Ein Fahrplan legt im öffentlichen Personennah- und -fernverkehr und im Schienengüterverkehr die Ankunfts- und Abfahrtszeiten eines Verkehrsmittels an den jeweiligen Haltestellen fest. Daneben bezeichnet der Begriff auch die entsprechenden Medien zur Darstellung des Plans.
Einen besonderen Stellenwert nimmt der Taktfahrplan ein. Er zeichnet sich durch leichte Merkbarkeit aus, weil sich die Abfahrts- und Ankunftszeiten in periodischen Abständen wiederholen.
Mit Abfahrtszeit ist in Deutschland sowie Nord- und Westeuropa der Zeitpunkt bzw. die genau bestimmbare Uhrzeit gemeint, zu der ein Verkehrsmittel eine Haltestelle oder einen vergleichbaren Abfahrtsort verlässt. Der Terminus Fahrt bezieht sich hierbei auf rollende Verkehrsmittel. In Marokko oder anderen südlichen Ländern bezeichnet die Abfahrtszeit dagegen oft das Einfinden der Passagiere, gefahren wird meist später.
Bis zum Jahr 2002 fand bei den europäischen Eisenbahnen jeweils einmal im Jahr, und zwar an einem Sonntag Ende Mai oder Anfang Juni der Fahrplanwechsel statt. In Deutschland wurde bis Anfang der 90er Jahre die Fahrplanperiode in einen Sommer- und Winterabschnitt geteilt und in getrennten Kursbüchern veröffentlicht. Es gab also zwei Fahrplanabschnitte pro Jahr, die auch als Sommerfahrplan und Winterfahrplan bezeichnet wurden. In der Schweiz wurde bereits 1989 der Jahresfahrplan wieder eingeführt – wie vor 1909. Im Dezember 2002 wurde auch in Deutschland der Jahresfahrplan eingeführt. Die Änderung hat das Forum Train Europe (FTE) beschlossen, dem auch die Bahnen im deutschsprachigen Raum gehören. Seitdem findet der Fahrplanwechsel immer am zweiten Sonntag im Dezember statt. Statt des "Sommerfahrplans" gibt es nun den kleinen Fahrplanwechsel jeweils im Juni des Fahrplanjahres.
Für innerdienstliche Zwecke werden die Fahrpläne als Buchfahrpläne, Fahrzeitenhefte, Geschwindigkeitshefte, Fahrpläne für Zugmeldestellen (früher: Bahnhofsfahrordnungen) und elektronisch in der Ebula veröffentlicht.
Temporäre Abweichungen vom gültigen Fahrplan werden bei der Deutschen Bahn im Reisenden-Informationssystem (RIS) angezeigt. Über die Reiseauskunft der Deutschen Bahn werden sie auch Internet-Nutzern zur Verfügung gestellt.
An Bahnhöfen gibt es meistens sowohl einen Abfahrtsplan wie auch einen Ankunftsplan für alle Eisenbahn- oder S-Bahn-Linien. An reinen S-Bahn-Haltestellen wird in Deutschland meistens wie an den Bushaltestellen verfahren.
Seit Aushangfahrpläne auch über die Fahrgastinformationssysteme im Internet verfügbar sind, hat sich der Begriff "Küchenschrankfahrplan" herausgebildet, weil man sich den ausgedruckten Plan seiner persönlichen Buslinie(n) zuhause an seinen Küchenschrank pinnt.
Auf dem Abfahrtsplan sind die von dieser oder einer anderen Haltestelle abgehenden Verbindungen verzeichnet, außerdem die Haltestellen, die die jeweilige Bahn oder der jeweilige Bus noch anfahren werden, und meist auch die Uhrzeit, zu der diese dort ankommen werden.
Auf dem Ankunftsplan sind die an dieser oder einer anderen Haltestelle ankommenden Verbindungen verzeichnet und die Haltestellen, die die jeweilige Bahn oder der jeweilige Bus schon angefahren hat, und meist auch die Uhrzeit, zu der diese(r) dort abgefahren ist. Auf dem Ankunftsplan stehen auch die Züge oder Busse, die an dieser Haltestelle enden und die Ankunftsbahnsteige/Ankunftsbussteige, auf denen die Busse oder Züge ankommen.
In beiden Plänen sind die abfahrenden und die ankommenden Züge jeweils chronologisch geordnet, die Angaben zu Fahrten an bestimmten Wochentagen sind durch spezielle Symbole oder Fußnoten gekennzeichnet.
Bei vielen Bahngesellschaften ist der Abfahrtsplan gelb gefärbt, der Ankunftsplan weiß.
An großen Bahnhöfen werden Fahrpläne dynamisch und mit aktueller Zusatzinformation auf Abfahrtstafeln dargestellt.
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