Anamorph (v. gr.: ἀνά (aná) = herauf, auf; μορφή (morphé) = Form, Gestalt, auch »anamorphotisch«) ist ein Begriff aus dem Unterhaltungsbereich. Er bezeichnet die Speicherung bzw. Übertragung von Bildern, die in nur einer Dimension verzerrt wurden.
Das Verfahren ist nicht auf DVD-Wiedergabe oder das 9-Format beschränkt, sondern findet beispielsweise auch bei der Speicherung von Cinemascope-Material auf 35mm-Film Anwendung. Folgende Schilderung erfolgt am Beispiel von Speicherung von 16:9-Material im DVD-Format, da es hier die meisten Leser nachvollziehen können.
Illustration_anamorph_letterbox.jpg Soll ein Breitwand-Film kodiert werden, bieten sich zwei Möglichkeiten:
Die Nachteile sind, dass nicht alle zur Verfügung stehenden Bildpunkte (oder Platz auf einem 35mm-Film) ausgenutzt werden. Außerdem sehen Betrachter auf einem 9-Fernseher dann nicht nur die mitübertragenen horizontalen schwarzen Balken, sondern auch noch zusätzlich „Bookends“, also Buchstützen, genannte vertikale schwarze Bereiche. Zwar bieten die 16:9-Fernseher hier die Möglichkeit ins Bild zu zoomen, das Ergebnis dieser Interpolation flimmert jedoch gelegentlich; besonders bei horizontalen Mustern erscheint das Bild unruhig.
Für die Wiedergabe an einem 16:9-Fernseher entzerrt der Fernseher dieses „anamorphe“ Bild wieder auf die korrekte Breite. Für einen 4:3-Fernseher wiederum staucht der DVD-Spieler das Bild auch vertikal zusammen und erzeugt oben und unten die schwarzen Balken als Füllung. Macht der DVD-Player seine Sache gut (was aber leider sehr häufig nicht der Fall ist), sehen anamorphe und Letterbox-formatierte Filme an einem 4:3-Fernseher gleich aus. Bei vielen Playern ist dieses Zusammenstauchen leider nicht sehr gut realisiert, besonders bei Kameraschwenks erscheinen in diesem Fall unerwünschte Muster im Bild auf einem 4:3-Fernseher. Wenn ein Röhrenfernseher dies anbietet ("16:9-Umschaltung"), sollte man ihm und nicht dem Player das Zusammenstauchen überlassen, da Röhrengeräte dann die Zeilen einfach näher zusammengedrückt anzeigen, anstatt Zeilen auszulassen.
Allerdings sehen auch Besitzer von Breitwandfernsehern trotz anamorph vorliegendem Bildmaterial bei manchen Filmen horizontale schwarze Balken. In solchen Fällen wurde der Film dann in einem Breitwandformat wie Cinemascope oder Panavision mit einem Seitenverhältnis von 2,35:1 gefilmt. Um hier nicht doch wieder Ränder abschneiden zu müssen, werden Abstriche bei der vertikalen Auflösung gemacht – die Balken sind ebenso wie Letterbox-Balken fester Bestandteil des DVD-Bildes.
Anamorph kodiertes Breitbild hat eine PAL-Auflösung von 720*576 Bildpunkten vor und 1024*576 Bildpunkte nach der Entzerrung. In der NTSC-Variante sind es 720*480 zu 853*480 Bildpunkte.
Es ist leider nicht immer möglich, auf einer DVD-Verpackung zu erkennen, in welchem Format der Film nun wirklich gespeichert ist. So heißt „Widescreen“ einmal anamorph, dann wieder Letterbox und auch „16:9“ ist nicht eindeutig – selbst innerhalb eines Verleihs.
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"Anamorphe Bildaufzeichnung".
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