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Der ifo Geschäftsklimaindex ist ein vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München erstellter Indikator für die Entwicklung der Konjunktur in Deutschland.

Monatlich werden circa 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen.

Die Unternehmen können ihre Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monaten als „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „gut“ und „schlecht“, der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „günstiger“ und „ungünstiger“. Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden die transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2000 normiert.

Für die USA ist der wichtigste Geschäftsklimaindex der ISM Manufacturing Index der wichtigste Indikator zur Konjunturprognose.

Entwickelt wurde der Index nach dem Vorbild des in Mannheim entwickelten ZEW-Index.

Kritik


Der ifo Geschäftsklimaindex misst nur das Geschäftsklima, nicht jedoch worauf es basiert. Das Geschäftsklima von Unternehmern kann auch bei abnehmender wirtschaftlicher Leistung positiver werden, so z.B.:

  1. wenn Konkurrenten in Konkurs gegangen sind (die im ifo Index nicht mehr gezählt werden) und deren Marktanteile lediglich von den übrigen übernommen werden können.
  2. Subventionen des Staates zunehmen.
  3. Renditewachstum durch reine Kosteneinsparungen, z.B. massiven Personalabbau.
  4. wachsenden steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten durch Outsourcing.
  5. sinkende Kapital- und Gewinnsteuern, die auch bei gleich bleibenden Umsatzzahlen die Profite zunehmen lässt.

Der Geschäftsklimaindex zeigt demnach nur das rein subjektive Geschäftsklima der Befragten an, wirtschaftliche Tendenzen lassen sich daraus nur eingeschränkt ableiten.

Weblinks


Wirtschaft (Deutschland)

 

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