Creatio ex nihilo (Latein für: Schöpfung aus dem Nichts oder besser Schöpfung aus nichts) bezeichnet die christliche sowie die philosophische Lehre, dass die Schöpfung der Welt als Werk des Schöpfergottes absolut voraussetzungslos ist.
Aus christlicher Sicht ist Gott die alleinige Ursache für die Erschaffung der Welt. Auch Raum und Zeit sind erst mit der Erschaffung einer außergöttlichen Wirklichkeit in Erscheinung getreten. Da Gott absolut überzeitlich, ohne jegliche Dauer ist bzw. lebt, kann man von ihm nicht aussagen, dass er „vor“ der Weltentstehung allein existierte, sondern 'nur', dass er sich „ohne“ Welt befand. Durch die Erschaffung aus nichts steht jedes außergöttliche Seiende in der realen Beziehung der Abhängigkeit von Gott, ist wesenhaft relatives Seiendes (vgl. Kontingenz).
In der Schöpfungsgeschichte (Genesis 1,1 ff.) heißt es: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“. Das hier verwendete hebräische Wort „bara“ für „schaffen“ bedeutet nicht notwendig „aus nichts“ erschaffen. Es wird aber in der christlichen Theologie aus dem Kontext der Darstellung heraus so interpretiert, wo es darum geht, den Ursprung der gesamten außergöttlichen Wirklichkeit auf Gott selbst als alleinige Allursache zurückzuführen. Mit „Himmel und Erde“ ist die Gesamtheit aller außergöttlichen Dinge gemeint. Das Wort „im Anfang“ soll den absoluten Anfang aller Dinge und der Weltzeit ausdrücken.
Die biblische Darstellung unterscheidet sich wesentlich von den anderen altorientalischen Weltentstehungs-Lehren (Kosmogonien), in denen stets auch von einer Götterentstehung (Theogonie) die Rede ist.
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