Die koptische Kirche (wurzelverwandt m. griech.: aígyptos) ist eine christliche altorientalische Kirche Ägyptens mit ungefähr 10 Millionen Gläubigen.
Im Gefolge der Auseinandersetzungen um das Konzil von Chalcedon 451 erfolgte die Spaltung der nicht-chalcedonischen oder altorientalischen Kirchen (u.a. Jakobiten, Armenier, Kopten, Äthiopier) und der chalcedonischen Kirchen (Orientalische Kirchen, Katholische Kirchen) über die Frage der gott-menschlichen Natur Christi.
Von den chalcedonischen Kirchen als Monophysiten bezeichnet, ziehen die altorientalischen Kirchen die Bezeichnung Miaphysiten vor, und sehen sich in Ablehnung der auch von ihnen verurteilten eigentlichen monophysitischen Lehre. Um sich zu den chalcedonischen Kirchen abzugrenzen bezeichnet sie jene als "Dyophysiten".
Eine anlässlich des Konziles von Florenz am 4. Februar 1442 zwischen der Römisch-Katholischen Kirche und der Koptischen Kirche geschlossene Union blieb folgenlos. 1741, 1895 und 1947 gab es weitere Unionsversuche einiger Kopten mit der römischen Kirche, in deren Folge es zur Etablierung einer unierten ägyptischen kirchlichen Hierarchie kam.
Der koptisch-orthodoxen Kirche steht ein Papst vor. Das Mönchtum besitzt eine lange Tradition und wurde durch den Heiligen Antonius (s. Antonius der Große, um 251 - 356)) und durch Pachomios (um 292 - 346) begründet.
Die Kopten lehnen die Lehre des Ägypters Eutyches grundsätzlich ab, in der die menschliche Natur von der göttlichen quasi aufgesogen wird. Eutyches sprach von einem Essigtropfen inmitten eines Meeres. Das Dogma der koptischen Kirche entspricht dem der Konzilien von Nicäa, von Konstantinopel und dem von Ephesos, auf denen die Kirchenväter sich einstimmig über Christi Natur festgelegt haben. Das traditionell auf Athanasius von Alexandria zurückgeführte Athanasische Glaubensbekenntnis - mittlerweile ist nachgewiesen, dass dieser nicht der Urheber war - wird von der koptischen Kirche verwendet. Darin heißt es: "(..) Wir glauben an den einen Herrn, Jesus Christus, Gottes einzigen Sohn, geboren aus dem Vater vor aller Zeit, Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott.(..)"
Jesus hat dem koptischen Dogma zufolge eine gott-menschliche Natur, wie Feuer und Eisen in einem glühenden Eisenstück vereint sind.
Papst Dioskorus, der Patriarch von Alexandria, der auf dem Konzil von Chalcedon 451 den orthodoxen Glauben verteidigte, widersprach der Trennung beider Naturen Christi mit dem Ausspruch: "Ich sah Christus über Lazarus Tod weinen, also ist er Mensch, ich sah ihn, Lazarus von den Toten auferwecken, also ist er Gott. Ich sah ihn im Boot schlafen, also ist er Mensch, ich sah ihn, den Sturm stillen, also ist er Gott.(..)"
Am Ende jeder Liturgie spricht der Priester das Bekenntnis, indem er sagt: (..)Ich glaube, dass dies der lebensspendende Leib ist(..). Er machte ihn eins mit seiner Gottheit ohne Vermischung, ohne Verquickung und ohne Veränderung.(..)In Wahrheit glaube ich, dass seine Gottheit seine Menschheit keinen Moment lang und keinen einzigen Augenblick verlassen hat.
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