Fink 14:23, 4. Apr 2006 (CEST) ergänzt Dg6xu 15:13, 4. Apr 2006 (CEST)
Ein Funknetz ist ein Netzwerk, in welchem Informationen mittels elektromagnetischer Wellen übertragen werden. Es ist ein leitungsloses Telekommunikationssystem. Diese benötigen im Unterschied zu den leitungsgebundenen Telekommunikationsverfahren keine Leitung (Medium) zur Energieübertragung, sondern kommunizieren drahtlos. Die Übertragung funktioniert auch im leeren Raum.
Man macht zwei Unterscheidungen:
- gerichtete und ungerichtete Verfahren: Bei der Rundfunktechnik teilt man die Sendeanlagen in Grundnetzsender und Füllsender ein.
- unidirektionale Übertragung (nur in einer Richtung, das heißt Teilnehmer im Funknetz enthalten entweder nur einen Empfänger oder nur einen Sender; siehe auch Rundfunk) und bidirektionale Übertragung (jeder Teilnehmer im Funknetz enthält sowohl einen Empfänger als auch einen Sender).
- digitale und nicht-digitale Übertragung
Modulationstechniken
Üblicherweise wird einer konstanten hohen
Trägerfrequenz eine variable
Niederfrequenz, die
Nachricht,
aufmoduliert, da nur
hochfrequente Energie mit vertretbarem Aufwand von
Antennen über größere Entfernungen abgestrahlt werden kann.
Man entwickelte eine Vielzahl von Varianten und Kombinationen, das Trägersignal zu modulieren.
Modulationsarten
Die moduliert ausgestrahlte Nachricht wird in einem entsprechendem Empfänger wieder von der Trägerfrequenz getrennt.
Gerichtete Kommunikation
Bei einer gerichteten Kommunikation werden die Daten gebündelt entlang einer gewünschten Strecke gesendet. Die Sende- und Empfangsantennen müssen exakt aufeinander ausgerichtet sein. Vielfach wurden aber auch Reflexionsflächen benutzt, die ähnlich einem Spiegel den gerichteten Strahl umlenkten um beispielsweise Täler zu erreichen. Die Antennen müssen eine ausgeprägte Richtcharakteristik besitzen (zum Beispiel
Parabolantennen, Hornstrahler). Gründe für die gerichtete Kommunikation sind unter anderem Störungsarmut, größere Abhörsicherheit, weniger Gleichkanalstörungen, geringerer Sendeleistungsverbrauch, mehrfache Nutzung der gleichen Frequenz.
Laser-Strecke
auch
Optischer Richtfunk genannt.
- Beispiele: GSM-Netz (Abis-Schnittstelle zwischen BTS und BSC)
Satelliten-Direktfunk
Ungerichtete Kommunikation
Mobilfunk
Im Hausgebrauch findet sich mittlerweile häufig die Verwendung von Schnurlostelefonen nach dem DECT-Standard.
Netzwerke
In der
EDV teilt man insbesondere
bidirektionale Funknetze nach ihrer Reichweite ein:
- Funknetze für den unmittelbaren Umkreis einer Person (engl. wireless personal area network, Abk. WPAN)
- lokale Funknetze (engl. wireless local area network IEEE 802.11, Abk. WLAN)
- Stadtfunknetze (engl. wireless metropolitan area network IEEE 802.16, Abk. WMAN)
- Weitverkehrsfunknetze (engl. wireless wide area network, Abk. WWAN)
Obwohl diese Einteilung etwas willkürlich und auch nicht exakt definiert ist, haben doch die Funknetze innerhalb jeder Gruppe neben der Reichweite weitere Gemeinsamkeiten bezüglich Datenrate, Leistungsaufnahme, Mobilität der Teilnehmer und Kosten für Teilnehmergeräte, was die Einteilung sinnvoll erscheinen lässt. Angestrebt werden eine große Reichweite, eine hohe Datenrate, eine geringe Leistungsaufnahme und geringe Kosten sowie eine hohe Mobilität (das heißt, die Verbindung zum Funknetz kann aufrecht erhalten werden wenn sich der Teilnehmer bewegt). In der Praxis verhindern die Gesetze der Physik, dass alle Ziele gleichzeitig erreicht werden.
WPAN
Wireless Personal Area Networks (WPAN) sind hauptsächlich zur drahtlosen Verbindung von tragbaren,
batteriebetriebenen Geräten gedacht. Hierzu gehören beispielsweise
PDAs,
Laptops,
Mobiltelefone,
Tastaturen,
Mäuse sowie drahtlose
Kopfhörer und
Freisprecheinrichtungen. Dem Anwendungszweck entsprechend sind eine geringe Leistungsaufnahme (und damit eine lange Batterielebensdauer) sowie ein geringer Preis für die Teilnehmergeräte wichtig. Dafür werden eine geringe Reichweite (0,2 m bis 10 m), eine geringere Datenrate (im Allgemeinen weniger als 4 Mbit/s) und eine geringe Mobilität der Teilnehmer in Kauf genommen. Der wichtigste WPAN-Standard ist
Bluetooth. Auch wird die
Infrarotdatenübertragung (beispielsweise nach dem
IrDA-Standard) zu den WPANs gerechnet.
WLAN
WLANs dienen hauptsächlich dazu, mobile Geräte wie beispielsweise
Klapprechner mit einem drahtgebundenen
Computernetzwerk zu verbinden. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf einer hohen Datenrate (2003: 11 Mbit/s bis 54 Mbit/s). Auch die Reichweite ist in der Regel größer als bei WPANs (100 m bis 300 m). Dafür sind die Leistungsaufnahme und der Preis höher. Teilnehmer können sich innerhalb eines WLANs meist ohne Verbindungsabbruch bewegen (höhere Mobilität als in WPANs). Der wichtigste WLAN-Standard ist
IEEE 802.11.
WMAN
WMANs (Wireless Metropolitan Area Networks) sind die größte Form eines Funknetzes, bei dem sich die beteiligten Zugangsknoten über eine Stadt oder eine Region verteilt befinden. Idealerweise sind die Standorte der drahtlosen Zugangsknoten so aufgestellt, daß die Funkausleuchtungszonen leicht ineinander übergreifen, sodass ein Nutzer ein möglichst engmaschiges Funknetz ohne Funklöcher nutzen kann.
Funktechnologien wie Meshing mit einem dynamischen Routing leisten dabei gute Dienste um solchen Ansprüchen gerecht zu werden. In Deutschland gibt es bereits einige WMAN´s von kommerziellen und privaten Betreibern die sehr früh initiativ tätig wurden und heute oft von großen Telekommunikationskonzernen kopiert werden, da auch diese mittlerweile erkannt haben welche Chancen und Möglichkeiten solche lokalen und regionalen drahtlosen Netze den Nutzern bieten.
weitere Netzwerke
Beispiele:
Bluetooth,
WIMAX
Terrestrischer Rundfunk
Beispiele: terrestrisches
Fernsehen,
Hörfunk im Bereich der
Langwelle,
Mittelwelle,
Kurzwelle und
Ultrakurzwelle
Nichtöffentlicher Landfunkdienst
- BOS-Dienste (z.B. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst usw.) verwenden zur Kommunikation analoge Funknetze mit Wellenlängen im 2 m und 4 m-Bereich (BOS-Funk). Der Einsatz digitaler Funknetze nach dem Standard TETRA ist in Planung, nachdem sich dieses gegen die Konkurrenzprojekte TetraPol und BOS-GSM durchgesetzt hat. Die Polizei wird bis 2010 mit digitalem Funk in ganz Deutschland ausgestattet. Mit der Technik können Bilder und Pläne gefunkt werden. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 soll in drei Austragungsorten die Technik getestet werden.
- Übertragung von Befehlen an U-Boote im Längstwellenbereich, zum Beispiel über den Sender DHO38
Kommerzieller Funk
Betriebe nutzen für den
Flottenfunk typisch Frequenzen im 70 cm-Bereich und den
Chekker-Dienst. Auch der
Seefunk ist ein Funknetz.
Zeitzeichendienste
DCF77,
MSF, usw.
Amateurfunk
Funkamateure haben z.B. das Packet Radio Netz aufgebaut und nutzen es zum Nachrichtenaustausch im Amateurfunkdienst.
In Not- und Katastrophenfällen schließen sich Funkamateure zusammen, um zusätzliche Kommunikationswege bereit zu stellen. Oft werden dann Relaisstationen mit eigener Stromversorgung für die lokale Kommunikation oder Amateurbänder im Kurzwellenbereich zum Überbrücken größerer Entfernungen genutzt.
Satelliten-Rundfunk
Interkontinental werden Funknetze durch die Verwendung von
geostationären Satelliten ermöglicht, die als
Reflektor und
Verstärker fungieren. Auch darüber lassen sich Computernetzwerke und Telefonieanwendungen (z. B.
Iridium) oder Satelliten-Fernsehen realisieren.
Probleme und Störungen
Hidden Station und Exposed Station
Ein allgemeines Problem bei
Rechnernetzen ist die Zerstörung von Nachrichten durch Kollisionen. Kollisionen können entstehen, wenn mehrere Rechner zur gleichen Zeit eine Nachricht senden. Um Kollisionen erkennen zu können, hört eine Station in der Regel seine eigene Nachricht ab.
Diese Problematik verschärft sich bei Funknetzen, da es hier vorkommen kann, dass sich, aufgrund beschränkter Sendereichweiten, nicht alle Kommunikationspartner wirklich verstehen können. Diese Tatsache kann zum Hidden Station- bzw. Expose Station-Problem führen.
Beim
Hidden Station-Problem gibt es zwei Sender, die sich gegenseitig nicht verstehen und einen Empfänger, der innerhalb der Reichweite beider Sender ist. Wenn nun beide Sender zur gleichen Zeit an den Empfänger senden wollen, so kollidiert die Nachricht beim Empfänger, ohne dass die Sender dies bemerken.
Beim
Expose Station-Problem liegen zwei Sender jeweils innerhalb ihrer Reichweiten, wobei beide Sender an einen Empfänger senden, der nicht in der Reichweite des jeweils anderen Senders liegt. Nun empfangen beide Empfänger die Nachrichten korrekt, es findet allerdings eine Kollision bei den Sendern statt, so dass diese davon ausgehen, dass die Nachrichten nicht korrekt übertragen wurden.
Lösung: RTS/CTS-Schema
Eine Lösung für diese Probleme ist das RTS/CTS-Schema.
- Der Sender sendet an den Empfänger ein RTS-Paket (Request To Send), in dem er dem Empfänger die Größe der Nachricht, die er versenden will, mitteilt
- Empfängt der Empfänger ein RTS für sich und hat zuvor kein anderes RTS empfangen, so sendet er ein CTS-Paket (Clear To Send) an den Sender. Wenn der Empfänger ein zuvor ein anderes RTS empfangen hat, so wartet er mit dem senden des CTS, bis die andere Übertragung beendet ist.
- Empfängt der Sender das CTS, beginnt er mit der Übertragung der Nutzdaten
Siehe auch
Literatur
- Jörg Roth: Mobile Computing. Grundlagen, Technik, Konzepte. Heidelberg: dpunkt-Verl., 2002. ISBN 3-89864-165-1
Weblinks
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