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Neroccio de' Landi 001.jpg, Siena ca. 1490)]] Blond ((dt.-franz.) "hell") bezeichnet eine helle oder gelblich bis goldgelbe Haarfarbe. Etwa 2 % der Weltbevölkerung sind (im weitesten Sinne) blond.

Als Blondinen bezeichnet man sowohl naturblonde als auch künstlich erblondete Frauen.

Biologische Hintergründe


Arten

Farbvarianten sind aschblond, nordischblond, lichtblond, strohblond und weißblond (sehr hell, fast weiß), mittelblond (durchschnittlich blond), dunkelblond (dunkel, in Richtung braun), goldblond und weizenblond (in Richtung goldgelb), semmelblond und rotblond (in Richtung rot). Menschen mit von Natur aus blonden Haaren werden als naturblond bezeichnet, im Gegensatz zu Menschen mit gefärbten Haaren.

Blondtöne gehören auch zu den beliebtesten Colorationen bei der Haartönung und Haarfärbung, auch in Form von einzelnen Strähnchen. Sehr hellblond (weiß) gefärbte (besser: gebleichte) Haare nennt man auch platinblond oder wasserstoffblond.

Vorkommen

Naturblonde Menschen gibt es heute vor allem in Nord-, West-, Mittel- und Osteuropa und bei den Nachfahren europäischer Einwanderer in Amerika, Australien, Neuseeland und Südafrika. Sie sind aber auch in Nordafrika und in Vorderasien anzutreffen. So gibt es zum Beispiel im Libanon Bergregionen mit einem großen Anteil blonder Menschen, die ein Erbe der europäischen Kreuzfahrer sind. Bei rein indigener Bevölkerung findet man sie allerdings fast nur in Europa. Ein kleiner Teil der indigenen Bevölkerung in Papua Neuguinea und den Salomonen ist jedoch auch blond. Die Menschen dort haben eine sehr dunkle Hautfarbe und blonde Haare.

Vererbung

Haarfarbe entsteht durch die Einlagerung der Farbpigmente Eumelanin und Phäomelanin. Überwiegt der Anteil an Phäomelanin das Eumelanin, führt es zu einer blonden oder rötlichen Färbung. Die endgültige Farbe wird durch die Menge an produziertem Phäomelanin (Enzymaktivität) bestimmt. Da Phäomelanin im Vergleich zu Eumelanin wesentlich schwächer färbt, ist der Anteil an Blonden gegenüber Rothaarigen größer.

Im Rahmen der Vererbungslehre ist das Allel, das für die Bildung von Phäomelanin verantwortlich ist, rezessiv gegenüber dem Allel zur Produktion von Eumelanin. Daher haben die Kinder eines blonden und eines dunkelhaarigen Elternteils meist dunklere Haare, dies führt allerdings nicht dazu, dass blonde Menschen aussterben. Das Blond-Allel bleibt auch in dunkelhaarigen Menschen mit einem blonden Elternteil weiterhin vorhanden; so kann es vorkommen, dass das Kind zweier Dunkelhaariger blond ist. Tatsächlich geht aber der Anteil der Blonden an der Weltbevölkerung zurück, was an der zunehmenden Kombination beider Allele im Zuge der fortschreitenden Globalisierung liegt.

Viele Kinder, die im nördlichen Teil Europas geboren werden, haben helle Haare. Bei den meisten verdunkeln sie sich jedoch im Laufe der körperlichen Entwicklung, da in der Kindheit die Produktion der Melanine häufig gesteigert wird. Im Alter verkümmern die Melanozyten zunehmend, was zu steigendem Einbau von Luftbläschen anstelle der Pimente führt. Das Haar erscheint dann grau oder weiß.

Kulturelle Bedeutung


Westen

In der Antike galten den griechischen und römischen Schriftstellern die Germanen, Kelten, Skythen, Sarmaten und Alanen als typischerweise blond und blauäugig.

Die Germanen handelten sogar mit abgeschnittenen blonden Haaren. Deren Käufer, meist Römer, schenkten diese Haare ihren Gattinnen, die sich damit schmückten, indem sie sie in ihre Frisur einarbeiteten. Auch in anderen, südlicheren Staaten, gab es blonde Menschen (oder sogar ganze Völker) wie die Guanchen (ehemalige Ureinwohner der Kanaren), von denen aber auch ein großer Teil dunkelhaarig war.

Der aztekische Gott Quetzalcoatl, (meist als Federschlange dargestellt), wurde in manchen Abbildungen als weißer, blonder und bärtiger Mann gezeichnet.

In Adolf Hitlers Drittem Reich wurde das Blondsein (das als typisch germanische Eigenschaft angesehen wurde) zum Kennzeichen der sogenannten Herrenrasse, die nach dem Weltbild der Nationalsozialisten eine herausgehobene Stellung unter den Menschenrassen hatte.

Das heutige Bild von "Blondinen" in der westlichen Welt ist ambivalent. Einerseits gilt blondes Haar als feminin und weiblich. Da es ein Schönheitsideal darstellt, färben sich viele Frauen (und besonders junge Mädchen) ihre Haare gerne blond. Die blonde Haarfarbe wird aber nicht nur positiv mit Weiblichkeit assoziiert, sondern auch negativ mit Einfältigkeit, was wohl dem traditionellen (konservativen) Rollenverständnis der Frau entspringt. Siehe auch: Weiblichkeit

Japan

Blonde Haare findet man häufig bei japanischen Mangas. Diese sind jedoch weniger als natürliche Haarfarbe zu deuten, da sie häufig einen Charakterzug der jeweiligen Figur symbolisieren sollen.

Weitere Bedeutungen des Wortes


Als blond werden auch helle Tabake bezeichnet. Das Blonde ist auch ein Synonym für helles Bier, vor allem Pils ("ein kühles Blondes"). Auch Pferde mit an blondes Haar erinnernder Mähne (z. B. Haflinger) bezeichnet man gelegentlich als blond.

Literatur


  • Michaela Krützen: weissBLOND. Das Haar, der Star. In: Weiss / hg. von Wolfgang Ullrich und Sabine Schirdewahn. Frankfurt a.M.: Fischer Verlag 2003, S. 103-144

Siehe auch


Haar

Blond | Rubio | Vaaleahiuksisuus | Blond (couleur) | בלונד | Плавуша

 

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