Als eine gelenkte Volkswirtschaft bezeichnet man einen Wirtschaftsraum, in dem der Staat stark in die privaten wirtschaftlichen Prozesse eingreift. Es handelt sich dabei dennoch nicht um Zentralverwaltungswirtschaft oder Abkömmlinge dieser, da immer eine Marktwirtschaft im Hintergrund wirkt. Man spricht auch von einer "vom Staat gelenkten Privatwirtschaft" (etatistische Volkswirtschaft).
Gelenkte Volkswirtschaften sind u. a. gekennzeichnet durch eine hohe Verzahnung von Wirtschaft und Politik, eine große Beteiligung des Staates an öffentlich bedeutsamen Unternehmen (typisch: Post, Telekommunikation, Eisenbahn), eine wirtschaftlich aktive Bürokratie, starke Regulierung sowie starke staatliche Eingriffe in die Wirtschaft z. B. durch die Vorgaben der Wirtschafts-, Wettbewerbs-, Forschungs- und Arbeitsmarktpolitik.
Ein starker staatlicher Eingriff wird v. a. in Entwicklungsländern oft damit begründet, dass ein Prozess der Industrialisierung in Gang gesetzt werden soll. Gelingt dies, ist oft ein Verharren des Staates als Kontrollinstanz zu beobachten (Beispiele Italien, Südkorea, Japan oder Singapur). Im Zuge der fortschreitenden Handelsliberalisierung und der zunehmenden Globalisierung wächst jedoch der Druck auf gelenkte Volkswirtschaften, die Märkte zu öffnen und die Verflechtungen zwischen Staat und Wirtschaft zu lösen, z. B. durch Privatisierungen und Deregulierungen.
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"Gelenkte Volkswirtschaft".
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