Unter dem Begriff Advanced Measurement Approach (AMA) oder auch fortgeschrittener Messansatz wird im Bankensektor ein Instrument zur Messung des operationellen Risikos in einem Kreditinstitut verstanden.
Einordnung
AMA-Basel2.JPG Für den AMA sind, Ama stinkt bis zum Himmel !!!!!!im Gegensatz zum
Basisindikatoransatz und dem
Standardansatz, keine festen Verfahren zur Berechnung des operationellen Risikos vorgegeben. Anstelle dieser Vorgaben gibt es einen umfangreichen Anforderungskatalog, welcher eine Erweiterung des Anforderungskataloges für den Standardansatz darstellt. Um den AMA anwenden zu dürfen müssen alle Anforderungen des Anforderungskataloges erfüllt sein.
Letztendlich basiert der AMA auf interne von jedem
Kreditinstitut selbst zu erwählende Berechnungsverfahren zur Ermittlung der Eigenmittelhinterlegung. Dazu gibt es beispielsweise den
Verlustverteilungsansatz oder
Scorecard-Ansätze. Generell gilt, dass für die Anwendung eines ambitionierten Messansatzes eine mindestens 5 Jahre umfassende historische Zeitreihe des internen Verlusts gegeben sein muss.
Die Ziele des AMA lassen sich nach den Zielen der Kreditinstitute und den Zielen des Basler Ausschusses unterteilen.
Ziele der Kreditinstitute
Für Kreditinstitute hat die
Implementierung des „teuren“ fortgeschrittenen Ansatzes in erster Linie sicherlich die Minderung des zu hinterlegenden
Eigenkapitals, im Gegensatz zu der Anwendung „einfacher“ Ansätze, zum Ziel. Einhergehend damit wird jedoch empfohlen, nicht nur die
regulatorischen Hintergründe zu betrachten, sondern auch die vom Basler Ausschuss vorgesehenen,
ökonomischen Aspekte zu nutzen.
Der AMA bietet Kreditinstituten größtmögliche Spielräume bei der Messung Operationeller Risiken, in einem durch Anforderungskataloge definierten Rahmen. Der Basler Ausschuss verfolgt, nach eigenen Angaben, mit der Schaffung eines solchen Messansatzes das Ziel, Kreditinstitute aktiv an der Innovation auf dem Gebiet der Messung Operationeller Risiken, zu beteiligen:
An dieser Stelle lassen sich vorausschauend die Fragen stellen, ob und wann der Basler Ausschuss entsprechende Verfahren für den fortgeschrittenen Ansatz vorschreibt und welchen Einfluss eine solche Festlegung auf die Verwendung der einfachen Verfahren haben wird.
Kategorisierung des AMA
Wie bereits dargestellt, gibt es kein Standardverfahren für den fortgeschrittenen Messansatz. Dennoch bezieht sich der Basler Ausschuss auf Studien der
Risk Management Group (
RMG), in denen sie durch Befragungen von Industrieunternehmen die verschiedenen Ansätze in drei Hauptkategorien zur Messung Operationeller Risiken eingeteilt hat:
Interner Bemessungsansatz
Beim internen Bemessungsansatz (Internal Measurement Approaches, IMA) errechnen Kreditinstitute das zu hinterlegende Kapital für Risiken, auf Annahmen für erwartete Verluste aus Operationellen Risiken. Das bedeutet, dass von einem beständigen Verhältnis zwischen erwarteten und unerwarteten Verlusten ausgegangen wird. Dabei kann sowohl von einem linearen Verhältnis als auch von einem nicht-linearen Verhältnis ausgegangen werden. Ersteres impliziert, dass sich die Eigenkapitalhinterlegung aus einem Vielfachen des erwarteten Verlusts ergibt, und Letzteres erfordert komplexere Funktionen zur Berechnung des zu hinterlegenden Eigenkapitals. Regelwerke nach dem IMA-Ansatze unterteilen die Risikogefährdung in Geschäftsbereiche und Risikoereignistypen. Das bedeutet, dass das Risiko je Geschäftsbereich und Risikoereignistyp einzeln quantifiziert wird. Typischerweise wird der erwartete Verlust durch Kombination von geschätzter Verlusthäufigkeit und geschätzter Verlusthöhe unterschiedlicher Geschäftsbereichs-Risiko-Kombinationen ermittelt.
Aufteilung auf 8 Geschäftsfelder und 7 Ereigniskategorien: 56 Ferlder umfassende Matrix: Gruppen von potentiellen Ergeignissen. Bsp.: Verluste durch Betrug oder Sachschäden
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Summe der mit \gamma gewichteten kombinationsfeldspezifischen erwarteten Verluste ergibt die Gesamtkapitalanforderung für das operationelle Risiko des Kreditinstitutes
Verlustverteilungsansatz
Der Verlustverteilungsansatz (Loss Distributed Approaches, LDA) ist eine Erweiterung des internen Bemessungssatzes und versicht die Ableitung der unerwarteten Verluste aus den erwarteten Verlusten durch eine direkte Schätzung des Verlustverteilungsverfahren zu überwinden.
Bei dem Verlustverteilungsansatz schätzen Kreditinstitute für jede Einzelne oder Gruppen von Geschäftsbereichs-Risiko-Kombinationen die voraussichtliche Verteilung über einen zukünftigen Zeitraum.
Die Eigenmittelhinterlegung basiert hierbei auf eine hohe Wahrscheinlichkeitsdichte einer Verlust
häufigkeitsverteilung. Bei dem LDA, basiert die übergreifende Verlusthäufigkeitsverteilung auf Annahmen über die voraussichtliche Anzahl und Höhe auftretender Risikoereignisse. Es werden also sowohl die Verteilung der Anzahl als auch die Verteilung der Höhe von Verlustereignissen mit einbezogen. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass beide unabhängig voneinander betrachtet werden, also jeweils eine eigenständige
Verteilungsfunktion abbilden. Hierbei können unterschiedliche Verteilungsfunktionen für jede einzelne Annahme verwendet werden. Sinnvollerweise könnte hierbei eine
Poisson-Verteilung (
diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilung) für die Anzahl und eine
logarithmische
Normalverteilung für die Höhe der Verlustereignisse verwendet werden.
Der Hauptunterschied zwischen dem LDA und dem IMA ist die Tatsache, dass der LDA eher auf eine direkte Abschätzung unerwarteter Verluste abzielt, während der IMA versucht die Verlustschätzung durch Annahmen über die Relationen von linearem Verhältnis und nicht-linearem Verhältnis, erwarteter und unerwarteter Verluste zu schätzen.
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Scorecards
Beim Scorecardansatz (Scorecard Approaches) setzen Kreditinstitute eine Startsumme von Eigenkapital für operationelle Risiken an und modifizieren die Höhe von Zeit zu Zeit auf der Basis von
Scorecards. Das Ziel der Scorecards ist die Erfassung des Risikoprofils und des Risikosteuerungsumfeldes verschiedener Geschäftsbereiche und eine zukunftsbezogene
Risikosteuerung zur Minimierung der Anzahl und Höhe zukünftig auftretender Risikoereignisse. Es handelt sich um eine qualitative Methode. Auf den Scorecards werden bspw. vdie veränderte Qualität des operationellen Risikomanagementsystems und zusätzlich eingerichtete Kontrollsysteme beurteilt. Die Scorcards zeigen die aktuelle Ausprägung von risikobeeinflussenden Indikatoren an. Auf diese Weise wird eine in die Zukunft gerichtete Komponente mitberücksichtigt.
Literatur
- Kaiser, T./ Köhne, F.; Operationelle Risiken in Finanzinstituten; 1. Auflage, Gabler Verlag, November 2004, Wiesbaden
Weblinks
Bankwesen