Das Konservative Judentum ist eine Strömung innerhalb des Judentums, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstand und sich zwischen der Orthodoxie und den Liberalen ansiedelt. Es basiert auf der sogenannten Breslauer Kirche des Rabbiners Zacharias Frankel (1801-1875).
Über deutsche Auswanderer kam die konservative Bewegung in die USA, wo sie heute eine der stärksten jüdischen Gruppen ist. Hier wurden auch gemeinsame Gremien geschaffen, die sich um halachische - religionsgesetzliche - Regelungen für Fragen des jüdischen Alltags und des Ritus befassen und allgemeine Richtlinien für die konservative Bewegung schufen. Im heutigen Deutschland ist das konservative Judentum vor allem in Berlin vertreten, aber auch in der jüdischen Gemeinde Weiden. Der Masorti Verein in Berlin unterhält unter anderem einen jüdischen Kindergarten und kümmert sich um die sprachliche und religiöse Integration von Einwanderern aus den GUS Staaten.
Ziel der konservativen Bewegung ist das Bewahren der Tradition, soweit sie mit modernen Erkenntnissen und Lebensumständen vereinbar ist, also die Annahme einer historisch bedingten Veränderlichkeit des Judentums bei voller Wahrung einer übergeschichtlichen Substanz. Dabei besteht eine feste Bindung an die Halacha, d.h. das jüdische Religionsgesetz, das als "Grundnorm" des konservativen Judentums gilt. Es können hierbei aber auch rechtliche Grundlagen gelten, die von der heute praktizierten Halacha abweichen, wenn sie eine Basis in der jüdischen Rechtsliteratur haben.
Heute gibt es auch im konservativen Judentum verschiedene Ausprägungen, so z. B. das neologe Judentum in Ungarn, das sich liturgisch an das Altliberale Judentum in Deutschland anlehnt, die Masorti-Bewegung mit dem Hauptsitz in Jerusalem oder das Conservative Movement in den USA.
Es gibt einige Überschneidungen mit der jüdischen Orthodoxie. So werden Mitglieder der konservativen Bewegung angehalten, die Speisegebote (Kaschrut) und die Ruhevorschriften für den Schabbat, den jüdischen Ruhetag, strikt einzuhalten, wobei einige Regelungen etwas milder als in der Orthodoxie ausgelegt werden.
Allerdings wird das Geschlechterrollenverständnis der Orthodoxie nicht übernommen: Außer den neologen Strömungen setzt sich das konservative Judentum für eine konsequente Gleichberechtigung von Männern und Frauen ein, das konservative Rabbinerseminar in New York lässt seit 1984 Frauen zum Rabbinerstudiengang zu.
Siehe auch: Judentum | Judentum
يهودية محافظة | Conservative Judaism | Mouvement Massorti | יהדות קונסרבטיבית | 保守派 (ユダヤ教) | Konservativ jødedom | Konservativ judendom | Tutucu musevilik
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"Konservatives Judentum".
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