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Der Ausdruck Leistung bezeichnet eine gezielte Handlung, die zu einem bestimmten Ergebnis bzw. der Lösung einer Aufgabe führt.

Eine Handlung wird dann zu einer Leistung, wenn eine allgemeine Übereinstimmung über ihre Bedingungen und die technische Qualität ihrer Ausführung besteht. Die erbrachte Leistung kann definiert sein in Gestalt eines hervorgebrachten gegenständlichen oder ideellen Produktes oder in der Erreichung eines bestimmten gesellschaftlichen oder soziologischen Zustandes oder Status.

Von Bedeutung für eine Leistung kann ferner die Methode sein: z. B. ein effizienter Lösungsweg mit hohem Nutzen bei geringem Aufwand. Beim Aufstellen von Bestleistungen kann man auch von Rekord sprechen.

Der Begriff der Leistung wird in unterschiedlichen Bereichen verschieden definiert und verwendet.

Leistung in der Pädagogik


Das Vermitteln, Erwerben und Üben von Kompetenzen bildet den Kern des pädagogischen Prozesses. Allerdings steht bei der Leistungsbeurteilung fast immer nur die kognitive Leistung im Zentrum, weil diese scheinbar leicht mess- und überprüfbar ist. Gegen diese nur scheinbare Messbarkeit im Sinne objektiver Feststellungen gibt es aber zahlreiche forschungsbasierte Einwände. Alternative (reformpädagogische) Schulen lehnen daher, und weil der Leistungsbegriff auf einen nur eingeschränkten Bereich bezogen wird, eine Beurteilung allein auf Grund der kognitiven Leistung ab. Besonders problematisch ist auch die Bezugsnorm, die sich aus allgemeinen Leistungsanforderungen (Realnorm), dem vorgesehenen Curriculum (Curricularnorm), einem Vergleich mit anderen Individuen (z. B. in der eigenen Klasse) (Sozialnorm), der potenziellen eigenen Leistungsfähigkeit (Individualnorm), ergeben kann. Ohne Angaben der jeweiligen Bezugsnorm sind deswegen angegebene Leistungswerte nur scheinobjektiv. Erfolgserlebnisse spielen eine wichtige Rolle für die Lernleistung. Das Leistungsprinzip mit Leistungsvergleichen und Leistungstests verbunden mit entsprechender Förderung kann eine motivierende Rolle für das Lernen spielen. Aus dem Leistungsprinzip kann durch Konkurrenzdruck Leistungsdruck entstehen. Ein Lehrer sagte einmal zu seinen Schülern: "Ihr müsst Leistung bringen."

Geistige Leistung


Wenn das Besondere der Handlung nicht in einer körperlichen oder gesellschaftlichen Tätigkeit besteht oder das Produkt ein immaterielles ist, spricht man von geistiger Leistung. Dabei kann die Leistung einerseits im Umdenken bestehen wie etwa bei der Erfindung des Stellenwertsystems in der Mathematik, der kopernikanischen Wende, bei Kants philosophischem Ansatz oder Einsteins Relativitätstheorie, aber auch in einer Erfindung, die geistige Leistung und technische Leistung verbindet, wie bei der Zähmung des Feuers, der Erfindung des Rades oder der Schrift. Andere Leistungen bestehen im künstlerischer Gestaltung oder besonderer Kreativität (z.B. Shakespeare, Bach). Viele geistige Leistungen schlagen sich in Begriffen und Memen nieder.

Da geistige Leistungen oft nur als einmalige Dienstleistungen bezahlt wurden und der - oft tausendfach größere - materielle Nutzen der Leistung ganz anderen zukam (vgl. Gutenberg), wurden seit dem späten Mittelalter, vor allem seit dem 18. Jahrhundert Urheberrecht, Patentrecht und allgemein das Konzept des geistigen Eigentums eingeführt. Dieses Konzept kann allerdings mit anderen Rechten wie etwa der Informationsfreiheit in Konflikt geraten.

Von Leistung als Ergebnis ist Leistung als Vorgang zu unterscheiden. Hier ist an Problemlösung, klare Darstellung komplexer Sachverhalte usw. zu denken (vgl. Leistung in der Pädagogik).

Leistung (Physik)


In der Physik ist die Leistung P (power) als Energiegröße allgemein definiert mit
P = \frac{d W}{d t}. (d W = W_\mathrm{t2} - W_\mathrm{t1};   d t = t_\mathrm{2} - t_\mathrm{1})
Leistung ist der Quotient aus Arbeit W (work) pro vergangener Zeit t (time) . Dieses lässt sich vereinfachen zu
P = \frac{W}{t}.

Typischerweise wird die Leistung in kg·m²/s³ = N·m/s = J/s = W angegeben. (N = Newton, J = Joule, W = Watt).

Ein Beispiel:

Heben wir einen Kasten Sprudel vom Boden auf die 1 m hohe Ladentheke, so ist zunächst die Arbeit W bei einem angenommenen Gewicht von 10 kg stets etwa 100 Nm = 100 J, unabhängig von der Zeit, die wir dafür benötigen.
Dagegen ist die Leistung beispielsweise im Falle einer "Hubzeit" von 1 s gleich 100 W, im Falle einer benötigten Zeit von 0,2 s hingegen bereits 500 W.
Allerdings:
Halten wir hingegen denselben Kasten Sprudel mit ausgestreckten Armen hoch, so wird im physikalischen Sinn gar keine Arbeit verrichtet. Wir verrichten eine Arbeit von "Kraft x Weg" mit F als Kraft sowie s als zurückgelegte Strecke. Hier offenbart sich das unterschiedliche Verständnis des Begriffs Arbeit im Alltag und in der Physik.

Siehe auch: Elektrische Leistung

Der Leistungsbegriff im Sport


Im Sport findet der Leistungsbegriff zunächst in einem sehr weiten Sinne Anwendung: Als höhere Leistung gelten u.a. größere Geschwindigkeiten, größere Höhen und Weiten in den Sprung- und Wurfdisziplinen, aber auch höhere Punktzahlen bei technischen Sportarten, bei denen nicht nur die Schwierigkeitsgrade sondern auch der „künstlerische Ausdruck“ bewertet werden.

In den Ausdauer-Sportarten, aber beispielsweise auch in den Sprint-Disziplinen des Radsports wird der Begriff auch in seinem engeren, physikalischen Sinne angewandt.

In einigen Sportarten, beispielsweise im Rudern, besonders aber im Radsport korreliert die vom Sportler zu erbringende, physiologische Leistung (Energieumsatz pro Zeiteinheit) besonders eng mit der effektiv messbaren physikalischen Leistung. Infolgedessen sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Leistungstests und Verfahren der Leistungsdiagnostik entwickelt worden, die in erster Linie auf Fahrradergometern bzw. der Rolle, aber auch auf Laufbändern durchgeführt werden. Die hier erbrachte physikalische Leistung wird dabei ins Verhältnis zu verschiedenen anderen Parametern wie Sauerstoff-Aufnahme, Herzfrequenz, Atem-Volumen, gepumptes Blutvolumen/Zeiteinheit, Laktat-Konzentration usw. gesetzt. Von der Leistungsdiagnostik ausgehend werden umfangreiche Anregungen zur Trainingsgestaltung entwickelt.

Demgegenüber wird von kritischen Vertretern der Trainingslehre und Sportwissenschaft eingewandt, dass es hierbei zu einer Überbetonung der physikalischen Aspekte der Leistungserbringung kommt. Während im weiteren Sinne leistungsbestimmende Faktoren wie Erholungsfähigkeit, Laktatabbau und dergleichen durchaus einbezogen werden können, bleiben wesentliche Aspekte wie Willenskraft, „Tagesform“ usw. außen vor.

Weitere Bedeutungen


Siehe auch


Tätigkeit | Wertvorstellung | Leistung (Pädagogik)

 

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