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Die boreale Zone ist eine Vegetationszone, die nur in der nördlichen Hemisphäre vorkommt. Zwischen dem 50. und dem 70. Breitengrad umspannt sie die Erde mit einem mindestens 700 Kilometer breiten Gürtel (maximal 1500 Kilometer in Kanada und 2000 Kilometer in Ostsibirien). Sie besteht aus dichten Nadelwaldgebieten, der Taiga und der Waldtundra. Im Norden endet die boreale Zone an der polaren Baumgrenze, an welche sich die Tundra anschließt. Im Süden grenzen die gemäßigten Laub- und Mischwälder der mittleren Breiten oder die Steppen im Einfluss des Kontinentalklimas an. Das Ökosystem der borealen Zone erstreckt sich über etwa 2 Milliarden Hektar und deckt damit etwa 13 Prozent der Festlandoberfläche der Erde ab.

Wortherkunft


Borealis ist lateinisch und stammt vom altgriechischen βορέας „Nordwind“, auch Name des Windgotts Boreas.

Klima


Das Klima ist charakterisiert durch lange, kalte Winter und kurze, mäßig warme Sommer. Die Temperaturen erreichen Minimalwerte bis zu −40 °C im Winter im Inneren der Kontinente und erreichen im Sommer während 2 bis 3 (mindestens 1) Monaten Temperaturen zwischen 10 und 18 °C. Die Schneedecke bleibt bis zu sieben Monate liegen. Unter kontinentalen Klimabedingungen bewegen sich die Jahresdurchschnittstemperaturen über 0 °C, die Böden bleiben allerdings ab einer geringen Tiefe auch im Sommer permanent gefroren (Permafrost). Die Niederschläge bewegen sich im Mittel in den meisten Gegenden zwischen 250 und 500 Millimeter, wobei der Regen gegenüber den Schneeanteilen gewöhnlich leicht überwiegt. Es herrschen während der Sommerzeit Langtags- bis Dauertagsbedingungen. Die Tageslängen erreichen hierbei zur Zeit des Sommersolstitiums an der Südgrenze 16 und an der Nordgrenze 24 Stunden. Somit kann die geringe Intensität der Sonneneinstrahlung wenigstens für einige Zeit kompensiert werden. Die Lufttemperatur bleibt trotzdem sehr niedrig, da die Energie für die Aufschmelzung von Schnee und Eis aufgebracht wird. Die Temperaturunterschiede können aufgrund der Kontinentalität und Ozeanität sehr hoch sein. Der kaltkontinentale Klimatyp, der z.B in der sibirischen Taiga vorkommt, steht für außerordentlich kalte Winter, bei denen die Temperatur bis auf -70°C absinken kann. Dem gegenüber stehen relativ warme, kurze Sommer, mit Temperaturmaxima von +30°C. Die Jahresmitteltemperatur ist demnach mit -5°C sehr niedrig. Die boreale Zone weist somit die höchsten Temperaturamplituden auf. Der kaltozeanische Klimatyp, z.B. aus dem südlichen Alaska, weist hingegen etwas kühlere Sommer, aber auch mildere Winter auf. Die Temperaturamplituden sind hier nicht so hoch, so dass die Jahresmitteltemperaturen höher sind. Die Schneemächtigkeit ist hier höher. Permafrost tritt nicht überall auf und fehlt selten ganz.

Landnutzung


Trotz des Reichtums an Bodenschätzen ist die Nutzung dieser Vegetationszone aufgrund der unwirtlichen klimatischen Rahmenbedingunden begrenzt. Die Einwirkung durch den Menschen ist hier also vergleichsweise gering. Die wichtigste Landnutzungsart ist der Holzeinschlag, daneben finden sich Harz- und Honiggewinnung sowie der Abbau von Torf, die traditionelle Pelztierjagt und das Sammeln von Wildbeeren. Ackerbau (wie zum Beispiel Roggen, Gerste, Hafer und Kartoffeln) und Beweidung haben wegen des Klimas und wenig fruchtbaren Böden kaum Bedeutung, lediglich zur Sicherung der Selbstversorgung der ansässigen Bevölkerung. Durch den Holzeinschlag werden etwa 90% des Bedarfs an Papier- und Schnittholz gedeckt. Die forstwirtschaftliche Flächenleistung ist jedoch gering, da die Relation zu den riesigen Waldflächen in Betracht gezogen werden muss. Folgende Probleme gehören zu der kommerziellen Holznutzung:

  • Abgelegenheit führt zu langen Transportwegen.
  • Es sind nur wenig Arbeitskräfte vorhanden.
  • Tiefe Temperaturen und hohe Schneedecken im Winter.
  • Durch lichten Baumbestand gibt es nur eine geringe nutzbare Holzmasse pro Fläche. Die Holzqualität ist niedrig, da die Wuchshöhe sehr gering ist. Das Holz kann meistens nur für die Herstellung von Papier oder als Brennmaterial verwendet werden.
  • Die Aufforstung dauert hier relativ lange, da die Wuchsleistungen niedrig sind.

Boreomontan


Abgeleitet vom Klima der borealen Zone wird das Klima des Boreal und das Klima der Gebirgsregionen der gemäßigten Zonen zusammengefasst als boreomontan bezeichnet. Da ebenso wie die boreale Zone auch die höheren Bergregionen der gemäßigten Zone ursprünglich fast vollständig von Nadelwald bedeckt waren, mit zahlreichen ökologischen Übereinstimmungen und gemeinsamen Floren- und Faunenelementen, wurde der Begriff „boreomontan“ geprägt, um die Gemeinsamkeiten der beiden räumlich voneinander getrennten Nadelwaldregionen zu benennen.

Klimazonen und Vegetation

 

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