Der Begriff Kollektiv (lat: colligere "zusammensuchen", "zusammenlesen") beschreibt zusammen gehörige Menschen, Sachen oder gedachte Einzelkonzepte.
Mathematik
In der
Wahrscheinlichkeitsrechnung wird der Begriff "
Kollektiv" für eine bestimmte
Menge von nicht gesetzmäßig sich einstellender Ergebnisse von Reihenversuchen verwendet.
Soziologie
In der Soziologie wird damit eine Lebens- oder
Arbeitsgruppe gekennzeichnet, in der die Gruppenaufgaben
gemeinschaftlich angegangen werden und die Güter "zur gesamten Hand" besitzt; seltener eine „ganze
Gesellschaft“.
Vgl. auch Gemeinnutz.
Gebrauch des Begriffs
Der Begriff wird in der
marxistischen Soziologie den sonst üblicheren wie
Gemeinschaft,
Gruppe,
Organisation vorgezogen und betont dann die bewusste Zielausrichtung eines "Kollektivs".
Vgl. auch Kollektivismus.
In der DDR entsprach der Begriff „Kollektiv“ ungefähr dem, was man in der Bundesrepublik Deutschland Team nennt; doch wurden in Verlautbarungen und Agitprop auch große Kollektive zitiert, wie die Arbeiterklasse, die durch das Wort „Team“ nicht mehr erfasst werden. (Eine andere in der DDR für ein Kollektiv verwendete Bezeichnung war Brigade.)
Auswirkungen kollektiver Organisationsformen
In der Theorie der „
Tragik der Allmende“ wird nahegelegt, dass kollektives Eigentum zu einer erhöhten Ausbeutung der
Ressourcen durch die einzelnen Mitglieder führt.
Begriffskritik
Kritiker der Bildung von „Kollektiven“ unterstellen, dass dabei das
Bewusstsein des Einzelnen durch das Bewusstsein der Gruppe als Gesamtheit verdrängt werde (oder schärfer, dass das „Bewusstsein der Gruppe“ eine
ideologische Fiktion zur Knutung des Einzelnen sei). An die Stelle der persönlichen
Verantwortung trete die (womöglich hohle) Verantwortlichkeit der
Gruppe (siehe auch
Kollektivismus und
Soziologie).
Weblinks
Wortumfeld
Kollekte
Colectivo