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siehe Anmerkung von Minos vom August 2005--Zaungast 15:59, 21. Nov 2005 (CET)

Einleitung


Bei den antiken Griechen gab es nach dem Ende der Dunklen Jahrhunderte mehrere Kolonisationswellen. Die erste wurde wahrscheinlich als eine Spätfolge der Dorischen Zuwanderung, durch eine demographische Verdrängung ausgelöst. Hellenen verbreiteten sich über die Küstenregionen des Mittelmeeres, an den Küsten der Mäotis, den Mündungen des Nils, in Italien, den westlichen Inseln bis nach Gallien hin Pflanzstädte gegründet, welche den Handel mit dem Mutterland vermittelten, die Produkte des fremden Landes mit den Erzeugnissen des heimischen Gewerbefleißes austauschten und durch betriebsame Ausbeutung des Landbaues bald zu Wohlstand gelangten.

Warum verliessen die Griechen ihre Heimat?


Für die Griechische Kolonisation gab es verschiedene Ursachen, zum Beispiel: politische Streitigkeiten, Suche nach neuen Handelsplätzen, Abenteuerlust und Wissensdurst. In den meisten Fällen jedoch blieb der Bevölkerung aufgrund von Hungersnöten, Armut und Überbevölkerung gar nichts anderes übrig als auszuwandern.

Der Aufbruch in die Fremde


Eine wichtige Rolle spielte das Orakel in Delphi. Bevor es in die Fremde ging, wurde das Orakel befragt, in welcher Gegend man sich niederlassen soll. Danach konnte die Expedition beginnen. An Bord eines Auswandererschiffes befanden sich um die 200 Männer inklusive einem Seher. Dazu Waffen, Saatgut, Vieh, Feuer und Erde aus der Mutterstadt. Die Frauen wurden erst nach der erfolgreichen Ansiedlung nachgehohlt. Nach der Ankunft errichtete man mit der mittgebrachten Erde und dem Feuer einen Altar und der Anführer nahm mit Gebeten und Opfern das Land in Besitz. Danach ging es daran Häuser zu bauen und Äcker anzulegen. Ein Teil des Bodens wurde durch Los an die Siedler verteilt, auf dem Rest wurden die öffentlichen Gebäude errichtet, als erstes ein Tempel des Apollon, dem Schutzgott der Kolonien.

Weitere Entwicklung


In kürzester Zeit übertrafen die meisten Kolonien an Zahl der Bevölkerung und Reichtum ihre Mutterstädte, denn sie waren weniger durch ebenbürtige Nachbarn beschränkt. Mit der materiellen Entwicklung hielt auch meist die intellektuelle gleichen Schritt. Dabei blieben sie mit der Heimat in stetem Verkehr. Wenn sie auch eine politische Oberhoheit der Mutterstadt gewöhnlich nicht anerkannten, hielten sie doch ein Pietätsverhältnis aufrecht. Ihre griechische Nationalität bewahrten sie sich nicht nur, sondern sie breiteten auch ihre Sprache und Bildung bei den Völkerschaften aus, in deren Mitte sie sich ansiedelten.

Die Übervölkerung, welche dem griechischen Gemeinwesen hätte gefährlich werden und aufreibende innere Kämpfe hervorrufen können, wurde durch diese Kolonisation nicht nur abgelenkt, sondern zur Steigerung der Macht, zur Förderung des Geisteslebens auch im Mutterland verwertet. Unter sämtlichen Stämmen zeichnen sich bei dieser Tätigkeit die Ionier und unter diesen wieder die Städte Chalkis auf Euböa und Milet aus. Auch bei den unter Führung dorischer und äolischer Geschlechter ausgesandten Ansiedlungen waren in der Regel Ionier beteiligt.

Die bedeutendsten Kolonien Milets waren am Schwarzen Meer:

an der Propontis: im Nilland:
  • Naukratis, das, von dem für ihm geleistete Hilfe dankbaren Pharao Psammetich hoch begünstigt, eine glänzende Blüte erlangte.

Die euböischen Städte kolonisierten die makedonische Küste, Chalkis gründete hier allein 32 Pflanzstädte. Von den Ionischen Inseln aus, namentlich von Kerkyra, das sich 665 von seiner Mutterstadt Korinth losriss, wurden Ansiedlungen nach der illyrischen Küste und nach Unteritalien entsendet, welche hier schon ältere Handelsniederlassungen der Ionier und Karer aus Kleinasien vorfanden; Kyme, Zankle (Messina), Rhegion, die Ostküste Siziliens mit den Städten Katane, Naxos, Syrakus und Leontinoi verdankten der Vereinigung und dem Wetteifern verschiedener griechischer Staaten ihre Entstehung.

Achäische Geschlechter von der Nordküste des Peloponnes führten ionische Kolonisten nach dem Tarentinischen Meerbusen und gründeten Sybaris und Kroton, lakonische Ansiedler Taras, Rhodier Gela an der Südküste Siziliens und dieses wieder östlicher Akragas, das an Glanz und Pracht bald die Mutterstadt überbot.

Die kühnen Seeleute von Phokäa drangen bis zur Küste Galliens vor, wo Massalia Mittelpunkt ihrer Handelsplätze war, und auch in Spanien nisteten sich Griechen ein und machten den Karthagern die Herrschaft über den dortigen Handel streitig. Von Thera aus wurde Kyrene in Afrika angelegt, welches sich unter der Herrschaft der Battiaden rasch entwickelte und ein mächtiges Reich wurde, das sich gegen Ägypten siegreich behauptete.

Griechische Geschichte (Antike)

 

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