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Industrielle Landwirtschaft bezeichnet einen Typ von Landwirtschaft der sich an der industriellen Produktionsweise orientiert. Abgeleitet vom englischen "agriculture" und "business" wird dieser Produktionstyp auch als Agrobusiness oder Agribusiness bezeichnet.

Grundgedanke des Agrobusiness ist die Führung landwirtschaftlicher Betriebe nach industriellen Maßstäben und mit entsprechenden Methoden. Dabei unterliegen ganze Produktionsketten – von Pflanzenzucht bis zum Steak im eigenen Supermarkt – dem Management einer einzigen Kapitalgesellschaft. Gegenwärtig erzeugen nur zwei Prozent solcher kapitalkräftigen Großunternehmen 70 Prozent der Agrarprodukte der USA. Nur durch die Art der Produkte unterscheiden sich derartige Betriebe von modernen Fabriken.

Kennzeichen agrarindustrieller Betriebe sind:

Die Entwicklung zur industrialisierten Landwirtschaft betrifft nicht nur wenige, im agrarindustriellen Bereich tätige Unternehmen. Er umfasst zunehmend auch klassische Betriebe, die sich in Familienbesitz befinden. In den USA ist der Prozess der Industrialisierung für die Mehrzahl der Betriebe vollzogen.

Beispiel: Mastzucht in den USA


Die traditionellen Rinderzuchtgebiete lagen dort, wo für Ackerbau die Niederschläge nicht mehr ausreichen und nun Präriegras wächst. Hier wurden auf gigantischen Ranchs von den Cowboys die Rindviecher großgezogen und später zu den Eisenbahnstationen oder Schlachthöfen getrieben. Heutzutage lautet auch: Rationalisierung, Profit und Agrobusiness. In Feedlots werden die Erfolge der Veredlungswirtschaft erreicht. In Mastbuchten werden häufig mehr als 200000 Kälber/ Jungrinder unter freiem Himmel zur Schlachtreife gefüttert. Jede einzelne der vielen Buchten kann bis zu 2000 Tiere aufnehmen. Die Aufzucht der Tiere wird streng kontrolliert.

In der Tierzucht wird nichts dem Zufall überlassen. Es wird gekreuzt, gezüchtet, genetisch verändert, bis das „Produkt Tier“ den heutigen Aufzuchtbedingungen und den Wünschen der Käufer entspricht. Auch die Fütterung erfolgt wissenschaftlich exakt: Zehn Kilogramm Mais müssen ein Kilogramm Rindfleisch oder fast zwei Kilogramm Schweinefleisch bringen. Mit Soja und wachstumsfördernden Mitteln nehmen Kälber in 24 Stunden fast zwei Kilogramm an Gewicht zu. Schon nach 150 Tagen können sie das optimale Schlachtgewicht von 600 Kilogramm erreicht haben, wozu sie auf den Weiden der Prärie fast zwei Jahre brauchen würden.

Am Fuß der Rocky Mountains in Colorado befindet sich das Kuner Feedlot. Es ist im Besitz eines großen Nahrungsmittelkonzerns. Viele Amerikaner, die ihr Geld investiert haben, erwarten nun jährliche Gewinne. Das ist auch der Grund, warum produktiv gearbeitet werden muss. Zwei- bis dreimal pro Jahr können neue Tiere in die Mastbuchten aufgenommen werden. Ein Großteil des Futters kommt von eigenen Farmen. Jeden Tag werden etwa 900 Tonnen Getreide benötigt. Die computerberechneten Futtermengen werden von den Lastwägen aus in die Tröge gepumpt. Jeden Tag werden rund 3000 Rinder zum konzerneigenen Schlachthof transportiert.
Nachdem das Rindfleisch zerlegt und portioniert wurde, wird es in Kühlwagen in die Supermärkte und Hotels des Konzerns gebracht.

Kritik


Zu den ökologischen Auswirkungen gehören in den USA vor allem Bodenerosion, Bodenversalzung sowie Einträge von Agrarchemikalien in das Grundwasser; in der Bundesrepublik bestehen Probleme mit der Verwertung tierischer Exkremente (Nitrat) aber auch mit geringer Artenvielfalt in agrarisch intensiv genutzen Naturräumen (Agrarökologie) und schwindender genetischer Vielfalt von Nutztier- und -pflanzenarten (Agrobiodiversität) und Bodenverdichtung. Die industrielle Produktionsweise in Verbindung mit persistenten Konsumgewohnheiten (Ernährung) führt gegenwärtig zu einer negativen Energiebilanz moderner Intensivlandwirtschaft. Aufgrund industrieller Produktionsketten sind ferner Probleme sowohl für die Tiergesundheit als auch für die menschliche Gesundheit geschaffen worden. So wurde die Übertrag von tierischem Eiweiß an Pflanzenfresser möglich. Hinzu kommen im Zusammenhang mit der Massentierhaltung ungelöste Fragen des Tierschutzes.

Von Kritikern wird für die industrielle Landwirtschaft die Gefahr gesehen, dass landwirtschaftliche Produkte mit industriellen Werkstücken auf eine Stufe gestellt werden, die in einer Fabrik am Fließband oder mit Robotern zu jeder Zeit in gewünschter Menge hergestellt werden. Eine solche Auffassung führte zwangsläufig dazu, aus Rohstoffen, Ressourcen und Nutztieren das Äußerste herauszuholen. Die gleiche Befürchtung gilt für manche, nicht der Nachhaltigkeit verpflichteten Formen der internationalen Forstwirtschaft.

Form der Landwirtschaft

Agribusiness | Agribusiness | Agronegócio

 

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