Muschelkalk-Sediment.JPG bei Garmisch-Partenkirchen]] Sandstein.jpg im Killesbergpark, Stuttgart]] Sedimentgesteine sind Gesteine, die meist durch die Ablagerung oder Bildung von Material an der Erdoberfläche entstehen. Man unterscheidet Lockersedimente und feste Sedimentgesteine, auch Sedimentite genannt. Sedimente entstehen durch Erosion, Transport und Ablagerung von Gesteinen und deren Verwitterungsprodukten oder durch Ausfällung oder Ausscheidung gelöster Stoffe.
Die sedimentbildenden Prozesse werden durch die Wirkungen der Atmosphäre, der Hydrosphäre und der Biosphäre auf die Oberfläche des festen Erdkörpers beeinflusst. Das Sediment wird dabei von den Bedingungen geprägt, unter denen es entstanden ist. Alle Umweltbedingungen, die zur Bildung eines Sedimentes beitragen, werden unter dem Begriff Milieu zusammengefasst, die daraus resultierenden Eigenschaften bezeichnet man als Fazies eines Gesteins. Milieu und Fazies sind charakteristisch für verschiedene Sedimentationsräume.
Sedimentgesteine unterteilt man in die großen Gruppen Klastische Sedimente, Chemische Sedimente, Biogene Sedimente und als Sonderform die Rückstandsgesteine.
Korngrößen
Die Lockersedimente werden wie die Korngrößen einfach als Ton, Schluff, Sand oder Kies bezeichnet. Noch gröberes Material nennt man Schotter (bei abgerundeten Partikeln) oder Schutt (bei eckigen).
Je nach der Korngröße unterscheidet man folgende klastische Festgesteine:
In der Fachsprache verwendet man die Begriffe Psephite (für große Korngrößen), Psammite (für mittlere) und Pelite (für kleine Korngrößen).
Material
Bindemittel
Die Körner und Mineralkomponenten, aus denen die klastischen Sedimentgesteine bestehen, sind mit Hilfe von chemischen oder mineralischen Bindemitteln verkittet. Hierbei kann es sich um Tonmineralien, kalkige Bindemittel (CaCO3), kieselige Bindemittel (SiO2) und ferritische Bindemittel (FeO(OH)) handeln.
Beispiele
Beispiele für klastische Gesteine sind Sandstein, Schluffsteine, Arkosen, Grauwacken, Konglomerate. Eine Sonderform der klastischen Sedimente sind pyroklastische Sedimente. Dies sind diagenetisch unverfestigte und verfestigte Gesteine, die aus von Vulkanen ausgeworfenem klastischen Material bestehen (etwa Tuff, Bimsstein). Siehe auch: Pyroklastischer Strom
Viele Sedimentgesteine werden wirtschaftlich genutzt (z. B. Kalkstein in der Bauindustrie). In Sedimenten können Erdöl und Erdgas entstehen (Erdölmuttergestein), die dann in ein Erdölspeichergestein ausgepreßt werden können. Stein- und Braunkohle ist ebenfalls ein Sedimentgestein von großer wirtschaftlicher Bedeutung.
Sedimentgesteine (insbesondere Kalkstein und Dolomit) können große Mengen an Kohlenstoff enthalten. Dadurch ist der Anteil von Kohlendioxid in der Erdatmosphäre im Vergleich zu den Atmosphären z. B. der Venus oder des Mars extrem gering.
Das Studium der Sedimentgesteine ermöglicht die Rekonstruktion von Lebensräumen, die vor geologischen Zeiten bestanden haben.
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