Unter dem Begriff Druck werden alle Reproduktionsverfahren zur Vervielfältigung von Druckvorlagen zusammengefasst.
Es werden je nach Druckverfahren seitenrichtige oder seitenverkehrte Druckvorlagen benutzt. Diese werden zunächst mit einer farbigen Zubereitung überzogen und dann auf einen Bedruckstoff gepresst. Dabei überträgt sich die Farbe von der Druckvorlage auf den Bedruckstoff. Die Druckvorlage kann dabei in aller Regel mehrfach verwendet werden.
Folgende Komponenten werden zum Drucken unbedingt benötigt:
Schema_Druckprinzipien.png
Es wird zwischen drei Druckprinzipen unterschieden:
Druck bezeichnet zudem einen wesentlichen Arbeitsschritt der Verlagsherstellung.
Geschichtlicher Überblick der wichtigsten Erfindungen aus dem Druckbereich
| Jahr
| Erfindung
| Erfinder
| Anwendungsbereich
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| 770 | Holztafeldruck | entwickelt während der Sui-Dynastie | Druck von Blockbüchern
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| 1040 | Druck mit beweglichen Lettern (gebrannter Ton) | Bi Sheng | Buchdruck
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| 1440 | Druck mit beweglichen Lettern (Blei) | Johannes Gutenberg | Buchdruck
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| 1446 | erster nachweisbar datierter Kupferstich | Peter Zamudio | Einblattdruck, Buchillustration
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| 1797 | Steindruck (Lithographie) | Alois Senefelder | Einblattdruck, Buchillustration
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| 1798 | Papiermaschine | Nicholas-Louis Robert | Papierherstellung
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| 1800 | erste ganz aus Eisen gefertigte Handpresse | Lord Stanhope | Buchdruck
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| 1812 | Zylinderdruckmaschine (Schnellpresse) | Friedrich König | hohe Auflagen von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften
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| 1816 | Schön- und Widerdruckpresse | Friedrich König | Buchdruck
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| 1822 | erstes Patent auf eine Setzmaschine | William Church | Satzherstellung
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| 1830 | Tiegeldruckpresse (Bostonpresse) | Isaak Adam | Buchdruck
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| 1830 | Stereotypie | Firmin Didot | Klischeeherstellung
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| 1838 | Galvano | Moritz Hermann von Jacobi | Klischeeherstellung
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| 1838 | Fotografie | Louis Daguerre | Illustrierte, Photo-Bildbände, Postkarten
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| 1840 | Strichätzung | Blasius Höfel | Klischeeherstellung
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| 1843 | Rotationsdruck | Richard March Hoe | hohe Auflagen von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften in kurzer Zeit
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| 1844 | Patent auf Papierfabrikation aus Holz | Friedrich Gottlob Keller | Papierherstellung
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| ca.1850 | Lichtdruck (Phototypie) | Louis-Alphonse Poitevin | hochwertige Faksimiles
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| 1851 | Falzmaschine | James Livesey | Falzen
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| 1862 | Komplettgießmaschine | Johnson und Atkinson | Satzherstellung
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| 1863 | Rollen-Rotationsdruckmaschine | William Bullock | Massenauflagen von Büchern, Zeitungen, Zeitschriften mit kurzfristigem Erscheinungstermin
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| 1867 | Schreibmaschine | Christopher Latham Sholes | Büroarbeit aller Art
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| 1881 | Autotypie | Georg Meisenbach | Klischeeherstellung
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| 1884 | Setzmaschine (Linotype) | Ottmar Mergenthaler | Satz
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| 1897 | Monotype | Tolbert Lanston | Satz
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| 1907 | Offsetdruck | Ira W. Rubel/Caspar Hermann | Druck auf Papier, Folie, Blech
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| 1930 | Serigraphie/Siebdruck | Carl Zigrosser/Anthony Velonis | Plakate, Druck auf unterschiedlichste Materialien
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| 1930 | Lichtsetzmaschine (Uhertype) | Edmund Uher | Satz
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| 1948 | Rotofoto-Lichtsatzapparatur | George Westover | Satz
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| 1962 | EDV-Einsatz bei Satzherstellung | -- | Satz
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| 1982 | Einführung von PostScript | Adobe | Satz
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| 1993 | Einführung von PDF | Adobe | Satz
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Druckverfahren
Hauptdruckverfahren.png
Druckverfahren werden nach unterschiedlichen Gesichtspunkten eingeteilt:
- nach dem Verhältnis, in dem Druckelemente zur Druckform stehen wie zum Beispiel Flach-, Hoch-, Tief- und Durchdruck. Nach diesem Merkmal werden die Druckverfahren auch in der DIN 16500 unterschieden in die Hauptdruckverfahren: Hochdruck (Bildstellen der Druckform stehen höher als Nichtbildstellen zum Beispiel Buchdruck, Flexodruck), Flachdruck (siehe auch Lithografie (Bildstellen und Nichtbildstellen der Druckform liegen (annähernd) auf einer Ebene (Offsetdruck)), Tiefdruck (Bildstellen der Druckform liegen tiefer als Nichtbildstellen) und Durchdruck (Bildstellen der Druckform bestehen aus einer Schablone auf einem farbdurchlässigen Schablonenträger (Sieb aus Kunststoff- oder Metallfäden), Nichtbildstellen sind farbundurchlässig (Siebdruck).)
- nach dem Material der Druckform zum Beispiel Steindruck, Kupferdruck etc.
- nach der Bearbeitungsart der Druckform zum Beispiel manuell beim Holzschnitt oder der Lithografie, chemisch wie bei der Ätzung oder photomechanisch wie beim Lichtdruck etc.
- nach dem Automatisierungsgrad (zum Beispiel handwerkliche, manuelle, halbautomatische, automatische oder industrielle Druckprozesse)
- nach dem Übertragungsweg, direkt: die Druckform berührt den Bedruckstoff direkt, indirekt: das Druckbild wird zunächst auf einen oder mehrere Zwischenträger übertragen, bevor es auf dem Bedruckstoff ankommt (z.B. beim Offsetdruck)
Die vier wichtigsten Hauptdruckverfahren sind:
Das Verfahren ist seit Johannes Gutenberg verbreitet, bekannt als der klassische Buchdruck, bei dem die Druckelemente erhaben auf der Druckform stehen (Druck mit beweglichen Lettern).
Hochdruck-Druckformen können als Tiegel (plane Druckform) und als Zylinder (gekrümmte Druckform) ausgeführt sein und sowohl Papierbogen als auch Rollenpapier (Buchdruck-Rollenrotation) bedrucken.
Weitere Hochdruckverfahren:
- Indirekter Buchdruck (Letterset). Beim indirekten Hochdruck wird die Druckvorlage von einem seitenrichtigen, rundgebogenen auf dem Druckzylinder befestigtem Klischee auf ein Gummituch, den sogenannten „Gummizylinder“, übertragen. Das Gummituch bedruckt das Papier ähnlich dem Offsetdruck, jedoch ohne die Verwendung von Wasser. Fälschlicherweise wird der indirekte Buchdruck deshalb als „Trockenoffset“ bezeichnet, er gehört jedoch zu den Hochdruckverfahren. Anwendung findet der indirekte Buchdruck in der Verpackungsindustrie und beim Endlosdruck.
- Der Flexodruck gehört ebenfalls zu den Hochdruckverfahren; als Druckform dient hier eine Fotopolymerplatte. Anwendungsgebiete des Flexodrucks sind vor allem Verpackungsfolien. Der Flexodruck steht hier in engem Wettbewerb mit dem Kupfertiefdruck, der bessere Ergebnisse erzielt, jedoch aufgrund seiner hohen Druckvorkosten bei kleinen und mittleren Auflagen erheblich teurer ist. Eine Weiterentwicklung zur Erhöhung der Effizienz im Flexodruck besteht in der Verwendung von vorgefertigten Endlosdruckformen. Es handelt sich dabei um speziell entwickelte und auf den Einsatzzweck (Lösemittelfarben, Wasserfarben oder UV-Farben) angepasste Kautschukmischungen. Nach der Vulkanisation auf dem Trägersleeve wird das Druckmotiv mittels CO2-Lasers in die Oberfläche graviert (Flexo-Direktgravur).
Druckverfahren, bei dem die Druckelemente als Vertiefung in der Druckform ausgeführt sind. Diese Vertiefungen (Näpfchen) werden beim Druckvorgang mit Farbe gefüllt, welche an das Druckmaterial wieder abgegeben wird. Die Näpfchen können zum Beispiel durch Ätzung, mechanische Gravur oder Lasergravur erzeugt werden. Der Rotationstiefdruck (Tiefdruck mit zylindrisch ausgeführten Druckformen) ist heutzutage besonders bei Massendrucksachen, Zeitschriften, Dekorfolien (Möbelindustrie) und Tapeten in sehr hohen Auflagen wirtschaftlich, da den hohen Kosten der Druckform geringe Kosten im Fortdruck gegenüber stehen. Besonders für den Dekordruck ist die Möglichkeit des nahtlosen Endlosdruckes von Bedeutung.
Steindruck und Offsetdruck: Der Offsetdruck ist die Weiterentwicklung des direkten Steindruckes zum indirekten Flachdruck. Eine Sonderform des indirekten Flachdrucks ist der Umdruck mit Umdruckpapier oder -folien.
Prinzip: Fett und Wasser stoßen sich ab. Der Druckstock ist hierbei chem. bearbeitet bzw. mikrorauh. Die druckenden fetthaltigen Formbestandteile (z.B. Zeichnungen) werden mit Tusche, Fettkreide, Fettstiften oder auf photografischem Wege aufgetragen und nehmen die Farbe besser an als das Feuchtwasser (oleophile und hydrophobe Bereiche). Die Restfläche wird hydrophil aufbereitet und stößt die Farbe im folgenden Druckprozeß ab.
Ein universelles Durchdruckverfahren, die Schablone wird heute meist fotochemisch am feinen Siebgewebe aus Kunstfaser oder gar Stahldraht angebracht. Siebdruck kann sehr vielseitig eingesetzt werden um flache Objekte aller Formate zu bedrucken (Schablonendruck).
Weitere Druckverfahren
Darüberhinaus gibt es noch zahlreiche andere Druckverfahren:
- Tampondruck (indirekter Tiefdruck) - ein Kombination aus Tiefdruck und Flachdruck. Die Vorlage wird mit Hilfe eines Tampons (aus porösem Silikonkautschuk) von einer Fläche (meist Tiefdruckform) auf eine andere (Tassen, Kugelschreiber etc.) übertragen und kann damit auch in die Vertiefung eines verformten Bedruckstoffes appliziert werden. Kein Wunder, dass der Tampondruck besonders bei Werbegeschenkproduktion und in der Verpackungsherstellung Verwendung findet, ebenso bei der feinen Bedruckung von Modelleisenbahnen oder der Beschriftung elektronischer Bauelemente.
- NIP-Verfahren (Non-Impact-Printing, elektronische Druckverfahren ohne Druckform) - eine ständig wachsende Anzahl von neuen Digitaldruck-Verfahren, ob Laserdrucker oder Zeilendrucker, ob elektrostatische Bürokopie oder hochwertiger Farbthermodruck, Plotter und Tintenstrahldruckern.
- Stempeldruck Das älteste Druckverfahren überhaupt, bei dem die einzelnen Druckformen auf den Druckstoff aufgedrückt werden. Stempeldruck ist ein Flexodruckverfahren und als solches dem Hochdruck zuzuordnen.
- Pochoir Grafiken und Texte werden mittels Schablonen aufgedruckt. Kommt in der Straßenkunst vor, und ist als eine Unterart des Graffiti zu betrachten. Dieses Druckverfahren kann im weitesten Sinne zum Siebdruck (Durchdruckverfahren) zugeordnet werden.
- Beim Thermodruck findet ein temperaturempfindliches Spezialpapier Verwendung, welches sich bei Erhitzung schwärzt. Häufig in Registrierkassen und früher auch in Faxgeräten eingesetzt.
- Thermoretransferdruck Der Thermoretransferdruck ist die Weiterentwicklung des Thermodrucks vor allem im Bereich der CD und DVD-Bedruckung. Auch hierfür wird ein spezieller Drucker verwendet. Durch Erwärmung des Druckkopfes wird die Farbe von einer farbtragenden Polyesterfolie ("Ribbon") abgelöst und auf ein spezielles Übertragungsband ("Retransferband") übertragen. Von diesem Retransferband wird dann eine Folie auf das zu bedruckende Medium aufgeschmolzen. Durch diese Zwischenübertragung ist eine hohe Auflösung möglich und der Druck kann in Vollfläche erfolgen. Daher können auch kleine Stückzahlen in fotorealistischer Qualität bedruckt werden.
- Thermosublimationsdruck Der Thermosublimationsdruck hat seine Wurzeln ebenfalls beim Thermotransferdruck. Der Unterschied ist, dass die Farbe von der Trägerfolie auf das Papier durch Sublimation übertragen wird. Da die Farbe kurz gasförmig ist, lassen sich echte Tonwertabstufungen ohne Rasterung erzeugen - eine Schwäche des Thermotransferdrucks bei Fotoausdrucken konnte dadurch beseitigt werden. Allerdings sind die Verbrauchskosten (Transferfolien) sehr hoch, so dass sich diese Geräte auf dem Markt nicht halten konnten. In jüngster Zeit etabliert sich das Druckverfahren wieder bei kleinformatigen Fotodruckern als Zubehör für Digitalkameras.
Alle thermischen Druckverfahren eignen sich gut für den Textildruck, da sie besonders wasserabweisend und in hohem Maße lichtecht sind.
Siehe auch: Drucker, Druckmaschinen, Drucker (Beruf), Druckerei, Grafik, Printmedien, Druckfehler
Wichtige Zahlen der Druckindustrie in Deutschland aus dem Jahr 2004
Beschäftigte
Anzahl: 186.084
Ausbildungsquote: 8,0%
Betriebe
Anzahl: 11.912
Erzeugnisse
| Erzeugnis
| Umsatz in Mio €
|
| Werbedrucke/Kataloge | 5.568
|
| Geschäftsdrucksachen | 2.066
|
| Zeitschriften | 1.989
|
| Zeitungen/Anzeigenblätter | 1.799
|
| Bücher | 1.049
|
| Etiketten | 1.006
|
| Kalender/Karten | 165
|
| sonstige Drucksachen | 1.689
|
| Summe | 15.331
|
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