Mit dem Begriff innere Kampfkünste (, kurz neijia) werden einige Stile der chinesischen Kampfkünste bezeichnet, die in enger Verbindung zum philosophischen Daoismus stehen und häufig mit den daoistischen Klostern der Wudang-Berge in Zusammenhang gebracht werden. Die bekanntesten davon sind Taijiquan, Baguazhang sowie Xingyiquan.
Eine Liste der inneren Kampfkunststile findet sich unter Liste der Kampfkünste#China.
Damit diese Prinzipien umgesetzt werden können, werden die Bewegungen zumindest anfangs meistens auch langsam geübt.
Da die Wahrnehmung und Kontrolle des Qi kein rein körperlicher Prozess ist, betonen die inneren Kampfkünste stark den geistigen und meditativen Aspekt. In der Regel üben Anhänger der inneren Kampfkünste auch Formen des Qigong oder der Meditation.
Das Qi soll einerseits im Kampf anwendbar sein, und andererseits der Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheitsförderung dienen. Bei einem Meister der inneren Kampfkünste soll das Qi und seine innere Ruhe so deutlich sichtbar werden, dass er seine Kampfkunst nie tatsächlich anwenden muss, da niemand mit ihm kämpfen will.
Im Westen wird gerne versucht, die Natur des Qi zu erklären. Für einige handelt es sich dabei um eine rein subjektive Empfindung, die sich beim Üben einstellt, andere verstehen darunter eine erhöhte Sensitivität und Körperkontrolle, für wieder andere ist es eine für westliches Verständnis nicht greifbare Energie, die physische Wirkungen hervorruft und in der Kampfanwendung an Stelle von Muskelkraft eingesetzt werden kann.
Der Sinn der Unterscheidung der chinesischen Kampfkunststile nach inneren (nèijiāquán) und äußeren Stilen (wàijiāquán) ist umstritten, da auch bei vielen der sogenannten äußeren Kampfkunststilen die Entwicklung des Qi gefördert wird.
Die erwähnte Grabrede muss man auch vor dem Hintergrund der Zeit sehen. 1641 unternahmen die Mandschu einen großen Einfall in Ming China, bei dem sie 88 Städte eroberten, sechs weitere übernahmen und bis nach Shandong vordrangen. 1644 endete die Ming-Dynastie und wurde von der mandschurischen Qing-Dynastie abgelöst. Die Mandschuren waren von Außen in China eingedrungen und zwangen den Chinesen zunächst ihren Lebensstil auf. Da sich die Mandschuren zum (von Außen eingeführten) lamaistischen Buddhismus bekannten, wurde ihnen die von Innen, aus China, stammende Philosophie des Daoismus in Person des Zhang Sanfeng entgegengesetzt.
Die Namen und konkreten Formen der Stile Taijiquan, Baguazhang und Xingyiquan wurden außerhalb der Wudang-Berge geprägt und verbreitet, doch ist anzunehmen, dass die verschiedenen Stile unterschiedlich stark von daoistischen Lehrern der Wudang-Berge und damit der "ursprünglichen" Kampfkunst von Zhang Sanfeng beeinflusst wurden.
Da zur Zeit der Kulturrevolution die Klöster von Wudang geschlossen und die Mönche und Nonnen ihr Wissen nicht offiziell weitergeben durften, werden erst seit Kurzem wieder offiziell die inneren Kampfkünste in den Klöstern und Schulen unterrichtet.
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