Das Wort Brut hat in der Vogelkunde (ganz ähnlich wie bei Fischen und Insekten) zwei Bedeutungen:
Nach der Paarung legt das Weibchen bei den meisten Arten die befruchteten Eier innerhalb einiger Tage bis einiger Wochen (?). Bei Singvögeln hat das Gelege im Durchschnitt 5-8 Eier - doch gibt es auch Vogelarten mit nur zwei oder mit über 20 Eiern.
Bei den Reptilien ist die Gelegegröße vergleichbar, bei den Fischen schwankt die Zahl der Eier jedoch erheblich und kann bis mehrere Hundert reichen.
Die Brutdauer verschiedenster Vogelarten und -Gattungen kann zwischen etwa 10 Tagen und 3 Monaten betragen.
Nach 3 Wochen schlüpfen die Jungen meist in kürzeren Abständen als o. e. 1 - 2 Tagen. Der Grund ist eine akustische „Steuerung“ durch die Henne oder zwischen den Jungen.
Bei den meisten Vogelarten Europas beträgt die Brutdauer 2-4 Wochen. In der Mitte dieses Zeitrahmens findet sich interessanterweise die schwere, während der Mauser flugunfähige Großtrappe des Marchfeldes oder Brandenburgs mit ihren 2-3 Eiern. Auch das Rebhuhn bebrütet sein Gelege (etwa 20 Eier) drei Wochen. Bei der überwiegenden Zahl der Singvögel sind es etwa 2 Wochen.
Die Brutpflege wird - wie auch bei Fischen - oft vom Weibchen und Männchen gemeinsam übernommen.
Sehr verschieden sind die Verhältnisse bei den großen Laufvögeln. Manche lassen die Eier von der Sonne ausbrüten, bei anderen übernehmen es die Männchen. Das Nandu-Männchen beispielsweise paart sich zwar mit mehreren Weibchen, besorgt aber dann allein das Brutgeschäft und die Aufzucht. Die Weibchen ziehen ab und paaren sich noch mit weiteren Männchen.
Siehe auch: Brutgebiet, Ei, Reptilien, Vögel, Brutpflege, Nestflüchter, Nesthocker