Die keltische Kirche (auch: iroschottische Kirche oder keltisches Christentum ) bezeichnet eine im 3. - 5. Jahrhundert in Irland entstandene Ausprägung des Christentums, die erst im 12. Jahrhundert ganz in der römisch-katholischen Kirche aufging.
Irland war in Europa insofern eine Ausnahme, als es bereits in der Antike christlich wurde, ohne je Teil des römischen Reichs gewesen zu sein. Ebenso war es, im Gegensatz zum übrigen Europa, von der Völkerwanderung nicht betroffen. Diese beiden Faktoren trugen wesentlich zu der besonderen Ausprägung des keltischen Christentums bei.
Das keltische Christentum war immer in Kommunion mit der damaligen katholisch-orthodoxen Kirche, und es sind aus dieser Gegend keine der damals florierenden häretischen Bewegungen wie Arianismus oder Donatismus bekannt. Andererseits war es nicht Teil der Reichskirche und ihrer Verwaltungsstruktur.
Die Beschreibungen der Einzelheiten variieren von Quelle zu Quelle. Wesenszüge des keltischen Christentums, die häufig aufgeführt werden, sind:
Das keltische Christentum wurde durch die effizientere Organisation der römischen Westkirche sowohl in England als auch auf dem Kontinent nach und nach zurückgedrängt.
Auf der Synode von Whitby übernahm die englische Kirche das Osterdatum von Nizäa und die römische Liturgie. In der Bretagne wurde die Regel des Columban erst im 9. Jahrhundert durch die benediktinische Regel ersetzt.
Die Existenz der keltischen Kirche wurde offiziell 1172 beendet, als die Synode von Cashel das keltische Christentum unter das römische System brachte.
Neben der religiösen Bedeutung der iroschottischen Mission für das europäische Festland darf ihr Einfluss auf Kunst und Philosophie dieses Gebietes nicht außer Acht gelassen werden, z.B. die philosophischen Werke eines Johannes Scotus Eriugena. Der kulturelle Einfluss der "Schottenklöster", die in Wirklichkeit mit irischen Mönchen besetzt waren, z.B. für Würzburg, Regensburg oder Wien zeigt sich heute noch in der Arbeit von deutsch-irischen Freundschaftsgesellschaften. Das in diesem Zusammenhang bedeutendste Kunstwerk ist wohl das "Schottenportal" der Regensburger Schottenkirche mit seinen 144 Figuren, die sich um Maria (oder das apokalyptische Weib?) und den Antichristen gruppieren. Der sprachliche Einfluss der keltischen bzw. iro-schottischen Mission spiegelt sich auch in der in Süddeutschland - dem Missionsgebiet der keltischen Mönche - bis heute üblichen Grußformel des "Grüß Gott". Dabei handelt es sich um eine Lehnübersetzung des in Irland bis heute üblichen Grußes "Dia dhuit" (Aussprache je nach irischem Dialekt "dia dit" oder auch "dia gitsch"):"Gott sei mit dir!"
Heutige Religionsgemeinschaften, die sich auf die keltische Kirche beziehen, wie die Iona Community, die "Celtic Orthodox Church" oder die "Celtic Catholic Church", sind Neugründungen. Sie sind hauptsächlich auf den britischen Inseln, in Frankreich und Nordamerika aktiv.
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