Als soziale Interaktion wird die zwischenmenschliche bzw. interpersonelle Kommunikation verstanden, welche aus soziologischer Sicht äußerlich sichtbare wechselseitige Aufeinanderwirken zwischen Individuen zum Zwecke der Abstimmung des Denkens und Verhaltens der Beteiligten bzw. des konkreten Handelns von Kooperationspartnern oder Feinden bezeichnet.
Große Bedeutung für die mentale Entwicklung der Menschheit hatte die Erfindung der Schrift. Diese erlaubt es, Information auch über die Zeit hinweg zu kommunizieren, also zu speichern. Dies ermöglicht eine Ansammlung von Wissen, auf der später aufgebaut werden kann, ohne dass sich die Menschen alles Wissen merken müssen. Die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg war zur Verbreitung von geschriebener Sprache entscheidend.
Die enorme Überschneidung verschiedener Wissenschaftsbereiche auf dem Feld der zwischenmenschlichen Kommunikation und Interaktion macht die eindeutige Zuordnung einer Leitdisziplin schwer. Eine über psychische Tätigkeit wechselseitige Beeinflussung von Individuen innerhalb einer Gruppe wird als ein Aspekt der sozialen Wechselwirkung (Interaktion), gleichzeitig aber auch als bestimmendens Element der Psychologie betrachtet (siehe Bewusstsein, Wahrnehmung und Gedächtnis, sowie Emotion, Motivation und Psycholinguistik). Das soziologische Verständnis von Kommunikation kann wiederum nicht auf direkte Interaktion beschränkt werden und diese ist nicht allein aus sich selbst verständlich, da sie von dem Gebrauch der Medien und deren okönomischen und technischen Voraussetzungen geprägt ist und in der Regel innerhalb von Institutionen stattfindet.
Nach Talcott Parsons muss ein Individuum, das in eine soziale Interaktion eintritt, sich für eines der von ihm beschriebenen Verhaltensmuster entscheiden. In der Systemtheorie nach Niklas Luhmann entsteht ein Interaktionssystem aus dem aufeinander bezogenen Verhalten von Anwesenden (siehe Kommunikation (Systemtheorie)). Voraussetzung dafür ist wechselseitige Beobachtbarkeit. Unter dieser Bedingung kann man nicht verhindern, dass (der oder die) andere(n) das eigene Verhalten als Kommunikation verstehen. Das geschieht genau dann, wenn dem Verhalten einer Person von einem Beobachter eine Information abgewonnen/zugeschrieben wird und es damit als Mitteilungshandeln interpretiert wird. Ruth Cohn entwickelte das System der Themenzentrierten Interaktion, das Interaktionsprozesse in Gruppen verstehen und gestalten hilft.
Die von uns ausgehenden (nicht)verbalen Signale tragen ständig zur Kommunikation mit den Mitmenschen bei. Eines der Axiome von Paul Watzlawick lautet: Man kann nicht nicht kommunizieren.
Bemerkenswert an dem Terminus Interaktion ist, dass er etwas zu bezeichnen versucht, das "zwischen" (inter) "handelnden Personen" existiert und mit diesen nicht identisch ist. Die Handlungstheorie benutzt Handlung als Grundbegriff für den Aufbau einer Gesellschaftstheorie und hat das Problem, Gesellschaft als etwas Überindividuelles zu begreifen. Max Weber setzt dabei auf den Sinn einer Handlung, Talcott Parsons auf die Orientierungsleistungen des actors, die er mit Hilfe von pattern variables beschreibt.
Sie setzt außerdem a) ein Mindesmaß an Verständigung und b) einen gemeinsamen, übereinstimmenden Zeichenvorrat hervor.
Es ist zu bemerken, dass je mehr Kanäle bedient werden, desto präsziser ist der Grad der Reflexivität sowie der Präszision.
Die Informationstheorie hat 1949 das Sender-Empfänger-Modell von Claude Shannon und Warren Weaver hervorgebracht:
Dieses Kommunikationsmodell deckt sich mit dem Konzept der Kommunikation, wie es in der Sprechakttheorie, der Nachrichtentechnik und der klassischen Informationstheorie verwendet wird.
Die Zwischenmenschliche Kommunikation findet jedoch zumeist auf mehreren Ebenen statt. Schulz von Thun bezeichnet diese als die vier Seiten einer Nachricht und führt als Bild dafür das Nachrichtenquadrat mit seinen vier Seiten,
In der Praxis führt es häufig zu Missverständnissen, wenn der Empfänger einer Nachricht sich auf eine andere Seite der Nachricht bezieht, als vom Sender vorgesehen.
Bei auftretenden Störungen können sehr verschiedene Vorgangsweisen hilfreich sein, wie etwa eine Gesprächspause, Überschlafen, Vertagung des Themas auf klar vereinbarten Zeitpunkt, Nachfragen der Emotionen oder Gespräch(e) mit Dritten, wie z.B. Partner- und Eheberatungen, Telefon- und Internetseelsorge, ein religiöses seelsorgliches Gespräch oder eine Mediation, Lösungen über Gruppendynamik oder Encounter, Angebote von Seminaren und Bildungskursen etc.
Als besonders wichtig wird hierbei die innere Haltung (Einstellung) zum Gegenüber (siehe auch Empathie) gesehen. Sie setzt unter anderem einen guten Umgang mit den eigenen Emotionen voraus, wie ihn etwa der Amerikanische Psychologe Daniel Goleman erforscht hat (siehe Emotionale Intelligenz. Aber auch die Art, wie wir dem anderen zuhören und dabei möglichst die persönliche Gefühls-Situation einbeziehen und mitteilen, ist für befriedigende zwischenmenschliche Kontakte wichtig. Unsere Art der Kommunikation kann psychische Kräfte freisetzen und Lebensfreude bringen, aber auch zu Mobbing und anderen Belastungen beitragen.
Soziale Interaktion | Sozialpsychologie
Interpersonal communication | Komunikasi antar-personal | Bendravimas
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"Zwischenmenschliche Kommunikation".
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