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Sossusvlei01.jpg Eine Düne ist eine Erhebung aus Sand, die vom Wind angeweht und abgelagert wird. Die Bildung von Dünen setzt das Vorhandensein von Sand und das Fehlen einer geschlossenen Pflanzendecke voraus. Dünen bilden sich daher bevorzugt in trockenen (ariden) Klimazonen, können aber auch in humiden Gebieten auftreten, sofern die befestigende Vegetation beseitigt wurde.

Die Bildung von Dünen kann mit dem Helmholtzschen Gesetz erklärt werden: "Strömen zwei Medien unterschiedlicher Dichte aneinander vorbei, so ergibt sich eine wellenförmige Begrenzungsfläche." Diese ist bei den allgemein herrschenden Windstärken strömungsenergetisch günstiger als eine ebene Begrenzungsfläche (CW-Wert). Dabei unterscheidet man Großformen, die eigentlichen Dünen und Kleinformen, die Rippeln. Während Dünen beträchtliche Ausmaße und Mächtigkeiten erreichen können, haben Rippeln meist nur eine Höhe von wenigen Zentimetern, bei einer Erstreckung im Dezimeterbereich.

Die Dünenzonen der Erde unterteilt man allgemein nach den Klimazonen bzw. nach Sonderfällen:

  • Dünen der tropischen und subtropischen Wüsten und Halbwüsten
  • Dünen humider Klimate
  • Dünen der Kältewüsten und Tundren
  • Strand- bzw. Küstendünen und Dünen aktiver Flussauen

Dünentypen


In der Geomorphologie unterscheidet man zwischen verschiedenen Dünentypen, die durch jeweils unterschiedliche Windrichtungen und -geschwindigkeiten entstehen:

  • die Sicheldüne (auch als Barchan bezeichnet) ist die am weitesten verbreitete Dünenform. Sie wird durch Wirbelbildung im Inneren bestimmt. Auf der Luvseite steigt die Düne mit geringem Gefälle an und fällt auf der Leeseite steil ab. Die höchste Stelle befindet sich in der Mitte. Zu den beiden Seiten, den Sichelenden, fällt die Düne ab. Sie sind schmaler und niedriger, da der Wind hier heftiger weht. Sicheldünen entstehen durch konstante Winde aus einer Hauptwindrichtung und "wandern" leewärts. Dabei wandern die Sichelenden schneller als der Hauptkamm.

  • die Reihendünen oder Transversaldünen entstehen, wenn sich Barchane vergittern. Dies geschieht bei wechselnden Windrichtungen. Die Sicheldünen verketteln sich so immer mehr. Dieser Prozess wird durch die Bildung von Salztonflächen am Fuße der Dünen begünstigt. Da Salze Feuchtigkeit speichern, werden die Dünen in ihrer Bewegung noch gehemmter. Irgendwann sind Luv- und Leeseiten der Dünen nicht mehr erkennbar.

  • die Parabeldüne oder Paraboldüne, auch Bogendüne genannt, ist der Sicheldüne ähnlich, jedoch schmaler und hat im Grundriss eine entgegengesetzte Krümmung. Sie ist teilweise mit Vegetation bewachsen. Die konvexe Seite zeigt leewärts. Der von Vegetation fast leere Mittelteil der Düne zieht schneller voran als die Schenkel, die dem Hauptkamm hinterher hinken, weil sie durch die dort dichtere Vegetation (Heidekraut, Krähenbeere) festgelegt werden. Wegen der Vegetation sind die Parabeldünen ein Phänomen der humiden Klimate.

  • die Längsdünen oder Longitudinaldünen sind kilometerlange Sandwälle, die vor allem in der westlichen Sahara auftreten, in Folge der starken, konstant in eine Richtung laufenden Passatwinde. Sie gehen oft auf Parabeldünen zurück, deren Hauptkamm infolge der lang anhaltenden Winde durchbrochen wurde.

  • die Kreuz- oder Sterndünen entstehen durch jahreszeitlich sich verändernde Hauptwindrichtungen. Die Sterndünen können unter Umständen mehrere 100 Meter hoch werden (wie zum Beispiel in der Sahara). Die Düne wandert nicht, vielmehr wird der Sand immer wieder umgeschichtet.

  • die Draa-Dünen sind Megadünen mit stabilen Kämmen und sind teilweise älter als die letzte Eiszeit.

  • Trotz aller regelmäßigen Formen sind unregelmäßige Dünen einer der häufigsten Dünentypen. Auch ist die Form der oben genannten regelmäßigen Dünen in den allermeisten Fällen nicht perfekt sondern stets etwas abgewandelt. Die Ursachen sind vielgestaltig. Sie liegen zum einen im teilweise chaotischen Strömungsverhalten des Windes, auch kurzzeitig schwankenden Windrichtungen und andererseits in Unregelmäßigkeiten des Untergrundes, der Vegetation und der Feuchtigkeit des Sandes.

Dünen in Mitteleuropa


In Mitteleuropa besitzen außer den Küstendünen nur noch die in der ausklingenden Eiszeit gebildeten Binnendünen eine nennenswerte Verbreitung.

  • Die Küstendünen sind räumlich und genetisch mit Flachküsten verbunden. Der Sand für diesen Dünentyp wird durch vorherrschende auflandige Winde vom sandigen Strand herangeweht, stammt also ursprünglich aus dem Meer, das den Sandstrand aufbaut. Je nachdem ob sich die Küste im humiden oder ariden Klima befindet, können im Hinterland teilweise mit Vegetation bewachsene Parabeldünen oder vegetationslose Sicheldünen entstehen.

  • Die Binnendünen wurden ursprünglich im kalten Tundrenklima während der ausklingenden Eiszeit gebildet. Eine Weiterentwicklung bzw. Reaktivierung in der Nacheiszeit erfolgte unter dem Einfluss des Menschen.

Erwähnenswerte Dünen


SandDuneNamibDesert.jpg

Die höchsten Dünen der Welt gibt es in der Namib-Wüste mit über 300 m Höhe. Hierzu gehören auch die roten Dünen im Sossusvlei. Diese Riesendünen wurden zu Touristenattraktionen.

Die Rub al-Chali ist die größte Sandwüste der Erde. Hier erstrecken sich Sanddünen über eine Fläche von über 500.000 km² und erreichen bis zu 300 Meter Höhe. Diese Region gilt jedoch als größtenteils unerforscht und menschenleer.

Die größte Wanderdüne Europas (Dune du Pyla) ist z.Zt. 117 m hoch und befindet sich in Frankreich bei Arcachon. Große Wanderdünen gibt es auch in Litauen bei Nida (Nidden) sowie im Slowinzischen Nationalpark (Lontzkedüne, 42 m) bei Leba in Polen. Auch in Dänemark gibt es eine Wanderdüne, die Råbjerg Mile.

Singende Dünen


Singende Dünen finden sich in nahezu allen Wüsten der Erde und darüber hinaus auch in Gebieten mit großen Stranddünen. Als Singen werden dabei die durch an den Dünen abrutschenden Sand erzeugten tiefen und lauten Brummtöne bezeichnet, die teilweise über mehr als 10 km hörbar sind und bis zu 15 Minuten anhalten.

Die entstehenden Geräusche werden oft mit „Brummen, Stöhnen, Trommeln, Donner, Nebelhörnern oder tief fliegenden Propellerflugzeugen“ verglichen. Durch diese große Bandbreite und die lange unerklärliche Herkunft der Töne haben die Singenden Dünen Eingang in Legenden und Literatur gefunden. Schon Marco Polo berichtete aus der Gobi von bösen Wüstengeistern, die „manchmal die Luft mit den Klängen der verschiedensten Musikinstrumente füllten, manchmal aber auch mit Trommeln oder Waffenlärm“. Neuere Erwähnung finden sich in so unterschiedlichen Texten wie Charles Darwins „Voyages of the Beagle“ (1889) und Frank Herberts „Der Wüstenplanet“ (1984).

Die von den Dünen erzeugten Töne liegen meistens bei 100 Hz und können eine Lautstärke von bis zu 100 dB erreichen, es sind aber auch Frequenzen von bis zu 770 Hz dokumentiert.

Obwohl das Phänomen der Singenden Dünen also schon lange bekannt ist und wissenschaftlich untersucht wurde, wurden die wesentlichen Wirkmechanismen erst in den letzten Jahren erforscht. Erzeugt werden die Geräusche durch das Abrutschen von Sandlawinen, in denen sich die Sandkörner abwärts bewegen. Durch diese Bewegung wird die angrenzende Luft in Schwingungen versetzt, so dass eine kleine Druckwelle und damit auch Schallwelle entsteht. Da die abrutschende Sandschicht aus bis zu 500 Sandkornschichten besteht, summieren sich die einzelnen Töne bei synchroner Bewegung der Sandkörner zu den lauten Brummtönen. Ungeklärt ist bisher noch der Mechanismus, mit dem die Sandkörner ihre Bewegung synchronisieren.

Singende Dünen finden sich in fast allen Trockenwüsten der Erde, unter anderem in

Ein verwandtes Phänomen ist der quietschende Sand.

Weblinks


Dünen allgemein

Singende Dünen

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