Dieser Artikel beschreibt den Verlag juris. Zum Indianerstamm der Juris, siehe Juris (Amerika) oder Juris
juris ist ein Verlag und Anbieter von juristischen Informationsdatenbanken. Bei dem Namen handelt es sich um eine Abkürzung für „Juristisches Informationssystem für die Bundesrepublik Deutschland“.
Im Jahre 1973 beschloss die Bundesregierung, ein praktisch nutzbares computergestütztes Rechtsinformationssystems zu entwickeln und aufzubauen. Der Aufbau des Rechtsinformationssystems wurde 1984 abgeschlossen. Im Jahr 1985 wurde das bisher beim Bundesministerium der Justiz geführte System aus der Bundesverwaltung ausgegliedert und in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Saarbrücken überführt. Im Laufe der Jahre reduzierte der Bund seine Anteile an juris, er hält aber bis heute die Mehrheit der Anteile mit 50,01%. 45,33% gehören dem niederländischen Verlag N.V. Sdu v/h Staatsdrukkerij/-Uitgeverij.
Über die juris GmbH will der Bund seine verfassungsmäßige Aufgabe erfüllen, Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltungsvorschriften zu dokumentieren. Um die Neutralität des Informationsangebots zu sichern und um ein Höchstmaß an Qualität, Objektivität, Vollständigkeit und Aktualität zu wahren, obliegen Auswahl und dokumentarische Erschließung der juristisch relevanten Daten für die juris-Datenbanken Rechtsprechung, Literatur und Verwaltungsregelungen grundsätzlich dem BVerfG und den fünf obersten Gerichtshöfen des Bundes (BGH, BVerwG, BAG, BSG, BFH). Für Aufbau und Aktualisierung der Datenbank Bundesrecht (Gesetze und Verordnungen) zeichnet das Bundesministerium der Justiz verantwortlich. Die juris GmbH ist Marktführer auf dem deutschen Markt für elektronische Rechtsinformationen und ermöglicht einen schnellen und zielgerichteten Zugriff auf ein umfangreiches Informationsangebot. Das Online-Angebot der juris GmbH wächst ständig. Neben der größten deutschen Sammlung an Primärcontent (Gesetze, Urteile und Verwaltungsvorschriften) bietet juris inzwischen auch Online-Fachzeitschriften (juris Praxisreporte) und Kommentare an. Neben einem umfangreichen Netz eigener Autoren stützt sich die juris GmbH auf Kooperationen mit anderen Verlagen (z.B. HJR). Bisher basierten alle Online-Angebote auf einem BS2000-Host und dem Retrievalsystem Golem. Die Oberflächen jurisControl, jurisFormular, jurisFormular für Windows und schließlich jurisWeb ermöglichten einen immer einfacheren Zugriff auf die Rechtsinformationen. Seit 2005 wird das Online-Angebot der juris GmbH schrittweise auf eine neue Plattform unter Linux umgestellt. Besonders die darin integrierte Crossrecherche stellt einen deutlichen Retrieval-Fortschritt dar.
Der Abruf von Daten ist kostenpflichtig. Allerdings werden alle Gesetzestexte des Bundes für den privaten Gebrauch auch kostenlos zur Verfügung gestellt, zum Beispiel Urheberrechtsgesetz (UrhG).
Neben dem Online-Angebot publiziert die juris GmbH die Gesetzestexte und Kommentare auch als Printwerk.
Geschäftsführer sind Gerhard Käfer (seit 1987) und Samuel van Oostrom (seit 2001). Käfer ist ebenfalls der Sprecher der Geschäftsführung.
Den Vorsitz des Aufsichtsrats hat gemäß der Satzung ein Angehöriger des Bundesjustizministeriums; dies ist derzeit Gerrit Stein. Weitere Mitglieder sind Gabriele Hahn aus dem Bundesamt für Finanzen, Martin Schallbruch aus dem Bundesinnenministerium sowie Lubbertes Jongsma und Scherpenhuijsen Rom von Sdu.
Beraten wurde juris von einem 15-köpfigen Sachverständigenbeirat. Vorsitzender war Prof. Maximilian Herberger. Mit Ablauf der letzten Amtszeit Ende 2005 hat juris die Arbeit dieses Gremiums beendet.