dBASE war die erste weitgenutzte Datenbank-Applikation (genauer eher ein Datenbankverwaltungssystem) für Mikrocomputer und wurde von der Firma Ashton-Tate für das Betriebssystem CP/M vertrieben. Später wurde die Datenbank auf den IBM-PC unter MS-DOS portiert.
Die Basisidee des dBASE-Systems ist, die Tabellen einer Datenbank in speziell strukturierten Files (DataBaseFiles = DBF) zu halten und zur Verarbeitung eine 4GL-Sprache bereitzustellen.
Unter DOS war dBASE jahrelang einer der bestverkauften Softwaretitel. Abnehmende Marktbedeutung stellte sich erst ein, als es nicht gelang, die Datenbank für Microsoft Windows zu optimieren. An die Stelle von dBase traten dann Datenbanken wie Paradox und FoxPro, inzwischen Visual FoxPro von Microsoft und in den letzten Jahren vor allem MySQL und Microsoft Access. Das Softwarehaus Ashton-Tate wurde 1991 an Borland verkauft. Die Rechte an der Produktlinie wurden 1999 an die dBASE Inc. verkauft.
Durch die Gewinne konnte Jeb Long Ashton-Tate gründen, um Produktion und Vertrieb zu optimieren und zusätzliche Programmierer einzustellen. Wayne Ratliff programmierte dann das System für 16-bit IBM-PC: Im August 1982 kam dann dBASE II 2.3 heraus. Diese Version enthielt zunächst sehr viele Fehler, schließlich konnten diese behoben werden, und dBase II wurde zu einer der erfolgreichsten Softwareapplikationen für PCs.
Mit dem Aufkommen der PC-Netzwerksoftware wie NOVELL, Ethernet etc. wurde dBASE III PLUS sogar noch im Befehlsumfang um Netzwerkbefehle wie z.B LOCK/UNLOCK RECORD erweitert, um mehrplatzfähig zu werden. Neue Clipper Versionen unterstützten diesen Code ebenfalls.
Zum Erfolg trug zusätzlich bei, dass dBASE definierte Schnittstellen zur damaligen Office Software wie LOTUS 1-2-3 und WORD hatte, was für den Entwickler einen Datentransfer in beide Richtungen ermöglichte.
dBASE III wurde (wie auch schon dBASE II und andere erfolgreiche Standardsoftware) durch die DDR-Firma Robotron geklont und in der DDR unter dem Namen Redabas vertrieben.
Größter Konkurrent von Ashton-Tate war Borland mit ihrem Datenbanksystem PARADOX, das die Marktanteile von dBASE jedoch nie erreichte. Alle PARADOX Datenbanken unterstützten das Datenformat von dBASE und hatten definierte Schnittstellen zu dBASE, um ein "Umsteigen" zu ermöglichen.
1986 begann Ashton-Tate für den Apple Macintosh Software zu entwickeln. Eine kleinere Firma, Ann Arbor Softworks, wurde gekauft, die Geschäftsapplikationen entwickelte. Hier wurde ein Officepaket mit der Tabellenkalkulation Full Impact, einer Textverarbeitung namens FullWrite Professional, und einer Datenbankapplikation mit Namen dBASE Mac produziert.
Das Projekt floppte. Lediglich dBASE Mac blieb als Anwendung erhalten. dBase Mac besaß eine grafische Benutzeroberfläche. Der Dateiaustausch mit den PC-Versionen war jedoch unmöglich und der Konkurrenzkampf mit anderen Mac-Datenbanken ging zu Lasten von dBase Mac.
Die US-Version wies viele Fehler auf und hatte ganz erheblich mit der damals gültigen 640 KB Speichergrenze der Industrie PC zu kämpfen. Hinzu kam, dass selbst die kompilierten Programme langsamer waren als die unkompilierten Programme in dBASE 3+.
Das als Neuerung hingestellte Regiezentrum zur Bedienung von dBASE IV erwies sich als Flop, da die Sachbearbeiter und Sekretärinnen in den Firmen damit nicht zurechtkamen. Der neu entwickelte Report- und Label Generator war schwer zu bedienen.
Mit diesem neuen Produkt brach Ashton-Tate auf dem PC Markt ein. 1991 wurde Ashton-Tate von seinem größten Konkurrenten, Borland, aufgekauft.
dBASE 5.0 erschien 1993 erneut unter DOS und Windows. Es konnte sich aber ebenso wie sein Vorgänger nie mehr richtig durchsetzen und verblieb im Hintergrund.
Die erste Windows-Version ca. Mitte der 90er hieß "dBase for Windows" (V 5.0) und war noch in 16-Bit-Technik. Für die erste Portierung von DOS nach Windows war sie recht gut gelungen, wenn auch Performance und Stabilität nicht immer überzeugen konnten. Danach kam "Visual dBase" (V 5.5), ebenfalls noch im 16-Bit-Gewand, gefolgt von V 5.7 unter dem gleichen Namen und erstmals Jahr-2000-fähig.
Die ersten 32-Bit-Versionen wurden auch noch als "Visual dBase", aber unter der Version 7.0x angeboten und gingen bis V 7.5x.
Im neuen Jahrtausend gab es das Produkt unter dem Namen "dBase 2000" bzw. "dB2K" mit den Versionen 0.1, 0.2, 0.3 und 0.4. Auch wenn diese Versionsnummern nicht unbedingt vertrauenserweckend waren, lief das Produkt doch ausgesprochen stabil. Allerdings war eine 32-Bit-Umgebung (Windows NT oder 2000) ratsam, denn auf den älteren Win95/98/ME-Versionen lief es ein wenig zäh und verbrauchte sehr viele System-Ressourcen.
dBase Plus ist jedoch wenig bekannt. Einige wenige Softwarehäuser haben sich auf die Entwicklung damit, und insbesondere auch auf die Umstellung alter dBase/DOS-Programme auf dBase/Windows spezialisiert.
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