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| Leder ist ein Material, das durch
Gerben aus der
Haut von Tieren gewonnen wird. Aufgrund der aufwändigen und daher teuren Herstellung kann der Bedarf nicht durch echtes Leder gedeckt werden. Es wird daher häufig durch Lederimitate, sogenannte
Kunstleder ersetzt.
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Begriffe
Der Narben bezeichnet die ursprüngliche Hautoberfläche, die glatte Seite, die die arttypische Oberflächenstruktur zeigt. Aber auch das künstliche Aufbringen einer Textur wird als Narben bezeichnet. Die andere Seite des Leders nennt man Aasseite.
Verarbeitung
Das durch
Gerben hergestellte Leder kann vielen verschiedenen Verwendungszwecken zugeführt werden. Für die meisten Anwendungen bedarf es noch diverser Oberflächenbehandlungen, wie z.B. Lackieren, Prägen, Perforieren.
Gefärbtes Leder wird entweder durch- oder oberflächengefärbt. Durchgefärbtes Leder bezeichnet man auch als Anilin gefärbtes Leder. Anilinfarben waren die ersten synthetisch hergestellten, wasserlöslichen Farbstoffe. Diese wurden im 19. Jahrhundert erstmals mit Anilin aus Steinkohlenteer synthetisiert. Komplett Anilin-gefärbtes Leder hat auf der Ober- und der Unterseite die gleiche Farbe, Kratzer oder Abnutzung fallen dadurch weniger auf. Semi-Anilin-gefärbtes Leder wurde mit Farbe auf Anilin-Basis besprüht, welche etwas in die Oberfläche eindringt. Oberflächengefärbtes Leder (oder auch pigmentiertes Leder) ist mit einem Farbstoff lackiert.
Verwendung
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Verwendung findet Leder vor allem in der Schuhproduktion und der
Bekleidungsindustrie/
Mode (als
Jacken,
Mäntel,
Hosen,
Schuhen,
Gürteln, (Hand-)
Taschen und
Motorrad- oder Schutzkleidung), in der Möbelindustrie als (
Bezug von
Möbeln, Sofas ö.ä.), im Sport zum Überzug von Bällen (
Fußball) oder Sportgeräten. Erzeugnisse aus Leder werden als
Lederwaren oder
Portefeuilles bezeichnet. Darüber hinaus hat Leder Bedeutung und Verwendung in der
Fetischszene.
Es gibt zahlreiche unterschiedliche lederverarbeitende Handwerksberufe wie den Feintäschner, Gerber, Kürschner, Riemer, Sattler oder den Schuhmacher.
Ein wachsender Anwendungsbereich ist die Technik oder Fahrzeugindustrie. Schon früh wurde Leder für Transmissionsriemen o. ä. verwendet. Heute nimmt die Verwendung als Innenraum- oder Lenkradverkleidung sowie für Ledersitze zu (siehe dazu auch: Fahrzeugtuning).
Images
Während Leder für Schuhe schon lange als das übliche Material gilt, ist Leder für andere Arten der Alltagsbekleidung (Jacken, Hosen) erst in den vergangenen drei Jahrzehnten gesellschaftsfähig geworden. Lange wurden Lederjacken und -hosen überwiegend bei verschiedenen Arten von Funktionskleidung verwendet (z.B.
Fliegerjacken,
Motorradkleidung, etc.). Leder haftete deshalb ein Hauch von Abenteuerlust und harter Männlichkeit an. Verschiedenen
Jugendkulturen des 20. Jahrhunderts bedienten sich dieser im Alltag unetablierten Kleidung um ihre Aufmüpfigkeit und ihren Protest zu artikulieren. Auch in der
Fetischszene sind neben dem Materialfetischismus diese Images von Bedeutung. Die Fetisch-Assoziation verleiht Leder ein zusätzlich leicht anrüchiges Image. Die Mode knüpft seit mehr als drei Jahrzehnten an diese verschiedenen Images an, so dass z.B. Lederjacken mittlerweise den Status aufmüpfiger Jugendbekleidung verloren haben und zum fest etablierten Spektrum der Alltagskleidung zählen, z.T. sogar als
Prestigeobjekt gelten.
Lederarten
Ledersorten können auf verschiedene Arten kategorisiert werden. Die folgende Liste kann daher nur einige Parameter als Beispiele anführen.
Tierart, von der die Haut stammt
Heute wird Leder vor allem aus der Haut von
Rind,
Kalb und
Schwein hergestellt. Seltener werden
Pferd,
Ziege etc. verwendet. Im
Mittelalter wurde auch
Hunde- und
Katzenhaut verwendet.
Krokodil-Leder und Schlangenleder werden fast ausschließlich für Modeartikel verwendet. Aus Tierschutzgründen werden sie jedoch immer mehr durch
Kunstleder ersetzt. Fischleder bzw.
Aalleder ist extrem selten.
Hühnerleder stammt nicht aus der Haut von Hühnern.
Es gibt Gerüchte, die besagen, dass in jüngster Zeit teilweise ungekennzeichnetes Leder aus
Fernost nach
Europa gelangt, das von Hunden und Katzen stammen soll. Falls das wahr sein sollte, stellt das jedoch eher ein Problem für
Tierschützer dar als für die lederverarbeitenden Industrien und den Handel.
Ob das hautgebende Tier domestiziert war.
Das meiste heute verwendete Leder stammt von Tieren, die von Menschen gezüchtet und aufgezogen wurden. Nur noch in Einzelfällen stammt
Wildleder tatsächlich von wildledenden Tieren.
Verarbeitung, der das Leder unterzogen wurde.
So erhält man z. B.
Rhabarberleder durch Gerbung mit Extrakten der Rhabarberwurzel.
Schwarzleder wird durch Bürsten des gegerbten Leders mit Eisensalzlösungen (Schwärzen) hergestellt. Gefärbtes Leder wird oft als
Anilinleder bezeichnet.
Unterschieden wird nach Rein-Anilin ohne Oberflächenschutz, Semi-Anilin mit schwacher Oberflächenbehandlung und gedecktem Leder, dass mit Schutzlack gehandelt wurde.
Dicke des Leders
Nach dem Gerben wird dickes Leder gespalten. Die obere Seite, die sogenannte
Vachette kann zu
Nappaleder verarbeitet werden.
Veloursleder gewinnt man, aus den dünneren, unteren Schichten oder durch das „auf-links-drehen“ von dünneren Glattledern. (Wegen seiner Oberflächenstruktur wird es oft mit Wildleder verwechselt.)
Oberflächenbeschaffenheit
Hierbei sind die Grundfragen: Sind die Poren offen oder geschlossen? Ist die Oberfläche glatt oder strukturiert? Von
Nubukleder z. B. spricht man, wenn die Oberfläche angeschliffen wird, so dass eine feine, aufgeraute Struktur entsteht.
Weitere Parameter sind z. B. Reißfestigkeit, Wasserdurchlässigkeit, Wasserdampfdurchlässigkeit, Schrunpfverhalten, Anteile an Wasser, Asche oder sonstiger Chemikalien.
Siehe auch
Kirn,
Pergament,
Chagrin,
Bandalier,
Lineapelle,
Cordovan,
Galuchat Juchtenleder,
Saffian,
Vacheleder,
Veloursleder,
Weißleder
Weblinks
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