Geologische Störungen oder Störungsflächen sind tektonisch bedingte Trennflächen im Gebirge, an denen sich Gesteinskörper gegeneinander verschieben oder verschoben haben. Pegmatit stoerung.jpg
An der Erdoberfläche bilden sie sich als Störungslinien ab, die dem Schnitt zwischen der tektonischen Fläche und dem Gelände entsprechen. Häufig fallen sie mit dem Lauf von Fließgewässern zusammen.
Man unterscheidet drei unterschiedliche Arten von Störungen, je nach der Art ihrer relativen Bewegung:
Störungen werden aber auch nach ihrer Aktivität klassifiziert, bzw. ob die Bewegung entlang der Störungslinie noch anhält oder schon abgeklungen ist:
Oft verlaufen die Störungslinien einer Region fast parallel, was mit der Wirkung großräumiger Zug- oder Druckkräfte zusammenhängt. So werden paläozoische Strukturlinien in Europa, die in Nordost-Südwest-Richtung verlaufen, oft als variszisch bezeichnet.
Vielfach sind zwei Vorzugsrichtungen der Störungslinien festzustellen, die sich dann meist in den Klüften der Gesteine widerspiegeln. Auch hier bestehen Zusammenhänge mit den Hauptrichtungen der großräumigen Druckkräfte, aber auch der orografischen Richtung von Gewässern und Talsystemen. Denn in der Nähe geologischer Störungen ist das Gestein teilweise zerrieben und der Erosion stärker ausgesetzt.
Die Parallelität von geologischen Störungen wird an den Rändern vieler Sedimentbecken besonders deutlich - insbesondere wenn sie mit Grabenbrüchen oder tektonischen Schwächezonen zusammenhängen. Entsprechende Beispiele finden sich etwa im Rheingraben und den großen Grabenbrüchen Ostafrikas, im Wiener Becken - das an einer Schwächezone zwischen Alpen und Karpaten 4-6 km "eingesunken" ist - oder in Pannonien.
Die jährlichen Bewegungsraten rezenter Störungen können einige Millimeter bis Zentimeter erreichen. An einigen Nahtstellen der pazifischen Plattentektonik hat die Satellitengeodäsie sogar jährliche Bewegungen über 20 cm festgestellt.
Auch auf anderen Himmelskörpern wurden tektonische Störungen festgestellt. Derzeit werden sie im großen Stil auf dem Mars untersucht, künftig auch wieder auf dem Erdmond - dessen "Rillen" und Strukturen besonders der Astronom Hieronymus Schröter um 1800 beobachtet hat - und auf dem eisbedeckten Jupitermond Europa.
Siehe auch:
Forkastningszone | Geologic fault | Falla | Faille | 断層 | Geologische breuk
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"Geologische Störung".
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