NAMA Alphabet grec.jpg Das griechische Alphabet ist die Schrift, in der die griechische Sprache seit dem 9. Jahrhundert v. Chr. geschrieben wird. Die griechische Schrift ist eine Weiterentwicklung des phönizischen Alphabets. Sie war die erste Alphabetschrift im engeren Sinne. Vom griechischen Alphabet stammen u. A. das lateinische und kyrillische Alphabet ab.
| Zeichen | Name 1 | Altgr. Transkription | Altgr. Aussprache 2 | Neugr. Transkription 3 | Neugr. Aussprache |
|---|---|---|---|---|---|
| Α, α | Alpha () | a | * | ||
| Β, β, ϐ | Beta () | b | v | [ | |
| Γ, γ | Gamma () | g | g | * | |
| Δ, δ | Delta () | d | d | [ | |
| Ε, ε | Epsilon () | e | e | [ | |
| Ζ, ζ | Zeta () | z | * | ||
| Η, η | Eta () | ē | i | [ | |
| Θ, θ, ϑ | Theta () | th | th | [ | |
| Ι, ι | Iota () | i | *," target="_blank" >[ | ||
| Κ, κ, ϰ | Kappa () | k | k | * | |
| Λ, λ | Lambda () | l | l | [ | |
| Μ, μ | My () | m | m | [ | |
| Ν, ν | Ny () | n | n | [ | |
| Ξ, ξ | Xi () | x | x | [ | |
| Ο, ο | Omikron () | o | o | [ | |
| Π, π, ϖ | Pi () | p | p | [ | |
| Ρ, ρ, ϱ | Rho () | r(h) | * | ||
| Σ, σ (am Wortende: ς) | Sigma () | s | s | * | |
| Τ, τ | Tau () | t | t | [ | |
| Υ, υ | Ypsilon () | y | * | ||
| Φ, φ, ϕ | Phi () | ph | f | [ | |
| Χ, χ | Chi () | ch | ch | * | |
| Ψ, ψ | Psi () | ps | ps | [ | |
| Ω, ω | Omega () | ō | o | [ |
Die Umschrift des Neugriechischen wird nicht einheitlich gehandhabt, eine existierende ISO-Norm konnte sich bislang nicht durchsetzen. Zum Teil richtet sich die Umschrift an der Aussprache, zum Teil am griechischen Schriftbild. Für die Verwendung innerhalb der Wikipedia gibt es die Namenskonventionen/Neugriechisch.
Beispiele:
Im modernen Griechisch (das keinen h-Laut mehr hat und auch keine Tonsprache mehr ist) wurden diese Zeichen 1982 abgeschafft. Die Akzente wurden durch ein einziges Zeichen, den Tonos (τόνος) ersetzt, der heute in mehrsilbigen Wörtern die betonte Silbe kennzeichnet. (Der Tónos sieht aus wie ein Akut, ist aber ein eigenes Zeichen und wird im Unicode vom Akut unterschieden.) Dieses vereinfachte System wird μονοτονικό genannt; in vielen literarischen Publikationen wird jedoch noch das alte Akzentsystem (πολυτονικό) inklusive Spiritus verwendet – für Poesie fast ausnahmslos. Alltagstexte wie die meisten Zeitungen, Werbeplakate und alles Offizielle richten sich jedoch nach den neuen Regeln. Im modernen Griechisch, das sich lautlich noch weiter verändert hat, könnte eigentlich noch eine Reihe weiterer, inzwischen gleich klingender Buchstaben abgeschafft werden, hier war die überlieferte Rechtschreib-Tradition allerdings bisher stärker. Deshalb ist die griechische Rechtschreibung auch für Muttersprachler bis heute kein einfaches Unterfangen – trotz der Akzentreform.
Das phönizische Alphabet war, wie auch die anderen semitischen Schriften, eine Konsonantenschrift. Im Griechischen spielten aber die Vokale eine weitaus größere Rolle als in den semitischen Sprachen, weshalb für sie auch eigene Buchstaben benötigt wurden. Zu diesem Zweck wurden phönizische Buchstaben, die Laute bezeichneten, die es im Griechischen nicht gab, zu Vokalzeichen umfunktioniert. Es ist unklar, ob es sich bei der Schaffung der Vokalzeichen um eine gezielte Entwicklung oder eine bloße Fehlinterpretation des phönizischen Systems handelt. Im Phönizischen bezeichnete z. B. der erste Buchstabe des Wortes ʔāleph („Ochse“) den Knacklaut /ʔ/; da es diesen Laut im Griechischen nicht gab, könnten die Griechen den Buchstaben auf den Vokal /a/ bezogen haben.
| Phönizisch | Griechisch | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Name | Zeichen | Laut | Name | Zeichen | Laut |
| Aleph | Phoenician aleph.png | /ʔ/ | Alpha | A | /a/ |
| He | Phoenician he.png | /h/ | Epsilon | E | /e/ |
| Jod | Phoenician yodh.png | /j/ | Iota | I | /i/ |
| Ajin | Phoenician ayin.png | /ʕ/ | Omikron | O | /o/ |
| Waw | Phoenician waw.png | /w/ | Ypsilon | Y | /u/ |
Ansonsten entsprachen sich die phönizischen und griechischen Buchstaben weitgehend. Aus dem phönizischen Waw entwickelten sich im Griechischen zwei Buchstaben: das konsonantische Digamma (Ϝ) für /w/ und das vokalische Ypsilon (Υ) für /u/ (später /y/). Einige Konsonantenzeichen wurden in ihrem Lautwert angepasst: Aus dem phönizischen Tet für das emphatische /tˁ/ wurde das griechische Theta (Θ) für das aspirierte /tʰ/, aus dem phönizischen Zajin für /z/ wurde das Zeta (Z), das ursprünglich wahrscheinlich /dz/ oder /zd/ gesprochen wurde. Im Phönizischen gab es drei verschiedene s-Laute, Samech, Zade und Schin, im Griechischen jedoch nur einen. Daher wurde das Samech zum Xi (Ξ) für /ks/ umfunktioniert; aus dem Zade entwickelte sich der griechische Buchtabe San (Ϻ), der aber schon früh zugunsten des aus dem Schin hervorgegangenen Sigma (Σ) aufgebeben wurde. Die phönizische Sprache unterschied zwischen dem Kaph für /k/ und dem Qoph für /q/. Im Griechischen wurden daraus die Buchstaben Kappa (K) und Qoppa (Ϙ), die beide /k/ gesprochen wurden. Weil sich zwei Buchstaben für den selben Laut als redundant erwiesen, wurde das Qoppa später abgeschafft. Das phönizische Chet, das einen im Griechischen nicht vorkommenden h-Laut bezeichnete, wurde zum griechischen H, das zunächst Heta genannt wurde und für /h/ stand. Erst später wurde es zum Vokalzeichen für /ɛː/.
Der Buchstabe Omega (Ω) für /ɔː/ wurde aus dem Omikron neu gebildet. Genuin griechische Neubildungen ohne Entsprechung im Phönizischen sind Phi (Φ) für /pʰ/, Chi (Χ) für /kʰ/ und Psi (Ψ) für /ps/.
Ursprünglich war das griechische Alphabet ebenso wie das phönizische linksläufig, d. h. es wurde von rechts nach links geschrieben. Danach wurde furchenwendig, d. h. abwechselnd links- und rechtsläufig (Bustrophedon) geschrieben, erst später setzte sich die rechtsläufige Schreibrichtung durch. Zunächst gab es nur die heutigen Großbuchstaben, die ohne Wortzwischenräume oder Satzzeichen geschrieben wurden.
In der Spätantike entstehen in Griechenland ähnlich wie im Westen Europas neue Schriftformen, die für die neuen Schreibstoffe und -techniken besser geeignet sind. Daraus geht die mittelalterliche griechische Buchschrift hervor, zunächst die sog. Unziale, dann über Zwischenstufen die Minuskel. Während die Antike nur Großbuchstaben (Versalien) kannte, die für das Schreiben von Briefen und Büchern lediglich kursiver geschrieben wurden, entstehen mit der Minuskel erstmals jene Kleinbuchstaben (Gemeine), die noch heute in unseren griechischen Druckschriften fortleben. Die dabei übliche Zuordnung, Großbuchstaben am Beginn von Namen sowie ggf. von Sätzen zu verwenden, kommt jedoch erst in der frühen Neuzeit auf; im Mittelalter wurden Handschriften zunächst vollständig in der Unziale, später vollständig in Minuskel geschrieben, wobei die Großbuchstaben höchstens für Überschriften u. ä. Auszeichnungen gebraucht wurden.
Heute findet das griechische Alphabet neben der griechischen Sprache nur vereinzelt für einige in Griechenland gesprochene Minderheitensprachen wie Aromunisch oder Arvanitisch Verwendung. Außerdem schreiben die Karamanlı, eine christlich-orthodoxe Minderheit aus der Türkei, ihre türkische Mundart in griechischer Schrift. Bei allen diesen Minderheitensprachen ist allerdings die schriftliche Verwendung sehr selten.
Die mathematisch-naturwissenschaftliche Notation greift oft auf griechische Buchstaben zurück. So werden Winkel meist mit griechischen Kleinbuchstaben bezeichnet. Viele spezielle Funktionen sind nach griechischen Buchstaben benannt, ebenso wie mathematische und physikalische Konstanten. Das wohl bekannteste Beispiel ist die Kreiszahl π.
Das kyrillische Alphabet, das für zahlreiche slawische Sprachen Verwendung findet, wurde der Überlieferung nach im 9. Jahrhundert von Kyrill von Saloniki auf Grundlage einer griechischem Unzialschrift entwickelt. Zusätzlich zu den im griechischen Alphabet vorhandenen Zeichen übernahm er für Laute, die im Griechischen nicht vorkamen, Zeichen aus dem glagolitischen Alphabet. Die Aussprache des Griechischen hatte sich zu dieser Zeit bereits gewandelt, weshalb etwa die kyrillischen Buchstaben В und И ebenso wie Β und Η im Neugriechischen als /v/ und /i/ ausgesprochen werden. Ursprünglich wurden auch diejenigen griechischen Buchstaben übernommen, für die es im Kyrillischen keine Verwendung gab, wie Ѯ (Ksi) oder Ѡ (Omega). Viele dieser Zeichen wurden früh aufgegeben, der Buchstabe Ѳ (Fita), der auf das griechische Θ zurückging und /f/ gesprochen wurde, aber beispielsweise erst nach der Oktoberrevolution.
Die Kopten in Ägypten verwenden für die mittlerweile ausgestorbene, nur noch als Sakralsprache verwendete koptische Sprache das koptische Alphabet. Dabei handelt es sich um eine Abwandlung des griechischen Alphabets, das mit Zeichen aus der altägyptischen demotischen Schrift erweitert wurde.
Die ausgestorbene gotische Sprache wurde mit dem gotischen Alphabet geschrieben. Dieses entwickelte im 4. Jahrhundert der Bischof Wulfila ebenfalls auf Grundlage des griechischen Alphabets. Daneben enthält die gotische Schrift Buchstaben, die aus dem lateinischen Alphabet oder der Runenschrift übernommen wurden.
Die armenische und georgische Schrift wurden beide im 5. Jahrhundert vom Heiligen Mesrop neu entwickelt. Dabei zeigt vor allem die Reihenfolge der Buchstaben griechischen Einfluss. Ähnlich verhält es sich mit dem glagolitischen Alphabet, das wohl ebenso wie das kyrillische im 9. Jahrhundert von Kyrill von Saloniki erschaffen wurde.
Alphabet | Griechische Schrift
Griekse alfabet | Griechisches Alphabet | Alfabetu griegu | Гръцка азбука | Lizherenneg ar gresianeg | Alfabet grec | Řecká abeceda | Græske alfabet | Ελληνικό αλφάβητο | Greek alphabet | Greka alfabeto | Alfabeto griego | Kreeka tähestik | Alfabeto greko | الفبای یونانی | Kreikkalainen kirjaimisto | Alphabet grec | Aibítir Ghréagach | Alfabeto grego | אלפבית יווני | Grčko pismo | Görög ábécé | Alphabeto grec | Grískt stafróf | Alfabeto greco | ギリシア文字 | 그리스 문자 | Abecedarium Graecum | Grieķu alfabēts | Грчка азбука | Grieks alfabet | Det greske alfabetet | Det greske alfabetet | Alfabet grecki | Alfabeto grego | Alfabetul grec | Греческий алфавит | Grčki alfabet | Greek alphabet | Grécka abeceda | Grška abeceda | Alfabeti grek | Grekiska alfabetet | อักษรกรีก | Грецька абетка | Alfabet grek | 希腊字母
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Griechisches Alphabet".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world