogramme. Am 1. Januar 2004 wurde MDR Kultur in MDR Figaro umbenannt.
Der MDR erkennt Anträge auf Akteneinsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz der Bundesrepublik Deutschland nicht an.
Beliebt sind neben der Nachrichtensendung mdr aktuell mit Bezug auf die Region im Sendegebiet vor allem die wochentäglichen Nachmittagssendungen dabei ab zwei von 14:00 bis 14:30 Uhr sowie ab 16 Uhr die zum Familien-Tagesprogramm gehörende Live-Sendung hier ab vier. Sonntags 19:50 Uhr bittet die Polizei bei Kripo-Live um Mithilfe.
Ab 16:30 Uhr folgen verschiedene 30-Minuten-Magazine.
Ab 17 Uhr steht jeden Tag ein anderer prominenter Gast Rede und Antwort. Zuschauer können Anrufen und sich so am Verlauf der Sendung beteiligen. Es finde Gewinnspiele statt und in kleinen Einspielfilmen, wird der jeweilige Gast genauer vorgestellt. Zu den interessanten Gästen gehören neben Sängern, Schauspielern, Forschern und Weltenbummlern unter anderem auch Hape Kerkeling und Stars der ARD-Serie In aller Freundschaft.
Ab halb sechs kommen Zuschauer mit Interesse für Verbraucher und Service auf ihre Kosten. Mit Rat & Tat (früher Telethek), bietet einen gelungenen Mix an spannenden Verbraucherthemen. Es werden Produkte getestet, Werbeversprechen hinterfragt, Experten eingeladen, Reportagen mit versteckter Kamera gezeigt und auch Reportagen. Außerdem erfährt der Zuschauer Neues aus dem Gesundheitsbereich und über Miese Maschen von Betrügern.
Direkt im Anschluss ab 17:55 Uhr folgen die Expertenformate. fit & fesch, Vorsicht Fettnäpfchen!, natürlich gesund, Fiffi & Co, iss was?!, alles rechtens?, Guter Rat!, Tipps gegen Tricks (Auflistung Mo-Fr). Besonders das Kochformat iss was?!, wurde innerhalb kürzester Zeit bei den Zuschauern in Mitteldeutschland zum Renner. Promi-Koch Christian Henze zaubert gemeinsam mit den Moderatoren (wöchentlich abwechselnd Peter Imhof, Katrin Huss, Franziska Schenk und Andreas Fritsch). Peter Imhof war früher Gastgeber der ehemals gleichnamigen SAT.1-Talkshow. Franziska Schenk kennen viele noch als Eiskunstläuferin und derzeitige Kommentatorin von ARD-Sportsendungen.
Das MDR-Fernsehprogramm ist seit 1996 in Folge das meistgesehene Dritte Fernsehprogramm Deutschlands.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Mitteldeutscher Rundfunk".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world